Kein Karneval wegen Corona

Traditionelle Kaufbeurer Faschingsveranstaltungen für 2021 abgesagt

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Aufbruch-Umbruch 2019: Schlussbild der Dance Soulution vor dem „Ferreckle Center“ und dem „Spittel-TV“.

Kaufbeuren – Derzeit geht eine Diskussion durch die Medien, ob es sinnvoll ist, Vorbereitungen für den nächsten Fasching zu treffen und ob er wegen der nach wie vor nicht gebannten Corona-Gefahr überhaupt stattfinden kann beziehungsweise sogar per Dekret von ganz oben abgesagt wird. Der Kreisbote sprach mit einigen Veranstaltern der traditionsreichsten Karnevalsunterhaltungen in Kaufbeuren. Diese sind sich einig: Unter den gegebenen Umständen sind solche Veranstaltungen für die Vereine weder gesundheitlich noch wirtschaftlich tragbar.

Aufbruch-Umbruch

Bereits am 10. Juni hatte Aufbruch-Umbruch (AU) auf seiner Facebook-Seite bekannt gemacht, dass es 2021 keine Vorstellungen geben werde: „Ein Virus hat uns und unser Leben nach wie vor im Griff, keiner von uns weiß, ob die Pandemie abebben oder ob es eine zweite Infektionswelle geben wird. Deswegen hat sich die Vorstandschaft in Absprache mit der Regie bereits jetzt zur Absage von AU 2021 entschlossen, da das gesundheitliche und finanzielle Risiko für den Verein nicht vertretbar ist“, so Regisseur Jürgen Richter. Zudem hätten aufgrund der Einschränkungen in den letzten Monaten weder das Kreativ- & Regieteam ein neues Konzept entwickeln noch die einzelnen Künstlergruppen an ihren Auftritten arbeiten können. „Da wir unserem treuen Publikum ein gewohnt abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm bieten möchten, reicht die nun verbliebene Zeit einfach nicht mehr aus. Und schließlich ist die Unsicherheit zu groß, ob die Veranstaltungen überhaupt stattfinden können.“

Kunstreiter Buronia Gala-Ball

Heinz Spöcker, Vorstandsmitglied der Kunstreiter e. V., teilte mit, dass die bei der Jahresversammlung im Juli anwesenden Mitglieder mit überzeugender Mehrheit dafür gestimmt haben, den für den 16. Januar 2021 geplanten Ball ausfallen zu lassen. „Das ist für uns alle zwar eine bittere Entscheidung, aber unter den gegebenen Umständen wohl die richtige. Selbst bei einer angenommenen weiteren Lockerung – was ich in absehbarer Zeit aber nicht glaube – würde es sicher nicht gelingen den Stadtsaal zu füllen. Und ohne eine entsprechende Besucherzahl würde der Ball zu einem gnadenlosen Verlustgeschäft. Also hoffen wir auf den 15. Januar 2022. Den Rathaussturm am 11. Februar 2021 haben wir aber bisher noch in der Planung“, so Spöcker.

Feuerwehrball

Von Hubert Weikmann, Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren kam ein ähnlicher Kommentar. In der letzten Vorstandssitzung wurde schweren Herzens entschieden, auch den Feuerwehrball 2021 unter den gegebenen Umständen abzusagen. Das sei umso bedauerlicher, als schon der Ball 2020 ausgefallen sei, zwar nicht wegen Corona, sondern wegen des Neubaus des Feuerwehrhauses und dessen Einrichtung sowie der Vorbereitung zur offiziellen Eröffnung am 8. und 9. Mai, die dann aber ebenfalls nicht stattfinden konnte. Es sei auch eine wirtschaftliche Frage, so Weikmann. „Der große Aufwand, mit dem unser Ball immer betrieben wird, lohnt sich bei einer Besucherbeschränkung einfach nicht. Auch ist es zweifelhaft, ob bei einem Ball im Stadtsaal, der immerhin gut 120 Jahre alt ist, die erforderliche halbstündige Belüftung durchführbar wäre.“

Ball der Saskaler Armee

Laut Auskunft von Axel „Atze“ Vorbach, Hauptmann der Saskaler Armee, sind die Saskaler „sehr am Schwanken“, der Trend gehe jedoch zu einer Absage das Saskaler Balles 2021. Bei Einhaltung aller Corona-Auflagen und entsprechend limitierter Anzahl der Ballbesucher lohne sich noch nicht einmal der Aufwand zum Schmücken der Turnhalle, geschweige denn für die Ausarbeitung von Sketchen nebst Proben, Anfertigung von Requisiten und Austüfteln von Bühnentricks. Auch sei es in der über 65 Jahre alten Neugablonzer Turnhalle nicht möglich, ausreichend zu lüften. „Aber noch ist Polen nicht ganz verloren“, sagte Vorbach, da die Saskaler zum Glück in der Lage seien, auch sehr kurzfristig etwas auf die Beine zu stellen. Allerdings bestünden derzeit keine großen Hoffnungen, dass man den Ball nicht schweren Herzens schließlich doch werde ausfallen lassen müssen.

von Ingrid Zasche

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