Kreisausschuss lehnt Mietzuschuss fürs Feuerwehrmuseum ab

Die Hoffnung bleibt

+
Eng auf eng sind die historischen Feuerwehrfahrzeuge derzeit in einer Halle auf dem Momm-Gelände untergestellt. Helmut Winkler (re.), Vorsitzender des Feuerwehrmuseums, und Hubert Weikmann, Vorstand der Kaufbeurer Feuerwehr, wünschen sich mehr Platz für eine angemessene Ausstellung.

Ostallgäu/Kaufbeuren – Einen Rückschlag musste im jüngsten Kreisausschuss das Feuerwehrmuseum Kaufbeuren- Ostallgäu hinnehmen. 

Wie bereits berichtet, lehnten die Ausschussmitglieder eine Teilfinanzierung neuer Räumlichkeiten für das Museum einstimmig ab. Der Vorsitzende des Vereins, Helmut Winkler, zeigte sich enttäuscht von der Entscheidung. Trotzdem gebe man die Hoffnung nicht auf, eine Finanzierung für eine feste und ausreichend große Ausstellungsfläche auf die Beine zu stellen.

Schon seit Längerem ist das Feuerwehrmuseum, das derzeit in der Kaufbeurer Spittelmühle beheimatet ist, auf der Suche nach neuen Räumen. Denn ein Teil der Exponate, vor allem historisch wertvolle Einsatzfahrzeuge, muss aus Platzgründen in einer Halle auf dem örtlichen Momm-Gelände gelagert werden. Diese Halle könnte der Museumsverein nun komplett für vorerst fünf Jahre mieten und so eine einheitliche Ausstellung auf 1.150 Quadratmetern mit allen Exponaten schaffen. Doch die Mietkosten von rund 2.300 Euro monatlich sind für den ehrenamtlichen Verein nicht zu stemmen. Von der Stadt Kaufbeuren kam in Vorgesprächen bereits das Signal, die Hälfte davon zu übernehmen, die andere Hälfte hatten sich Winkler und der Verein vom Landkreis erhofft. Dies entspräche einem finanziellen Aufwand von rund 14.000 Euro pro Jahr.

Die Mitglieder des Kreisausschusses erkannten das große Engagement und die Bedeutung des Feuerwehrmuseums in der Diskussion durchaus an – allerdings betonte Sachbearbeiter Robert Pöschl gleich zu Beginn, es gebe da „rechtliche Hürden“. So sei das Feuerwehrwesen in erster Linie den einzelnen Gemeinden als Pflicht- aufgabe zugewiesen. Der Landkreis habe nur die Aufgabe, die Gerätschaften und Infrastruktur für den überörtlichen Brandschutz und technische Hilfeleistungen vorzuhalten bezieh- ungsweise Zuschüsse zu gewähren. Eine Übernahme von Mietkosten bei einem Feuerwehrmuseum sei dagegen eine freiwillige Leistung, die in den Vorgaben zum Kreishaushalt so nicht vorgesehen sei. Zwar zeige das Museum auf besondere Weise die „lebensrettende Arbeit der Feuerwehren“, so Kreisrat Josef Schwein- berger (CSU, Buchloe), in ihrem historischen Kontext. Allerdings gebe es keinen offiziellen Beschluss der Stadt Kaufbeuren, die deren Anteil an einer Mietfinanzierung für das Feuerwehrmuseum festlege.

Geklärt werden solle zudem, ob eine Kooperation mit anderen Museen oder Institutionen – er nannte als Beispiel das Bauernhofmuseum Illerbeuren – möglich sei, die dann wiederum für sinkende Mietkosten sorgen könnte. So könne das Feuerwehrmuseum Kaufbeuren-Ostallgäu auf anderem Wege unterstützt werden. Dem schlossen sich Dr. Alois Kling (CSU, Pfronten) und Wolfgang Hannig (SPD, Marktoberdorf) an. Auch die Landrätin plädierte dafür, das Thema Feuerwehrmuseum als „schwaben- weites Projekt“ weiter zu verfolgen. Feuerwehrmuseum gibt Hoffnung nicht aufDas Feuerwehrmuseum indes lässt sich von der Entscheidung des Ausschusses nicht entmutigen. Auch sei die Bedeutung des Museums im Landkreis größer, als es die Entscheidung vermuten lasse.

 „Das Museum befindet sich zwar in Kaufbeuren, hat aber auch Feuerwehren des Landkreises mit im Boot. Diese können jederzeit Mitglied werden, Exponate beisteuern und an den Vereinsaktivitäten teilnehmen“, argumentiert Winkler. Besondere Exponate aus dem Landkreis seien derzeit unter anderem das „Pfrontener Gerätehaus vom Ende des 18. Jahrhunderts“, verschiedene Schlauchwägen aus den 1920er/ 30er-Jahren aus Pfronten, Marktoberdorf und Friesenried sowie Anhänger aus Lamerdingen und Baisweil. In neuen, größeren Räumen könne dieses Engagement weiter ausgeweitet werden, betonte Winkler gegenüber unserer Zeitung. Und: „Wir haben bis Ende 2015 Zeit, eine Zusage für das Mieten der Backsteinhalle auf dem Momm-Gelände zu geben. Bis dahin wollen wir das auf die Reihe bringen“.

Hubert Weikmann, Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren, der sich ebenfalls stark für das Feuerwehrmuseum Kaufbeuren-Ostallgäu engagiert und auch Mitglied ist, fügt hinzu, man wolle bis dahin noch einmal Gespräche mit dem Landratsamt führen und auch andere Möglichkeiten für eine Förderung ausloten. Im Gespräch sei man hier mit der Landesstelle für Museen. Wichtig sei für den Verein auch der Zuspruch der Feuerwehren aus dem Landkreis Ostallgäu. Denn auf diese Art könne die überregionale Bedeutung weiter gestärkt werden, so Hubert Weik- mann und Helmut Winkler.

Von Michaela Frisch

Auch interessant

Meistgelesen

Silikon entzündet sich
Silikon entzündet sich
Festzug mit Hindernissen
Festzug mit Hindernissen
Stadt in festlichem Gewand
Stadt in festlichem Gewand
Begeisterung sieht anders aus
Begeisterung sieht anders aus

Kommentare