Keine Angst vor Nadeln

In Deutschland gibt es noch etwa 60000 Polio-Betroffene – diese erschreckende Zahl zeigt, wie wichtig das Thema Impfen auch bei uns ist. Um die Bevölkerung für die Krankheit Polio und das Thema Impfen im Allgemeinen zu sensibilisieren, veranstalten der Polio Landesverband Bayern und der Rotary Club Marktoberdorf am 31. Oktober den Bayerischen Impf-Informa- tionstag „Impfaufklärung – der Verunsicherung begegnen!“.

Im „Modeon“ können Besucher an diesem Samstag von 10 bis 15 Uhr verschiedene Vorträge von Ärzten aus der Region zum Thema Impfen und Polio anhören. „In Deutschland hat sich leider eine gewisse Impfmüdigkeit verbreitet, der wir mit dieser Veranstaltung entgegenwirken möchten“, so Waltraud Joa, die stellvertretende Sprecherin des Polio Landesverbandes Bayern. Die drei häu- figsten Gründe für die Impfmüdigkeit sind, laut Dr. Georg Lederle, die Nachlässigkeit, die Angst vor Nebenwirkungen und die Angst vor starken Nadeln. Dem kann er aber entgegnen: „Die modernen Impfstoffe sind gut verträglich und auch die Nadeln sind mittlerweile so dünn, dass man sie kaum sehen kann.“ 60000 Deutsche sind heute an dem sogenannten Post-Polio-Syndrom erkrankt. Jahrzehnte nach der eigentlich überstandenen Krankheit tritt dieses Syndrom auf, das sich durch starke Müdigkeit oder neu einsetzende Lähmungserscheinungen äußern kann. Europa ist seit 2002 „poliofrei“, trotzdem ist die Gefahr das Virus aus Auslandsreisen einzuschleppen weiterhin hoch. Dr. Michael Pahl vom Rotary Club Marktoberdorf: „Die Reisebereitschaft der Bevölkerung steigt immer mehr und damit auch die Gefahr einer Verschleppung von Polioviren aus den nach wie vor bestehenden Endemiegebieten, wie z. B. Afrika oder Indien. Auch wenn der Reisende geimpft ist, kann sich der Virus bis zu zehn Wochen im Körper halten und auf andere Nicht-Geimpfte übergehen“. Seit über zwanzig Jahren engagiert sich Rotary International für die Eindämmung der gefährlichen Kinderlähmung. Für die Aktion „End Polio Now“ konnten bereits 200 Millionen Dollar gesammelt werden. Neben den Vorträgen werden Dr. Michael Pahl und Dr. Georg Lederle am 31. Oktober die Impfpässe der Besucher überprüfen und über Lücken aufklären.

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