Ferienausschuss diskutiert über Gestaltung

Keine Dachbegrünung für Familienzentrum Grünwalder Straße

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Die Mehrheit des Ferienausschusses lehnte eine Dachbegrünung des knapp 70 Meter langen Neubaus ab.

Neugablonz – Der Neubau des Kinder- und Familienzentrums an der Grünwalder Straße 3 bekommt keine Dachbegrünung. Das beschloss der Ferienausschuss des Stadtrats am Dienstag vergangener Woche mehrheitlich. Kosten von rund 60.000 Euro wären dafür angefallen, weniger als ein Prozent der gesamten Bausumme von etwas über sieben Millionen Euro, wie Grünen-Stadträtin Marita Knauer vorrechnete. Doch das Argument überzeugte acht der 13 anwesenden Stadträte nicht.

Auch Kita-Leiterin Eva Pfefferle outete sich als „Fan der Dachbegrünung“, eine ökologische Umsetzung halte sie für zukunftsorientiert. „Man darf sich nicht wundern, dass unsere Friday for Future-Jugend sich wie an der Nase herumgeführt vorkommt, wenn wir nicht einmal so eine Kleinigkeit wie eine Dachbegrünung hinbekommen“, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzender Oliver Schill im Nachgang. Klimaschutz dürfe kein Lippenbekenntnis bleiben, „es müssen endlich konkrete Taten folgen“, so Schill. Gerhard Limmer (CSU) schlug vor, statt eines Gründachs die Photovoltaik-Anlage auf das gesamte Dach auszuweiten. Die vorhandenen Pappeln würden die PV-Anlage verschatten, weswegen sie nicht ausgeweitet werden könne, sagte Mandl.

Ein weiteres naturnahes Thema, das kontrovers diskutiert wurde, war denn auch der Baumbestand im Umgriff der Einrichtung. Laut Mandl wurde dieser umfangreich untersucht, die meisten Bäume könnten Gutachtern zufolge erhalten werden. Limmer, Forstdirektor im Ruhestand und Umweltbeauftragter der Stadt, merkte an, dass die Lebensdauer von Pappeln höchstens 70 Jahre betrage, danach würden sie faulen. Eine prophylaktische Fällung vor dem Neubau bedeute eine Kostenersparnis, denn in wenigen Jahren sei die Lebensdauer überschritten. Helga Ilgenfritz (SPD) hingegen hielt es für einen Frevel, gesunde Bäume zu fällen. Sollte vor allem die besonders große Pappel auf dem Grundstück gefällt werden, wünschte sich Knauer im Vorfeld eine Benachrichtigung darüber.

Platz für 186 Kinder

Der für den Neubau ursprünglich geplante Raumbedarf für 160 Kinder wurde bereits während der Wettbewerbsphase im Sommer 2018 verworfen, denn die Prognose „reichte vorne und hinten nicht“, sagte Christian Mandl, Abteilungsleiter Hochbau, dem Ausschuss. Die Kapazität soll auf 186 Kinder ausgeweitet werden, verteilt auf eine Vorschul- und Hortgruppe sowie Krippen- und Kindergartengruppen. Die Konsequenz aus dem Anstieg der Kinderzahl ist, dass der Ersatzneubau im südlichen Bereich geplant wird und nicht wie ursprünglich vorgesehen nach dem Abbruch des Bestandsgebäudes an gleicher Stelle. 45 Pädagogen sollen beschäftigt werden. Auf 1145 Quadratmetern soll ein zweigeschossiger Massivbau in Stahlbetonweise mit Flachdach entstehen. In puncto Flachdach gingen die Meinungen auch noch auseinander. Limmer verwies auf die Schneelast, die in Allgäuer Wintern auf das Gebäude wirken könnten. In der zweiten Jahreshälfte 2020 soll mit dem Bau begonnen werden, 2022 sollen die Kinder dann einziehen können. Von den sieben Millionen Euro entfällt auf die Stadt voraussichtlich ein Eigenanteil von etwas mehr als zwei Millionen Euro, die restlichen Kosten können gefördert werden. Dafür muss der Förderantrag bis Ende August bei der Regierung von Schwaben eingehen, erklärte Mandl.

von Martina Staudinger

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