Keine Politschlacht

Josef Rid berichtete den Besuchern von der Stadtratsarbeit und den zukünftigen Projekten vor Ort in Buchloe.

Er gilt als Unikat: Der traditionelle Aschermittwoch der Freien Wähler Buchloe fand bereits zum 35. Mal statt. Und der eingetragene Verein blieb bei seinem seit Jahren bewährten Konzept: Information der Mitglieder zur aktuellen Tagespolitik aus den eigenen Reihen und ein Vortrag durch einen Experten in Form eines Mandatsträgers. Als Referentin war diesmal MdL Eva Gottstein als stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Land- tagsfraktion zu Gast. Dass die Form der Veranstaltung bei den Mitgliedern auf großes Interesse stieß, bewies deren zahlreiches Erscheinen im Gasthaus Zur Post in Buchloe.

Christine Warkus als stellvertretende Vorsitzende der Freien Wähler (FW) konnte neben der Referentin auch Josef Rid als Vertreter der Stadtratsfraktion und die Ehrenvorsitzende Hildegard Bovensiepen begrüßen. Warkus betonte, die FW Buchloe stünden für eine sachliche Politik und würden sich nicht an den sonst üblichen Schlammschlachten beteiligen. Die Information stehe auch am Aschermittwoch traditionell im Vordergrund. Mit einer Gedenkminute wurde des erst kürzlich verstorbenen 1. Vorsitzenden Wolfgang Singler gedacht. Sein Geschick und Engagement für die Freien Wähler habe eine große Lücke hinterlassen, sagte seine Stellvertreterin. Ausblick Josef Rid gab einen Überblick über die für dieses Jahr anstehenden Großprojekte der Stadt. Neben dem Bau des Feuerwehrgerätehauses stehen unter anderem das neue Bahn- hofsgebäude und die weitere Vorplatzgestaltung sowie die zu erstellende Planung für das BayWa-Gelände an. Zur möglichen Wasserenthärtungsanlage findet am 1. März eine Bürgerinformation statt. „Aber da werden noch Diskussionen fällig, denn wir haben ja eine gute Wasserqualität“, so der Stadtrat. Der baldige Start für den Bau des Gymnasiums war für Rid ein Musterbeispiel für Teamarbeit: „Wenn alle an einem Strang ziehen und zusammenstehen, funktioniert es!“ Buchloe erfahre durch dieses Projekt eine enorme Aufwertung. Durch seine Nähe zu großen landwirtschaftlichen Betrieben und die gute Verkehrsanbindung sieht Rid Buchloe als möglichen Standort für ein „Grünes Zentrum“. Frust und Bildung MdL Eva Gottstein behandelte in ihrem Vortrag zwei Themenkomplexe. Zunächst berichtete sie über die Landtagsarbeit im Allgemeinen und erläuterte Abläufe, Verfahren und Instrumente der parlamentarischen Arbeit. Die seit 2008 für den Wahlkreis Oberbayern im Landtag sitzende Abgeordnete bezeichnete es als besonders „frustrierend“, dass nach den letzten Wahlen die Ausschüsse so angepasst wurden, dass sie überproportional durch die Regierungsparteien besetzt seien. „Die Ausschussarbeit ist so gestaltet, dass immer Mehrheiten der Regierungskoalition gesichert sind. Doch der Wähler wollte eigentlich eine bewegtere Landschaft“, so Gottstein. Ganz besonders liegt der ehemaligen Realschuldirektorin und Mutter von vier Kindern das Thema Bildung am Herzen. Nach 36 Jahren im Schuldienst sagt sie: „Bildung verursacht keine Kosten, sie ist eindeutig eine Investition!“ Und diese zahle sich absehbar schneller aus, als viele denken. In der Bildungspolitik vermisse sie ein Konzept: man habe „leider nichts Neues“ erschaffen. Es seien zwar „alte Zöpfe abgeschnitten“ worden, aber man habe leider vergessen, alte Werte zu erhalten oder neue zu schaffen. Der Wertevermittlung müsse insgesamt ein wesentlich größerer Stellenwert eingeräumt werden. Auch eine Elternbeteiligung erfolge viel zu wenig. Man könne durchaus darüber nachdenken, auch die Eltern seitens des Bildungsträgers in die Pflicht zu nehmen. Beispielhaft nannte sie die Elternverträge an Privatschulen, in denen Eltern sich in der Zusammenarbeit mit der Schule zu bestimmtem Grundverhalten ihrer Kinder wie Pünktlichkeit, Sauberkeit und Ordnung verpflichten müssen. Schulstrukturdebatten seien überflüssig, so die Abgeordnete. Die Qualität des Unterrichtens durch gut aus- gebildete und motivierte Lehrer und kleinere Klassen sei entscheidend.

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