„Keine Radikalisierung“

Diskussion um Moschee-Neubau in Bürgerversammlung Neugablonz

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OB Stefan Bosse riet, beim Thema Moschee-Neubau keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und Ängste nicht über den Sachverstand siegen zu lassen.

Kaufbeuren-Neugablonz – Die anhaltende Kontroverse um den Moschee-Neubau im Gewerbegebiet Untere Au war auch bei der jüngsten Bürgerversammlung im Gablonzer Haus das bestimmende Thema. Oberbürgermeister Stefan Bosse rief zu einer sachlichen Betrachtung der Angelegenheit auf, bei der sich so manche Ängste und Befürchtungen bei näherem Hinsehen als unbegründet herausstellen würden.

Der OB begrüßte, wie in seinen Eröffnungsworten deutlich wurde, die Möglichkeit, die solche Veranstaltungen böten, zusammenzukommen und in offener Runde persönliche Anliegen zu erörtern.

So kam zu Beginn das heiße Thema des Moschee-Neubaus und ein mögliches Bürgerbegehren, das gegen das Projekt abzielt, zur Sprache. 1.000 Unterschriften wurden laut der Initiative gegen den Bau schon gesammelt; weitere 1.000 Unterschriften wären für einen Bürgerentscheid nötig. Bosse wies hier allerdings auf einen „Fehler in der Begründung“ der Petition hin: Die Stadt habe dem türkisch-islamischen Verein das Grundstück noch nicht zur Verfügung gestellt, und dies würde nur unter der Bedingung geschehen, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie die freiheitliche demokratische Grundordnung nicht gefährdet sind.

Instrumente, wie die Petition und gegebenenfalls einen Bürgerentscheid zu gebrauchen, sei laut OB nichtsdestotrotz „das gute Recht der Bürger“; auch im Falle eines Zustandekommens, versicherte Bosse, „werden wir als Stadt klarkommen – das wirft uns nicht aus der Bahn“. Unabhängig vom Ergebnis solle aber „sachlich und vernünftig“ gehandelt werden.

In diesem Zusammenhang gab Bosse zu bedenken, dass bei einem Moschee-Neubau im Gewerbegebiet Untere Au die Lage im Vergleich zum jetzigen Standort der Moschee in der Danziger Straße weniger zentral sei, sodass im Umkreis von 200 Metern nur fünf Menschen betroffen wären. Wenn dies also durch ein Bürgerbegehren verhindert werden würde, müssten die Neubau-Gegner dementsprechend mit den Konsequenzen klarkommen.

Vereinzelte Stimmen aus dem Publikum äußerten ihren Unmut über das Zugeständnis von 5.000 Quadratmetern, die seitens der Stadt für die Moschee angedacht sind. Bosse erläuterte, dass nach der Anzahl der Gläubigen geplant werde, die Raum für rund 700 Frauen und Männer vorsehe. Die Stadt versuche aber, das Projekt flächenmäßig einzuschnüren und die Planungen zu überarbeiten. Momentan laufe dazu ein Prüfverfahren.

Hauptsächlich wurden aber Bedenken gegen den Moschee-Dachverband DITIB hinsichtlich radikalislamischer Inhalte laut. Hierzu betonte OB Bosse nochmals eindringlich die klare Festlegung, dass die Moschee „nicht für politische Zwecke missbraucht werden darf“. Des Weiteren, so belegte der OB seine Argumentation, habe es hier nie Probleme gegeben und auch polizeilich sei nichts bekannt. Es gebe demnach „keine Radikalisierung in der DITIB-Moschee“. Eine solche sei in freien Moscheen, die sich selbst überlassen seien, noch viel eher möglich. Kaufbeuren solle in diesem Sinne ein Ort sein, wo man friedlich zusammenleben und ebenso friedlich seine Religion ausüben könne.

Weitere Themen, die in der Bürgerversammlung angesprochen wurden, folgen in einem weiteren Artikel. Darunter auch der Unmut über die aktuelle Parkplatzsituation am Klinikum Kaufbeuren.

von Mahi Kola

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