Bürgerversammlung in Kemnat

OB Bosse stellt sich Bürgerfragen

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Kemnater Bürger wollen einen Fuß-/Radweg für die Straße nach Gutwillen. Grundstückseigentümer und Nutzer Willi Rüdlin fordert zusätzlich eine Verbreiterung der Straße wegen des zunehmenden Verkehrsaufkommens.

Kaufbeuren-Kemnat – Verschiedene Verkehrsprobleme, schlechte Erreichbarkeit im Winter und eine „seltsame Betonsäule“ waren die Schwerpunkte bei der diesjährigen Bürgerversammlung in Kemnat. OB Stefan Bosse stellte sich im Feuerwehrhaus den drängendsten Fragen der rund 30 anwesenden Kemnater Bürger.

Als erster Redner erinnerte Adolf Hausmann an Verkehrsprobleme morgens und mittags in der Kemnater Straße an der Steigung vor dem Marien-Gymnasium. Sowohl Bosse als auch die Polizei nahmen den Hinweis auf und werden die Beschilderung nochmals überprüfen. Recherchen des Kreisboten ergaben durchgehende Halteverbote auf beiden Straßenseiten. 

Hausmann bemängelte weiterhin, dass ein „Pilgerweg“ (Höllweg), der eigentlich auf Irseer Flur liegt, noch nicht benutzt werden kann. Grund hierfür ist Holz aus den Sturmschäden der vergangenen Wochen, das noch nicht abtransportiert werden konnte. Hier ergaben sich auf Zuruf, dass bereits mehrere Kemnater Bürger eigenständig an einer Lösung arbeiten und man nun einfach die Arbeiten koordinieren werde. 

Willi Rüdlin fragte nach Aktivitäten zum Ausbau der Straße nach Gut Willen. Als betroffener Grundstückseigentümer forderte er bei einer möglichen Anlage eines Rad-/Fußweges auch eine Verbreiterung der Straße, was aber laut Baureferent Helge Carl mit Hinweis auf bestehende Vorschriften und Vorgaben, so nicht realisierbar sei. Ein Stimmungsbild unter den Anwesenden ergab aber die Notwendigkeit einer Lösung, insbesondere wegen des vorhandenen Schwerlast- und Landwirtschaftsverkehrs und der Aufnahme genau dieser Straße in Allgäuer Wanderrouten. Bosse versprach hier, die Problemstellung nochmals aufzunehmen und nach einer Lösung zu suchen. 

Die schlechte Erreichbarkeit von Kemnat im Winter wegen der exponierten Lage wurde von Brigitte Gans angesprochen. Besonders bei Ostwind sei trotz vorheriger Räumung nach kurzer Zeit wieder alles zugeweht. Der Oberbürgermeister erklärte, dass beim Winterdienst sowieso alle Steigungsstrecken in Kaufbeuren Priorität hätten. Er bat, im Bedarfsfall zeitnah beim Bauhof anzurufen. Man gebe das dann an die Räumfahrzeuge weiter. 

Einen roten Merkzettel wegen „Parkens vor dem Feuerwehrhaus“ präsentierte Gabi Reisach aus dem vergangenen Winter. Dieser war mit „Feuerwehr Kaufbeuren“ unterzeichnet. Bosse konnte zunächst nicht dazu Stellung nehmen, versprach aber Prüfung. Eine Nachfrage des Kreisboten beim Stadtbrandrat Thomas Vogt ergab, dass nach Schneefall im Winter die Gerätewarte aus Kaufbeuren auch die Gerätehäuser der Stadtteile prüfen und räumen. 

Bei Bedarf erinnere im Rahmen dieser „kostenfreien Aufmerksamkeit“ an der Windschutzscheibe an das Freihalten der Zufahrt zum Feuerwehrhaus. Dabei gehe es nicht nur um das Ausrücken der Fahrzeuge, sondern auch um die möglichst nahe Abstellmöglichkeiten für die Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr, so Vogt. 

Eine seltsame Betonsäule neben dem Radweg hatte ebenfalls Gabi Reisach kurz vor dem Buchenwäldchen entdeckt und bat um Aufklärung. Zunächst konnte niemand aus der Versammlung dieses „Objekt“ irgendeiner „Aktion“ zuordnen. Auch Bosse war sich zunächst nicht sicher, hatte aber „so eine Ahnung“ wegen eines Tourismusprojektes der Allgäu GmbH. 

Tatsächlich ergab die Nachfrage unserer Zeitung bei der Allgäu GmbH und beim Geschäftsführer der Kaufbeurer Tourist Information, Rainer Hesse, dann die Lösung. Die circa einen Meter hohe Betonsäule mit einem Plexiglaswürfel mit Holzstäben sei eine von insgesamt 33 Ortseingangsstelen mit Ortswürfeln als Markierungszeichen für die Wiesengängerwanderroute der Wandertrilogie Allgäu. 

Da Kaufbeuren ein Themenort mit dem Crescentiakloster als Pilgerstätte im Fokus ist, stellen die beschrifteten Holzstäbe in dem Ortswürfel stilisierte Pilgerstäbe dar. Vor der Tourist Information in Kaufbeuren steht übrigens auch eine Ortsstele mit dem gleichen Motiv. Wegweiser des Wanderweges seien in Kemnat an den betroffenen Straßenkreuzungen angebracht. Eine genauere Beschriftung der Stele ist aus Kapazitätsgründen von der Allgäu GmbH erst im Laufe des Jahres geplant.

von Wolfgang Krusche

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