241 Polizisten in einem Jahr im Dienst verletzt

Kemptener Polizei stellt Statistik vor – Angriffe auf Beamte nehmen zu

Die Hemmschwelle sinkt: Immer wieder werden Polizeibeamte in der Region angegriffen. Auch im Landkreis Ebersberg.
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Die Hemmschwelle sinkt: Immer wieder werden Polizeibeamte in der Region angegriffen. Auch im Landkreis Ostallgäu und der kreisfreien Stadt Kaufbeuren.

Allgäu – Es sieht nach einem Routineeinsatz aus, als die Polizisten Anfang Juli zu einem Einsatz an der Kneippanlage in Lautrach (Unterallgäu) ausrücken. Dort soll es eine Schlägerei gegeben haben. Vor Ort stellt sich heraus, dass ein 18-jähriger Beschuldigte einen älteren Herrn grundlos geschlagen hat. 

Beim Eintreffen der Polizisten verhält sich der 18-jährige ihnen gegenüber aggressiv. Als diese ihn deshalb in Gewahrsam nehmen wollen, schlägt der junge Mann zu und trifft einen Beamten ins Gesicht. Der junge Polizist kann seinen Dienst nicht weiter fortführen und wird in die Notaufnahme des Klinikums Memmingen gebracht. In der Folge ist der Beamte drei Tage arbeitsunfähig.

Diesen Fall hat die Staatsanwaltschaft Memmingen als priorisiertes Verfahren behandelt. Der Mann wurde zwischenzeitlich vom Amtsgericht Memmingen wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen, in Tatmehrheit mit tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Beleidigung in fünf Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren (Jugendstrafe) verurteilt. Diese wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Dabei handelt es sich nur um einen von vielen gewalttätigen Übergriffen bei Polizeieinsätzen. „Auch aus einem scheinbaren Routineeinsatz wie ‚Ruhestörung‘ kann sich ein brutaler Angriff gegen die eingesetzten Streifenbesatzungen entwickeln“, erklärte Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner bei der Vorstellung der Zahlen.

Der verletzte Beamte ist einer von 241 Polizisten (2019: 205), die im vergangenen Jahr im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West verletzt wurden. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 1990 Beamte während ihres Dienstes verbal oder körperlich attackiert (ein Plus von 34,9 Prozent zu 2019). Die Übergriffe finden überwiegend in den Nachtstunden und/oder am Wochenende statt. Die häufigsten Tatörtlichkeiten sind öffentliche Straßen/Wege und Plätze (41 Prozent), der Privatbereich (23 Prozent) und Polizeidienststellen (15 Prozent).

„Glücklicherweise wurde im letzten Jahr keine Kollegin und kein Kollege schwer verletzt. Dennoch macht mich die seit Jahren ansteigende Gewaltbereitschaft gegenüber Polizisten sehr betroffen. Wir tolerieren solche Übergriffe keinesfalls und werden alle Taten konsequent aufklären und die Vorgänge zeitnah der Justiz vorlegen“, erklärte Strößner abschließend.

kb

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