Kaufbeurer Planetenweg offiziell eröffnet

Von der Sonne bis zum Pluto

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Am äußersten Rand des Sonnensystems: OB Stefan Bosse und die Witwe des Stifters, Erika Schmidt, enthüllen die Stele des „Pluto“ am Gablonzer Haus.

Kaufbeuren – „Die Stadt ist um eine Attraktion reicher geworden“, erklärte der Kaufbeurer Oberbürgermeister Stefan Bosse dieser Tage vor dem Gablonzer Haus bei der Enthüllung der Stele am Ende des neuen Kaufbeurer Planetenweges – genauer gesagt beim Himmelskörper Pluto.

Eine „wunderbare Verbindung zwischen Kaufbeuren und Neugablonz“ sei entstanden, betonte der Kaufbeurer OB Stefan Bosse jüngst bei der Enthüllung der letzten Stele des neuen Kaufbeurer "Planetenweges" am Gablonzer Haus, die über den Planeten Pluto als äußerstem Himmelskörper des Sonnensystems informiert. Das Kaufbeurer Rathaus bildet mit der Sonne als Zentrumsplanet den „Startpunkt“ dieser informativen Wegstrecke, die an möglichst maßstabgerechten, verkleinerten Modellen der Planeten unseres Sonnensystems entlang führt. 

Nachdem Pluto lange Zeit als äußerster Planet desselben angesehen wurde, endet Kaufbeurens Planetenweg auch mit ihm als insgesamt zehnter Anlaufstelle beim Gablonzer Haus. Nach dem oben genannten Start am Rathaus folgen im weiteren Verlauf die Planeten Merkur an der Mauer des Silbernagelhauses weiter über die Ampel der Spittelmühlkreuzung zur Venus. Weitere Stationen sind die Schulen im Bereich der Neugablonzer Straße mit der Erde (Jakob-Brucker-Gymnasium) und Mars (Jörg-Lederer-Mittelschule). Bis zur Wert- achbrücke geht es noch am Jupiter vorbei, um dann an der Neugablonzer Brücke auf den Planeten Saturn zu stoßen. Ab diesem Punkt werden die Abstände zwischen den Stelen dann größer – sind sie doch im ungefähren Maßstab von 1:1 Milliarde den tatsächlichen Wegstrecken zwischen den einzelnen Himmelskörpern im Universum nachempfunden, wie Manfred Simon von der Volkssternwarte Buchloe erklärte. Simon begleitete das Projekt Planetenweg in beratender Funktion. 

Die Gesamtwegstrecke des Planetenwegs umfasst somit rund sechs Kilometer. Die Stele für Uranus befindet sich schließlich im Neugablonzer Park, unweit der Einmündung Marienberger Weg in die Friedlandstraße. Planet Neptun wartet schließlich am Haus der Gablonzer Industrie in der Neuen Zeile auf einen Besuch, bevor dann am Gablonzer Haus diese „Wanderung auf himmlischen Spuren“ bei Pluto endet. Durch entsprechende Hinweistafeln kann sich der Spaziergänger auf dem Planetenweg an den einzelnen Punkten mittels anschaulicher Hinweistafeln über den jeweiligen Himmelskörper informieren. Gezeigt werden etwa Durchmesser, Abstand zur Erde und zur Sonne, sowie Temperatur und Umlaufzeit um die Sonne. 

Initiator Karl Schmidt 

OB Bosse würdigte bei der Enthüllung der „Pluto-Stele“ den zwischenzeitlich verstorbenen Neugablonzer Bürger Karl Schmidt als den Initiator des Projektes Planetenweg. 

In seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Spätheimkehrer hatte dieser bei einem Treffen in Österreich einen solchen Planetenweg zum ersten Mal gesehen. Da er sich nach eigenen Erzählungen in russischer Kriegsgefangenschaft bei „nächtlichen Spaziergängen mit dem Lagerarzt“ für die unendlichen Weiten des Universums begeistert hatte, war Karl Schmidt von dem Österreichischen Planetenweg derart angetan, dass er anlässlich einer Geburtstagsfeier Kaufbeurens Stadtoberhaupt davon überzeugen konnte, auch zwischen dem Stadtkern und Neugablonz eine derartige Wanderstrecke durch das Sonnensystem zu schaffen. Mit Hilfe einer großzügigen Spende des Initiators und weiteren Zuschüssen von Sparkasse und Stadt konnte schließlich das rund 30.000 Euro teure Projekt gestartet und nunmehr erfolgreich abgeschlossen werden. 

Erika Schmidt, die Witwe des Stifters, die zusammen mit Bosse die Enthüllung der Stele vor dem Gablonzer Haus vornahm, freute sich sichtlich über das gelungene Werk, das auch dazu dienen soll, die Kaufbeurer Altstadt mit dem Stadtteil Neugablonz noch enger zusammenzuführen. Und so war Erika Schmidt auch ziemlich überzeugt: „Mein Mann hätte sich über den heutigen Tag sicherlich sehr, sehr gefreut“. von Klaus-Dieter Körber

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