"Der Bedarf ist gedeckt"

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Die Kinder haben Spaß bei der Ferienbetreuung im Kindergarten Am Leinauer Hang. Das Personal wird durch die Familienbeauftragte Elke Schad (hinten links) in Zusammenarbeit mit dem Kolping-Bildungswerk Kaufbeuren organisiert. Die Leitung haben Verena Wiedemann (3. v. re.) und Elena Weigle (Mitte).

Kaufbeuren – Kaufbeuren hat in Sachen Kinderbetreuung seine Hausaufgaben gemacht. Seit dem 1. August 2013 besteht für Kinder ab Vollendung des ersten bis zum dritten Lebensjahr ein Rechtsanspruch auf einen Platz in der Kindertagespflege.

Derzeit sind 277 Plätze in Krippen, Kindergärten und in der Tagespflege von Kindern unter drei Jahren belegt. Damit ist laut Alfred Riermeier, Leiter des Jugend- und Familienreferats, „der Bedarf gedeckt”. Eine neue Publikation des Statistischen Bundesamts, wonach Kaufbeuren auf einem der hintersten Plätze bei der Kinderbetreuung liege, bewertet er als nicht zutreffend. 

Einer neuen Publikation des Statistischen Bundesamts von 2014 zufolge liege Kaufbeuren mit 17,1 Prozent Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren auf einem der hintersten Plätze in ganz Deutschland. „Diese Quote ist relativ”, bewertet Alfred Riermeier diese Zahl. Diese käme wohl dadurch zustande, dass auch Kinder unter einem Jahr mitberechnet würden. 

Doch erst ab dem ersten Geburtstag besteht der Rechtsanspruch. „Jedes Kind vom ersten bis dritten Lebensjahr kann im Stadtgebiet Kaufbeuren betreut werden”, erklärt Riermeier im Gespräch mit dem Kreisbote. Zum Stand am 1. Juli lebten in Kaufbeuren laut Bürgerbüro 676 Kinder unter drei Jahren, wovon mit 277 Kindern der Deckungsgrad 2015 in Krippen, Kindergärten und in der Tagespflege bei knapp 41 Prozent liegt. 

Dieser Prozentsatz sei bedarfsgerecht und dieses Kriterium sei entscheidend. Für bayerische kreisfreie Städte wird laut Bayerischem Städtetag ein festgelegtes Ausbauziel von 38 Prozent angestrebt – Kaufbeuren liegt laut der Berechnung des Jugend- und Familienreferats darüber. Bei den Kindergartenplätzen seien sogar noch Spielräume vorhanden. 

„Wenn morgen Familien mit zehn Kindern nach Kaufbeuren ziehen, können diese auch betreut werden”. Steige die Nachfrage erheblich, werde man mit Sicherheit auch neue Betreuungseinrichtungen bauen. Der momentane Bedarf fordere derzeit aber nicht mehr und es bringe nichts, so der Referatsleiter, Krippen hinzustellen, die dann leer stünden. 

Statt auf Quantität achte man in Kaufbeuren auf die Qualität aller Einrichtungen, so Riermeier. Hier würden beispielsweise auch die Zeiten, die abgedeckt werden, eine Rolle spielen. Das besondere Betreuungsangebot im AWO Kinderhaus am Klosterwald hat wochentags sogar von 5.45 bis 21.30 Uhr geöffnet. 

Derzeit gibt es einen „Ferienkindergarten” im Städtischen Kindergarten Am Leinauer Hang für Drei- bis Zwölfjährige, wo auch Kinder von anderen Kindergärten hingehen dürfen. Alle Ferien außer die Weihnachtsferien sind mit diesem Angebot abgedeckt. 

Außerdem gibt es laut Riermeier in Kaufbeuren Mutter-Kind-Gruppen und Familienstützpunkte, die ergänzend neben der reinen Kinderbetreuung gut angenommen und wichtig sind. Derweil läuft das Bauverfahren des „Haus für Kinder St. Josef”, das demnächst auch im Stadtrat vorgestellt wird.

von Martina Staudinger

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