Damit von 27 auf 50 Plätze aufgestockt werden kann

Kindergarten Leuterschach: Anbau schafft Platz

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Wird erweitert: der Kindergarten in Leuterschach.

Marktoberdorf/Leuterschach – Mit einem Anbau auf der Ostseite des bestehenden Kindergartens soll im Marktoberdorfer Stadtteil Leuterschach die Voraussetzung dafür geschaffen werden, dass von derzeit 27 auf künftig 50 Betreuungsplätze aufgestockt werden kann. Die Stadträte sind damit einverstanden; der Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Die Bauverwaltung beziffert die Kosten auf gut eine halbe Million Euro. Zumindest die Planungskosten werden sich bereits im Haushalt der Stadt für 2019 widerspiegeln. Marion Schmidt vom Bauamt führte aus, dass die Stadt zusätzlich zur regulären Förderung für Kindertagesstätten mit weiteren Zuschüssen aus einem separaten Programm des Staates rechnen könne, wenn die Gelder bis August 2019 beantragt werden und wenn das Bauvorhaben spätestens im Jahr 2022 fertiggestellt wird.

Richard Siegert, im Bauamt fürs Gebäudemanagement zuständig, erklärte in der Stadtratssitzung, dass eine Erweiterung des Kindergartens – der steht auf einem Erbpachtgrundstücke der Kirche – in Richtung Osten möglich sei. Der Anteil der Gartenfläche sei auch dann noch ausreichend.

Im Erdgeschoss sollen zwei Gruppenräume entstehen. Hinzu kämen kleine Nebenzimmer. Im Obergeschoss des Anbaues sei Platz für die Mittagsbetreuung vorgesehen. Im bestehenden Gebäude befindet sich im ersten Stockwerk ein Mehrzweckraum, erklärte Siegert.

Zahlen zum Bedarf

Aktuell gebe es in Leuterschach „eine hohe Nachfrage“ bei Betreuungsplätzen, gab Wolfgang Wieder zu bedenken, der im Rathaus für die Kindertagesstätten zuständig ist. Diese werde sich aber abschwächen. Im aktuellen Kindergartenjahr hätten Eltern für 56 Buben und Mädchen einen Bedarf angemeldet. 2019/2020 sei von 51 Kindern auszugehen, ein Jahr später von 45 Kindern und 2021/2022 von 39 Kindern.

Freilich könnten sich – und darauf machte Wieder besonders aufmerksam – durch die Ausweisung eines dritten Abschnittes im Baugebiet und durch eine Nachverdichtung im Dorf die Zahl wieder erhöhen. Insofern sei eine Ausweitung auf 50 Betreuungsplätze für Buben und Mädchen im Kindergartenalter durchaus realistisch.

Zu bedenken ist bei diesem Thema, dass mehrere Eltern aus Leuterschach und Ronried ihre Kinder zurzeit auch in den Waldkindergarten am Ettwieser Weiher bringen beziehungsweise nach Geisenried oder in die Kernstadt. Im letzteren Fall hat das meist mit den längeren Betreuungszeiten, mit der Nähe zum Arbeitsplatz der Eltern oder mit dem Wunsch nach Krippenplätzen zu tun.

Auch nach einem Anbau in Leuterschach soll beim Waldkindergarten keine Reduzierung vorgenommen werden. So beantwortete Wolfgang Wieder vom Hauptamt eine Anfrage von Stadtrat Peter Grotz (Freie Wähler).

Ein Zeichen setzen

Werner Moll (Stadtteile aktiv) wertete den Beschluss zum Anbau als Zeichen für eine „gleiche Lebensqualität in den Stadtteilen“. Außerdem sei es richtig, unter dem Motto „kurze Beine – kurze Wege“ für Lösungen vor Ort zu sorgen.

Vroni Diepolder (CSU) fand den Bedarf in Leuterschach „einleuchtend“, sie verwies auf eine Unterschriftensammlung, die es dazu gab. Erich Nieberle erwähnte, dass auch die SPD den Bedarf klar erkenne, zumal mehr als ein Dutzend der Kinder aus Leuterschach momentan den Waldkindergarten besuche.

Georg Martin (Grüne) sah im Anbau eine Entlastung für die Einrichtungen in der Kernstadt. Martin ist in der Ortschaft Ronried zu Hause, die direkt an Leuterschach angrenzt und auch noch zur Stadt Marktoberdorf gehört.

Nach der Fertigstellung des Familienzentrums St. Magnus und der Sanierung des Peter-Dörfler-Kindergartens im Jahr 2018 ist der Anbau in Leuterschach nur eine der weiteren Maßnahmen, um der Nachfrage nach Betreuungsplätzen (mehr als 1000 sind es inzwischen in Markt­oberdorf) gerecht zu werden. Eine große Investition wird der Neubau des Kindergartens an der Saliterstraße, womit heuer begonnen wird.

jj

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