Kinderherzen schlagen höher

Eine traumhaft schöne Eröffnungsfeier mit weißen Tauben, ein nasses Lagerleben mit fröhlichen Gesprächen in heimeligen Ecken und zwei sonnige Tage für den Festzug haben das Tänzelfest 2009 zu einem spannenden Erlebnis für die Organisatoren und die Besucher werden lassen. Alle hatten ihren Spaß und so wurde das Wochenende zu einer riesigen Feier für groß und klein anlässlich des 550. Geburtstages von Kaiser Maximilian I., der vor 500 Jahren in Kaufbeuren weilte.

Bei dampfig, schwülem Wetter fand die Eröffnungsfeier des „Tänzelfestes 2009” ausnahmsweise an der Kaiser-Max-Straße statt, da Kaiser Maxmilian I. in diesem Jahr im Mittelpunkt des Festes steht. Rund 200 Akteure, davon mehr als drei Viertel Kinder und Jugendliche, strömten am Donnerstagabend vor das Rathaus, um die Vorbereitungen für die Ankunft des hohen Herrn zu treffen. Was sie zu diesem Zeitpunkt nicht wissen konnten, der Kaiser weilte bereits direkt vor den Stadttoren. So entstand natürlich eine lustige Szenerie für alle Beteiligten, die das zahlreiche Publikum gleich mehrfach zum Schmunzeln brachte, wenn beispielsweise der Kämmerer bereits mit der Stadtkasse auf der Flucht ist, um das Geld rechtzeitig vor dem Kaiser in Sicherheit zu bringen. Fröhlich, wenngleich auch in mehrerlei Hinsicht etwas nass, ging es beim 20. Lagerleben weiter. Lager mit Dach und kuscheligen Ecken waren die Favoriten beim diesjährigen Lagerleben, um sich vor den nassen Launen des Petrus in Sicherheit zu bringen. Wer sich in die Stadt wagte, meist gut ausgestattet mit Regenjacke und Schirm, wurde nicht enttäuscht, denn die Stimmung war ausgelassen und in den heimeligen Ecken der größtenteils hübsch dekorierten Lager ließ es sich gemütlich feiern. Zum „schönsten Lager 2009” wurde der „Buron Kerker” im Rathaus-Altbau gewählt. Die Schirmherrschaft übernahm in diesem Jahr der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, der jedoch nicht persönlich zum Fest anreiste. Zur Wahrung der Aufgaben des Schirmherrn entsandte Seehofer seinen Finanzminister Georg Fahrenschon nach Kaufbeuren, zu dessen Ehren am Sonntagvormittag im Rathaus ein Empfang durchgeführt wurde. Tänzelfest ist ein internationales Ereignis: Neben Gästen aus den Partnerstädten reisten Besucher aus Brasilien, Benin und Haiti an. Fahrenschon lobte den „Aufwand und die Verantwortung der ehrenamtlichen Helfer, sich für das traditionsreichste, äl- teste Kinderfest Bayerns” einzusetzen. Nach seiner Meinung zählt „Kaufbeuren zu den kinderfreundlichsten Städten Bayerns, wofür den Institutionen und den Vereinen hoher Respekt” gelte. Der Umzug am Sonntagnachmittag begann wie gewohnt mit einer Spielszene vor dem Rathaus, in deren Mittelpunkt Kaiser Maximilian I. steht, aber die Texte für die jungen Darsteller waren allesamt neu. Zeitgemäßer und flüssiger sind die neuen Dialoge, die aus der Feder von Jürgen Kraus stammen. Und dann ging er endlich los: Der große Festzug, der für die über 1600 mitwirkenden Kinder schon lange herbeigesehnt wurde und zu den Höhepunkten des Jahres zählt. Am Straßenrand winken meist die Eltern und Geschwister, die häufig selber vor Jahren schon teilgenommen haben und sich noch gerne daran erinnern, wie aufgeregt und stolz sie damals waren. Tänzelfest ist das Fest für die Kinder, aber eben auch für die „großen Kinder”. Die zahlreichen Gruppen in originalgetreuen Gewändern passend zur jeweiligen Epoche laufen durch die geschmückte Altstadt und erzählen so auf ihre Weise die Geschichte einer blühenden Stadt am Wertachstrand. Auf dem Festplatz an der Neugablonzer Straße geht es mit der Tänzelfest-Stimmung noch bis zum nächsten Montag weiter. In den Fahrgeschäften, an den Buden und natürlich auch im Festzelt bei Musik und Speisen können die Besucher in den kommenden Tagen noch die schöne Atmosphäre genießen.

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