Kinderoper „Aida und der magische Zaubertrank”

Happy End für die Oper

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Finale: Papageno (links) und Aida (rechts) mit „Minipiraten” und „Wilden Tieren” beim „Mitmachlied”, in das auch das Publikum einbezogen ist.

Kaufbeuren – „NEIN!”, schrien die Kinder im Stadtsaal begeistert, als Bürgermeister Gerhard Bucher mit erkennbarer Großvater-Routine fragte „Soll der Bürgermeister jetzt lange reden?”

Nein, die Kinder wollten lieber endlich die von Tanja Hamleh und Klaus-Dieter Köhler konzipierte Kinderoper „Aida und der magische Zaubertrank” sehen, ein Gastspiel der Tourneeoper Mannheim auf Einladung der Bürgerstiftung in Kooperation mit der Ludwig-Hahn Sing- und Musikschule und der Kulturwerkstatt Kaufbeuren. Bürgermeister Bucher war stellvertretend für OB Stefan Bosse gekommen, der aufgrund anderer Verpflichtungen nur indirekt anwesend sein konnte: die Veranstaltung wurde, wie Johann Marschall, der Vorsitzende der Bürgerstiftung hervorhob, hauptsächlich finanziert aus den Spenden zum 50. Geburtstag des Stadtoberhaupts, die anteilig auch der Bürgerstiftung zugute gekommen waren. 

Im Rahmen des Projekts „Kinderklassik” wird einmal pro Jahr in Zusammenarbeit mit den Grundschulen ein Stück ins Stadttheater – während dessen Renovierung in den Stadtsaal – gebracht, das den Kindern frühzeitig Freude an symphonischer oder Opernmusik vermitteln soll. In „Aida und der magische Zaubertrank” müssen Souffleuse Aida – „wisst Ihr, was eine Souffleuse ist?” – und Inspizient Papageno – „und was ist ein Inspizient?” – einen Zaubertrank brauen, um die Oper vor dem Verschwinden zu retten. 

Die Zutaten sind Requisiten aus bekannten Opern wie Bizets „Carmen”, Mozarts „Zauberflöte”, Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen” oder „Die Piraten von Penzance” von Gilbert und Sullivan. Damit die Magie wirkt, dürfen die Requisiten aber nicht einfach aus dem Fundus geholt werden, sondern sind den Opernfiguren abzujagen, in die sich Aida und Papageno mit Hilfe der „Zauberflötenmusikmaschine” abwechselnd verwandeln.

Atemlos und mucksmäuschenstill folgten die Kinder der spannenden, abenteuerlichen und nicht selten amüsanten Rahmenhandlung und bekamen dabei ganz selbstverständlich auch immer die entsprechenden Arien zu hören. 

Aida, verkörpert von der Sopranistin Nelly Palmer und Bariton Felix Weber als Angsthase Papageno hatten darüber hinaus kurz vor der Vorstellung ein paar „Mitmachkinder” gewonnen, ihnen das „Mitmachlied” beigebracht und sie mit Piratenkopftüchern und -shirts oder Fellmützen und „Wild”-Shirts ausgestattet. Sie durften aufs Stichwort als Minipiraten und wilde Tiere auf die Bühne kommen und sich als echte Statisten fühlen. 

Im Anschluss an die Vorstellung konnten Fragen gestellt werden: „Wie könnt ihr euch so schnell verkleiden?”, „Ist der Felix echt so ängstlich?”, „Welche Stimmenseid ihr?”, „Wie macht ihr die Musik?”, „Ist das schwer, alles auswendig zu lernen?” Die Kinder waren wirklich interessiert und alle Fragen wurden freundlich und geduldig beantwortet. 

Am Vormittag hatten rund 400 Kinder – im Rahmen des vom Schulamt unterstützten Projekts alle Schüler der zweiten Grundschulklassen – und ihre Lehrer die Aufführung besucht. In die öffentliche Nachmittagsvorstellung waren etwa 250 Zuschauer gekommen, davon rund 40 Prozent erwachsene Begleit- personen. Für 2016 denken Kulturwerkstatt und Bürgerstiftung über eine Inszenierung von Camille Saint-Saëns „Karneval der Tiere” nach.

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