„Game of Thrones“ lässt grüßen

Kinokracher des Jahres: „Avengers: Infinity War“

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Wer wird diesen Krieg überleben?

So langsam wird es eng auf dem Kinoplakat. Über 25 Superhelden tummeln sich inzwischen auf dem neuen „Avengers: Infinity War“ Motiv, der gewaltigste Blockbuster des aktuellen Frühjahrs. Da sieht ein „Dr. Strange“ hinten rechts aus wie ein Statist. Ab dem 26. April dürfen sich Marvel-Fans weltweit auf ein Gipfeltreffen der beliebtesten Comic-Figuren freuen, und das zu Recht, denn die Disney-Macher versprechen nicht nur einen brachialen Krieg gegen den Super-Bösewicht Thanos, sondern auch zahlreiche Überraschungen im Film.

Die Schwierigkeit bei so einem Projekt besteht allerdings darin, die imposanten Einzel-Charaktere im Kriegsgetümmel nicht untergehen zulassen. Zumindest die Gesamtlänge von 153 Minuten Länge macht da Hoffnung auf viel Fülle. 

Der Inhalt ist aber schnell zusammengefast: Wie bereits die Marvel-Filme zuvor andeuteten, Titan Thanos (überragend: Josh Brolin) ist immer noch auf der Jagd nach den Infinity Steinen und setzt nach erfolgreicher Beseitigung seiner Schergen nun selbst jeden Hebel in Bewegung. Neben den Avengers, die sich allerdings selbst uneins sind, poltern auch noch die „Guardians of the Galaxy“ dazu, die schon viele schlechte Erfahrungen mit dem Ober-Schurken teilen können. Ob diese geballte Helden-Power ausreicht?

Rezension

Bereits die ersten Filmsequenzen krachen wie der Höhepunkt eines Schlachtenfinales. Thanos trifft in den ersten fünf Minuten auf eine kleine Schar beliebter Marvel-Figuren. Bereits hier wird klar, es werden keine Kompromisse gemacht. Ob man es glauben will oder nicht, das Drehbuch fordert seine ersten Opfer. Und es werden nicht die letzten sein. Wer „Game of Thrones“ kennt, weiß, dass eine Vielzahl an Helden der Geschichte auch viele Möglichkeiten bietet, sich seiner zu entledigen. Auf schockierte Fans wird keine Rücksicht genommen, im Gegenteil – beliebte Figuren sterben zu lassen ist im Trend. 

Ganz so düster kommt der neue Marvel-Film aber nicht daher, so soll der Spagat zwischen Komödie und Drama gelingen, kein leichtes Unterfangen, nachdem sich die Einzelabenteuer in ganz verschiedene Genres entwickelt haben. Das Drehbuch findet die richtige Mischung aus wirklich lustigen Szenen, die nicht durch Klamauk (siehe „Thor 3“), sondern durch trockenen Wort-Witz punkten. Der Spaß-Faktor erhöht sich durch das Aufeinanderprallen echter Egos, die erstmal gar nicht miteinander können. Das funktioniert auch in ernsten und dramatischen Momenten, von denen es reichlich gibt. 

Irgendwie bekommt trotz der Erzähldichte jeder Held seinen Moment, wird aber der Storyline knallhart untergeordnet. Dafür wird die große Gruppe an Charakteren in kleinere aufgeteilt, die Geschichte springt somit ständig von einem Schauplatz zum nächsten. Kann verwirren, aber ein Marvel-Fan packt das. Der Spannungsfaden wird bis zur letzten Sekunde des Films ausgereizt, mit echten Überraschungen gespickt und endet in einem krassen Finale. 

Marvel gelingt tatsächlich das Kunststück einer echten, theatralischen Kinoschlacht aus einem Guss und wenn beim Abspann einige Kinobesucher immer noch im Kinosessel kleben, dann bestimmt, weil sie unter Schock stehen. 

von Michael Denks

Zum Film:

Originaltitel: „Avengers: Infinity War“

Land: USA

FSK: 12

Regie: Anthony und Joe Russo

Darsteller: Robert Downey Jr., Josh Brolin, Chris Evans, Scarlett Johansson, Chris Hemsworth, Mark Ruffalo u.s.v.m.


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