Popcorn-Kino mit viel Mut für neue Wege

"Star Wars: Die letzten Jedi"

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Rey (Daisy Ridley) versucht ihre enormen Kräfte zu kontrollieren.

Auf keinen anderen Film haben sich Fans weltweit mehr gefreut: seit dem 14. Dezember läuft die neue Star Wars Episode VIII in den Kinos. Jeder kleinste Kommentar der Darsteller oder der Filmemacher wurde in den vergangenen Monaten auf die Goldwaage gelegt und analysiert.

Unzählige Story-Theorien über kleinste Filmschnipsel bis hin zu Verschwörungs-Ablenkungsmanövern überfluteten das Netz. Das Internet und die Medien haben sich über diesen Hype sicher gefreut. Inzwischen gibt es ja für den Trailer schon einen Trailer. Die wenigsten haben es wohl einfach gut sein lassen und gehen ganz unbedarft ins Kino.

Inhalt

„Star Wars: Die letzten Jedi“ setzt die Handlung aus „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ fast nahtlos fort. Die Rebellen unter General Leia Organa (Carrie Fisher) haben zwar einen Sieg errungen, aber die erste Ordnung unter dem Supreme Leader Snoke (Andy Serkis) und seinem Schüler Kylo Ren (Adam Driver) sind immer noch in der Übermacht und machen Jagd auf die Gesetzlosen. Selbstverständlich haben da der wiedererwachte Finn (John Boyega) und Poe Dameron (Oscar Isaac) einiges dagegen. Währenddessen trifft Rey (Daisy Ridley) auf den verschollenen Luke Skywalker (Mark Hamill) und versucht ihn zur Rückkehr zu überreden.

Rezension

Grundsätzlich kann man in zwei Kategorien unterscheiden: Star Wars-Fans der ursprünglichen Trilogie und die restlichen Science-Fiction-Fans. Die guten Nachrichten: Letztere erwartet ein Feuerwerk an atemberaubenden Effekten, Weltraumschlachten, exotischen Schauplätzen, witzigen Einlagen, kalkulierter Spannung und erstklassiger Action bis zum Schluss. Das bietet übrigens auch der Film „Starship Troopers“.

Sagt eigentlich alles. Das nennt man Popcorn-Unterhaltung. Für den Zuschauer ohne Bezug zum Kern von „Star Wars“ absolut ausreichend – aber für den eingefleischten (beinahe religiösen) Fan braucht es viel mehr. Um das zu begründen braucht es einen Blick auf die Klassiker, und was den Kult hat entstehen lassen. Da war vor allem die emotionale Beziehung zu den Figuren. Jedes Kind wollte Han Solo oder Luke Skywalker sein – das hat sich auch bis heute nicht geändert. Die „Macht“ war geheimnisvoll, und nur Obi Wan Kenobi (richtig: Sir Alec Guinness) oder Joda hatten für ihre Erklärung die passenden Worte. Bei Fans wurde die Macht zum Kult und zu einer Ersatz-Religion. Emotionale Überraschungen in der Handlung gaben dem Weltraum-Abenteuer den letzten Schliff.

So einfach das klingt, so schwer ist es, diese Stimmung heute wieder herzustellen. Regisseur Rian Johnson hat es irgendwie versucht und sicher gut gemeint. Allerdings bietet „Die letzten Jedi“ neben dem Cast zu viele unausgegorene Figuren (dann wären Statisten besser gewesen), teilweise unlogische Handlungsstränge, innovative aber stilbrechende und kontroverse Ideen sowie erzwungene Überraschungen, die nicht ganz nachvollziehbar sind. All das mindert die starken Leistungen der Schauspieler. Weniger wäre mehr gewesen. Schluckt man das runter, gibt es aber noch Hoffnung für den Zuschauer: jede Szene mit Luke Skywalker ist Nostalgie pur. Hin und wieder blitzt dann der Geist der alten Trilogie auf. Ob das eine Eintrittskarte wert ist, ist wohl Fan-Sache.

von Michael Denks

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