Der Anti-Superheld kehrt zurück auf die Leinwand

Kinotipp: „Deadpool 2"

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Deadpool is back.

2016 brachte Ryan Reynolds mit „Deadpool" den unverschämtesten Superhelden mit dem Hang zur Gewalt und den Sprüchen unterhalb der Gürtellinie auf die Kinoleinwand. Nun kehrt der unverwundbare Held in dem knallengen Anzug zurück und vereint in sich den Kampf der Menschen gegen die Mutanten mit einem ebenso blutrünstigen Team.

Inhalt

Im ersten Teil erkrankte Wade Watts (Ryan Reynolds) an Krebs. Auf der Suche nach einem Heilmittel wurde er genetisch verändert und sein Gesicht massiv entstellt. Als Deadpool – bekleidet mit einem hautengen, schwarz-roten Anzug – machte er sich auf die Suche nach seinem „Schöpfer‘‘, um Rache zu üben. Wieder vereint mit seiner Freundin Vanessa (Morena Baccarin) träumt Wade von einem glücklichen Familienleben. Doch ihre Pläne werden zunichte gemacht und Deadpool befindet sich am Ende seiner Existenz. Colossus (Stefan Kapicic) findet Deadpool und bringt ihn ins X-Men-Refugium, wo er auf die mittlerweile erwachsen gewordene Negasonic Teenage Warhead (Brianna Hildebrand) trifft. Während sich Deadpool weigert, sich den X-Men anzuschließen, ist Superschurke Cable (Josh Brolin) auf der Suche nach dem wütenden Teenager-Mutanten Russell (Julian Dennison) alias Firefist. Um Cable von seinem Vorhaben abzubringen, macht sich Deadpool auf die Suche nach geeigneten Rekruten für seine Superhelden-Crew. Gemeinsam mit den X-Force um Domino (Zazie Beetz), Zeitgeist (Bill Skarsgård), Weasel (T.J. Miller) – und dem Normalo Peter (Rob Delaney), schreitet Deadpool ins Gefecht. Doch schon schnell muss er erkennen, dass er im Kampf gegen den Mutanten weitaus größere Gefechte auffahren muss.

Rezension

Bereits der erste „Deadpool‘‘- Teil ließ keinen Zweifel daran, dass dieser Held sich für keinen Fettnapf zu schade ist. Mit einem stetigen „Fuck‘‘ auf den Lippen sprach er die Zuschauer direkt an und metzelte alle nieder, die sich ihm in den Welt stellten. Mit „Deadpool 2‘‘ treiben David Leitch, der nach Tim Miller die Regie für die Fortsetzung übernommen hat, und die „Deadpool‘‘-Autoren Rhett Reese und Paul Wernick den Spaß noch einmal ordentlich auf die Spitze.

Die Gepflogenheiten des eigenwilligen Superhelden sind beim zweiten Teil bekannt. Kaum jemand im Kinosaal ist noch über die derbe Ausdrucksweise des Maskierten entsetzt, wobei die Sprüche erneut geschmacklos und stets unterhalb der Gürtellinie angesiedelt sind. Auch das Gemetzel, das mit Splattereffekten und herumfliegenden Körperteilen regelrecht zelebriert wird, ist durchaus gewollt. Die Zuschauer wissen, was sie zu erwarten haben und werden auch nicht enttäuscht. In knallharten Sequenzen fahren die Macher ein gigantisches Effektkino auf, bei dem alle Gegner gehörig ihr Fett wegbekommen. Dass Deadpool diesmal mit einer Crew agieren muss, ist ebenfalls gewollt, da Marvel bereits mit „X-Force‘‘ das nächste Abenteuer einer einschlägigen Superhelden-Alliance angekündigt hat. Neben den rasanten Momenten und den knallharten Kampfszenen bleibt der Humor keinesfalls auf der Strecke. Dies ist vor allem Ryan Reynolds zu verdanken, der sich bzw. seine Rolle in keinster Weise ernst nimmt und für jeden Spaß zu haben ist. Auch Josh Brolin, der erneut in die Rolle von Cable schlüpft, weiß seine Figur auszubauen und mit Kampfgeist – aber auch ungewohnter Gefühls­ebene – zu überzeugen. Neuling Zazie Beetz („Geostorm‘‘) kann sich mit einer sehr ungewöhnlichen Superheldenkraft im Universum etablieren und so den Boden für ihre weitere Marvel-Karriere ebenen.

Dank CGI-Animationen und sehr guter Effekte fällt der Film spannend und innovativ aus und kann – völlig ohne den Ausflug ins Weltall – gerade bei den schwülen Außentemperaturen bestens unterhalten.

von Sandy Kolbuch


Infos zum Film:

Originaltitel: Deadpool 2

Land: USA

FSK: 16

Regisseur: David Leitch

Darsteller: Ryan Reynolds, Josh Brolin, Morena Baccarin, Zazie Beets, Brianna Hildebrandt u.a.

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