Chadwick Boseman rockt als "James Brown" die Massen

Kinotipp: "Get On Up"

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Mit der Band The Famous Flames wird James Brown zur Legende. In „Get On Up“ gibt Chadwick Boseman den ambivalenten Superstar.

Jeder kennt seine Hits wie "Out of Sight" oder "Try me". Aber wer war der Mensch dahinter? Chadwick Boseman gibt im neuen Kinofilm "Get On Up" die Soullegende James Brown. Unsere Kinoexpertin Sandy Kolbuch hat ihn sich angeschaut.

Als ausdrucksstarker und hoch emotionaler Soul-Sänger begeisterte James Brown (1933 – 2006) das Publikum. Mit Balladen und temporeichen Songs wie „Try Me“, „Lost Someone“ „Out of Sight“ und „Night Train“ wurde er weltweit ein Superstar. Regisseur Tate Taylor zollt der Legende, die nach der Ermordung Martin Luther Kings im April 1968 als Friedensstifter im Boston Garden auftrat, seinen Tribut und skizziert die unglaubliche Lebensgeschichte des „Godfather of Soul“ auf der Kinoleinwand. 

Inhalt 

1933 wird James Brown in South Carolina geboren. Er wächst in armen Verhältnissen und unter der strengen Hand seines Vaters auf, bis er in die Obhut seiner Tante Honey (Octavia Spencer) gegeben wird. Inmitten des Bordell-Gewerbes der Tante entdeckt Brown erstmals sein musikalisches Talent. Sein Alltag ist von illegalen Aktivitäten geprägt, bis er mit sechzehn Jahren von der Polizei verhaftet und zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt wird. Während eines Auftritts im Gefängnis lernt Brown (Chadwick Boseman) Bobby Byrd (Nelsan Ellis), den Sänger der Gospel-Band Starlighters kennen, der ihm nachseiner frühzeitiger Entlassung Unterschlupf bietet. 

Brown wird Teil der Band, die sich bald The Famous Flames nennen und von dem Promoter Ben Bart (Dan Aykroyd) unterstützt wird. Die anfängliche Leidenschaft Browns für Gospel weicht schnell der Begeisterung für Jazz und Blues, die nachhaltig den Stil der Gruppe prägen. Mit seinem Talent hebt sich Brown allmählich von der Gruppe ab und wird zur Legende, die auch den Funk und Hip-Hop für sich entdeckt und späteren Generationen als Inspiration dient. 

Rezension 

Tate Taylor („The Help“) widmet James Brown ein Biopic, in dem er prägnante Lebensabschnitte des Musikers anschneidet. Dass Taylor eine unge- wöhnliche Herangehensweise für seinen Film gewählt hat, macht sich schon in der Ausgangsszene des Films bemerkbar: James Brown wird als Choleriker eingeführt, der sich bewaffnet gegen seine weißen Mitbürger wendet, um seine Rechte zu verteidigen. Erst später folgt eine mitunter chronologische Herangehensweise, die von dem gewalttätigen Vater und dem späteren Alltag im Bordell geprägt ist. 

Taylor porträtiert die Musiklegende jedoch nicht nur als talentierten und exzentrischen Musiker, sondern auch als ambitionierten Geschäftsmann. Diverse Zeit- und Ortswechsel wechseln durch das Leben des latent gewalttätigen Superstars, der zwischen hoffnungsvollen und enttäuschenden Situationen schwankt. Die Verfilmung bemüht sich, sowohl den beruflichen Werdegang, als auch das problematische Privatleben zu illustrieren. Streit mit den Ehefrauen und Auseinandersetzungen mit den Bandkollegen gehören zum Alltag. Die immer wiederkehrenden Zeitsprünge in die Vergangenheit stehen in vergleichsweise krassem Kontrast zu der euphorischen Atmosphäre der genialen Büh- nenauftritte. Fazit: Tate Taylor hat mit „Get On Up“ ein umfassendes Biopic geschaffen, das das Leben von James Brown schillernd illustriert. 

Die bekannte Soul-Legende wird als Musiker und Geschäftsmann porträtiert, der sich als Mitglied einer ärmlichen Minderheit zu einer umjubelten Legende empor gearbeitet hat. Chadwick Boseman gelingt es, den Zuschauer mit seiner Performance zu fesseln. von Sandy Kolbuch

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