Der Kinderbuchklassiker von Otfried Preußler als zauberhaftes Filmabenteuer

Kinotipp: „Die kleine Hexe“

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Die kleine Hexe (Karoline Herfurth) übt Zaubersprüche.

Vor 60 Jahren erschien Otfried Preußlers „Die kleine Hexe“, die über die Jahre hinweg Generationen von Kindern begeisterte. Nun schlüpft Karoline Herfurth in die Rolle der Hexe, um die zauberhafte Geschichte märchenhaft auf die Kinoleinwand zu bringen.

Inhalt

Die kleine Hexe (Karoline Herfurth) möchte so gerne in der Walpurgisnacht mit den anderen Hexen auf dem Blocksberg tanzen. Doch mit 127 Jahren ist sie dafür noch viel zu jung. Trotz der Befürchtungen ihres sprechenden Raben Abraxas (Stimme: Axel Prahl) fliegt sie in der Nacht zum Tanzplatz, um heimlich an dem wichtigsten aller Hexenfeste teilzunehmen. Es dauert jedoch nicht lange, bis sie entdeckt und der Oberhexe vorgeführt wird. Diese befiehlt der kleinen Hexe, dass sie zur Strafe innerhalb eines Jahres alle Zaubersprüche aus dem großen magischen Buch auswendig lernen muss, um zu zeigen, dass sie eine gute Hexe ist. Die böse Hexe Rumpumpel (Suzanne von Borsody) besucht die kleine Hexe immer wieder, um mit allen Mitteln zu verhindern, dass sie ihre Hexenprüfung ablegen kann. Während eines Jahres ­paukt die kleine Hexe nicht nur zusammen mit Abraxas die Zaubersprüche, sondern findet auch die wahre Bedeutung einer guten Hexe heraus.

Rezension

Karoline Herfurth („SMS für Dich“, „Fack Ju Göhte“) verzaubert mit künstlicher Hexennase und verspielt magischem Hexenoutfit die kleinen und großen Kinobesucher mit ihrem Schauspiel. Unter der Regie von Mikel Schaerer spielt sie die junge Hexe, die aus Preußlers Buch bekannt ist. Mit Charme, Witz und Freude verkörpert sie die Romanfigur mit all ihren Marotten und ungetrübten Lebensweisheiten. Die künstlich geschaffene Oase mitten im Wald dient als perfekte Kulisse für die fantastische Handlung, die verspielt und detailreich, wie in der Buchvorlage angedacht, zum Leben erweckt wird. Zu keiner Zeit wirkt das Schauspiel Herfurths überzogen, die Kulisse zu verspielt oder die Raben-Puppe zu künstlich. Ganz im Gegenteil. Der Look mag zwar verspielt sein, doch dient er der Geschichte genau im richtigen Maße. Kinder, aber auch Erwachsene, die mit dem zugrundeliegenden Buch aufgewachsen sind, werden sich an dem Film erfreuen können. Mit amüsanten Liedern, unterhaltsamen Zaubersprüchen und einigen absonderlichen Nebenbuhlern erlebt die Buch-Hexe auf der Kinoleinwand eine sehr gelungene Wiederbelebung. Mit Suzanne von Borsody als finstere Wetterhexe Rumpumpel ist genau die richtige Darstellerin gefunden, um auch die angedeutet böse Seite der Geschichte zu betrachten.

Drehbuchautor Matthias Pacht orientiert sich sehr genau an dem Kinderbuch von 1957, weiß der Geschichte aber dennoch neuen Wind einzuhauchen. Da die Geschichte in einer nicht genau definierten Zeit spielt, gewinnt der Film eine gewisse Zeitlosigkeit. Dies ist auch der eher altmodischen Herangehensweise bei der Umsetzung der magischen Ebene zu verdanken, die weitestgehend auf Spezialeffekte verzichtet und dafür auf Handarbeit setzt. Lediglich der Flug auf dem Besen verlangte den Dreh mit dem Green Screen, während andere Szenen gänzlich ohne technische Hilfsmittel auszukommen scheinen. Auch bei der Trennung von Gut und Böse setzen die Macher nicht auf die modernen Gepflogenheiten und stellen die Hexen als abgrundtiefe Monster der Unterwelt dar, sondern eher als verhutzelte Frauen mit warzigen Nasen. Statt mit wahrlich bösartigen Hexereien unterhalten sie eher mit ihren Streichen, sodass der Film zu keiner Zeit bedrohlich oder angsteinflößend ist und sich dadurch schon für kleinere Zuschauer eignet.

Zum Film:

Originaltitel: Die kleine Hexe Land: Deutschland

FSK: 0

Regisseur: Mike Schaerer

Sprecher: Axel Prahl

Darsteller: Karoline Herfurth, Suzanne von Borsody, Marina Guerrini, Eveline Hall u.a.

von Sandy Kolbuch

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