Opulentes Spielwelt-Abenteuer von Steven Spielberg

Kinotipp: „Ready Player One“

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Wade (Tye Sheridan) in seiner Spielhöhle.

Die Flucht in fremde, virtuelle Welten ist für viele Hobby, Leidenschaft oder gar Obsession. Für all jene Fans der phantastischen Welten ist Steven Spielbergs „Ready Player One" ein real gewordener Wunschtraum, der die Zuschauer für die Laufzeit des Films mitten in die virtuelle Welt hineinzieht.

Inhalt

Im Jahr 2045 hat sich die reale Welt sehr verändert. Soziale Kontakte finden ausschließlich über mediale Plattformen statt. Wer in dieser Welt existieren will, erschafft sich im virtuellen Universum einen Avatar, um mit diesem in den Spielwelten zu versinken. Auch der 18-jährige Wade Watts (Tye Sheridan) entflieht täglich dem grauen Alltag und taucht in das virtuelle Universum namens OASIS ein, in dem die Grenzen der Geografie, der Gesetze und auch der Identität aufgehoben sind.

Mit seinem Avatar Parzival nimmt er an einem dreiteiligen Wettbewerb teil und erhofft sich den ultimativen Gewinn: Die Übergabe der völligen Kontrolle des Universums durch den kürzliche verstorbenen OASIS- Entwickler James Halliday (Mark Rylance). Nachdem Wade die erste Aufgabe der realitätsverändernden Schatzsuche gelöst hat, geraten er und seine Freunde Art3mis (Olivia Cooke) und Aech (Lena Waithe) in ein fantastisches Universum voller Entdeckungen und Gefahren. Nur gemeinsam können sie OASIS und ihre Welt vor Nolan Sorrento (Ben Mendelsohn), dem skrupellose Boss des Megakonzerns IOI retten, der alles daran setzt, die OASIS zu übernehmen.

Rezension

Basierend auf Ernest Clines gleichnamigen Roman hat Steven Spielberg einen Film geschaffen, der dem weltweiten Phänomen des Werkes gerecht wird. Das bildgewaltige Meisterwerk der Animationskunst versetzt einen ins Staunen. Schier unendliche Welten offenbaren sich dem Kinopublikum. Avatare jenseits der eigenen Vorstellungskraft erwachen auf der Leinwand in beeindruckendem 3D zum Leben und verlieren sich in todesmutigen Kämpfen. Realwelt und virtuelle Sphären vereinen sich zu einem mehr als gelungenen Mix. Nach einer kurzen Phase der Desorientierung gelingt es einem, die Avatare und deren Spieler zu einer zusammenhängenden Persönlichkeit zu vereinen. Binnen eines Moments wird man von ihnen gefangengenommen und in Welten entführt, die die Spiele und die Nostalgie der 80er Jahre zelebrieren.

Im stetigen Wechsel zwischen der Realität und der virtuellen Welt, bleiben die Figuren etwas auf der Strecke. Nur wenige Informationen lassen sich über die Charaktere erhaschen, die im Spektakel des Looks immer wieder an den Rand gedrängt werden.

Im Zuge der rasanten Action und der opulenten Bilder sieht man aber gerne über die fehlende Ausstaffierung der Beziehungen zwischen den Figuren hinweg. Rasante Autorennen, brenzlige Verfolgungsjagden und die Gestaltung der futuristischen Zukunft drängen sich galant in den Fokus der Betrachtung und punkten dadurch auf weiter Fläche.

Nicht nur Fans von Videospielen werden mit diesem durchaus unerwarteten Abenteuer ihren Spaß haben, vorausgesetzt, dass CGI-Animationen dem Geschmack entsprechen. Selten gibt es Filme, die man auf der großen Leinwand in 3D selbst erleben muss, um sie zu verstehen und mitreden zu können. „Ready Player One“ gehört definitiv in diese Schublade, weil ihm Worte durchaus nicht gerecht werden können.

von Sandy Kolbuch


Infos zum Film:

Originaltitel: Ready Player One

Land: USA

FSK: 12

Regisseur: Steven Spielberg

Darsteller: Tye Sheridan, Olivia Cooke, Ben Mendelsohn, Lena Waithe, T.J. Miller, Simon Pegg u.a.

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