Thema auf Rieder Bürgerversammlung – Vor Ort: Mesnersuche und Bauland

Klärschlamm: Faulung funktioniert

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Bild aus dem Schützenhaus Rieder von der siebten und letzten Bürgerversammlung 2018 für Markt­oberdorf und die Stadtteile. Rechts Ortssprecher Martin Barth.

Marktoberdorf/Rieder – „Das Ding funktioniert.“ Diese Worte münzte Rathauschef Dr. Wolfgang Hell auf der letzten von sieben Bürgerversammlungen im Schützenhaus Rieder auf die Marktoberdorfer Klärschlammfaulung, wo seit Mai Material von Biessenhofen angenommen wird. Der Abend war geprägt von vielen Informationen und Anfragen – bis hin zur Mesnersuche und zum Bauland in dem 730 Einwohner zählenden Stadtteil.

Mit der Klärschlammfaulung können 40 Prozent des Strombedarfs in der Marktoberdorfer Kläranlage gedeckt werden, sagte Dr. Hell vor 50 Zuhörern im Schützenhaus. Dabei sei zu bedenken, dass es sich bei der Kläranlage um den größten Energieverbraucher aller städtischen Liegenschaften handelt – noch vor dem Hallenbad.

Mit der neuen Anlage im Marktoberdorfer Norden würden auch die Klärschlammtransporte auf der B 472 zum Entsorger nach Schongau/Altenstadt entfallen, gab der Bürgermeister zu bedenken. Die Stadtwerke gehen davon aus, dass sich die Investitionen (3,4 Millionen Euro) nach zehn Jahren amortisieren. Die Klärschlammfaulung wird am Montag, 14. Mai, bei einem Rundgang mit Betriebsleiter Siegfried Batzer den Markt­oberdorfer Stadträten und Biessenhofener Gemeinderäten vorgestellt.

Neben der neuen Verwertung sprach Bürgermeister Dr. Hell wie auf allen sieben Bürgerversammlungen in den vergangenen knapp vier Wochen mehrere vollendete Projekte an bzw. gab einen Ausblick auf bevorstehende Investitionen. Doch breiten Raum nahmen bei dem Abend im Schützenhaus Belange aus dem Ortsteil ein.

Mesner: Nachfolger für Endraß gesucht

Ortssprecher Martin Barth und Kirchenpfleger Josef Gebler erwähnten, dass Rieder nicht nur wie Marktoberdorf und Bertolds­hofen im Herbst einen neuen Seelsorger kriegen soll – Pfarrer Oliver Rid übernimmt von Wolfgang Schilling, der in den Ruhestand geht. Rieder brauche auch „einen oder bestenfalls sogar mehrere Mesner“. Denn Josef Endraß höre nach langer, zuverlässiger Tätigkeit im hohen Alter auf. Ein Nachfolger sei auch Voraussetzung, um eine regelmäßige Sonntagsmesse in der Ortschaft aufrechtzuerhalten.

Ortssprecher Barth (54) verwies auch auf den ­ausgeweiteten Mailverteiler für den Stadtteil. 100 Adressaten seien inzwischen aufgenommen; weitere Interessenten können sich gerne melden. Markus Schmid, Vorstand des Schützenvereins, richtete an die Stadt ein Dankeschön für die Unterstützung der Vereine.

Andreas Trinkwalder wünschte sich, dass am Kuhstallweiher ausgemäht wird. Bürgermeister Hell sprach von der „Verlandungsthematik“, die auf einen massiven Nährstoffeintrag zurückzuführen sei. In der Nähe stünde auch ein Maisfeld. Das Ausmähen sei freilich nicht mehr erlaubt.

Elisabeth Steinacher erkundigte sich nach dem neuen Familienzentrum St. Magnus (wird im September eröffnet) und danach, wie viele Kinder von Asylbewerbern die Tagesstätten besuchen. Es sind zurzeit hundert Buben und Mädchen von Asylbewerbern, die in Marktoberdorf in eine der Tagesstätte gehen, bekam sie zur Antwort.

Beim Bauland in Verhandlungen

Marcus Rothe sprach ein Thema an, das auf der Bürgerversammlung in Rieder wiederholt aufs Tablett gekommen ist: nämlich Bauland für Heimische. Die Antwort von Dr. Hell: Ähnlich wie in den Stadtteilen Geisenried (wo schon der Einstieg in die Bauleitplanung erfolgt) und in Sulzschneid (wo die Stadt nun Flächen erworben konnte) sei man in Rieder am Thema dran. Zurzeit würden Verhandlungen geführt. Er hoffe, dass dies zum Erfolg führe.

Freilich brauche man dafür ganz bestimmte Grundstücke, ergänzte Bürgermeister Hell mit Blick auf das Anbindegebot. Die Hoffnung sei, „dass Sie beim nächsten Mal da nimmer fragen müssen“, setzte der Bürgermeister in der Antwort an Marcus Rothe hinzu.

jj

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