Kaufland-Neubau an Augsburger Straße erregt Gemüter

„Klagemauer“ löst Diskussion im Kaufbeurer Bauausschuss aus

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Der Kaufland-Rohbau soll noch verkleidet und davor mit einem Grünstreifen versehen werden.

Kaufbeuren – Für erhitzte Gemüter bei Stadträten sorgte wieder einmal der Kaufland-Neubau an der Augsburger Straße. Beim momentanen Anblick, der sich den Kaufbeurer Bürgern bietet, werden die hohen Wände des Rohbaus mitunter schon wenig schmeichelhaft als „Klagemauer“ oder „Staumauer“ bezeichnet. Im Bauausschuss wurde die Diskussion um den Neubau durch Ottmar Maier (Freie Wähler) angestoßen, der wissen wollte, ob der Gestaltungsbeirat mit hochrangigen Architekten im Vorfeld nichts dazu gesagt habe.

Laut Oberbürgermeister Stefan Bosse war die Sachlage jedem, der damit befasst war, bekannt – die Stadträte mit eingenommen. Hans Häußer (KI) sprach sich für den Mut aus, zu den gemeinsam getroffenen Entscheidungen zu stehen und appellierte an seine Kollegen „bei der Bevölkerung zu verteidigen, was wir beschlossen haben“. Außerdem riet er dazu abzuwarten, bis der Bau fertig ist.

Die Fassade werde auch noch verkleidet und begrünt, bekräftigte Baureferent Helge Carl: „Wir blicken momentan auf einen Rohbau. Warten Sie ab und schauen Sie, wie es am Ende tatsächlich aussehen wird“. „Ihr Wort in Gottes Ohr“, hoffte Maier auf die Bewahrheitung von Carls zuversichtlicher Prog­nose. Auf das Gebäude vom Modepark Röther, das von Osten her eine ähnlich hohe Mauer habe, wies zudem Bürgermeister Gerhard Bucher (CSU) hin.

Dass das neue Kaufland-Gebäude direkt an der Augsburger Straße in Richtung Stadt und nicht mehr wie früher in Richtung Bahnlinie entsteht, ebne auch der künftig dort vorbeiführenden Osttangente den Weg, so Bosse. Beim Bau werden laut OB ordnungsgemäß alle Abstandsflächen eingehalten.

In diesem Sinne rief er dazu auf, sich nicht zu sehr mit der Ästhetik des Rohbaus aufzuhalten und sich erst nach der Fertigstellung ein Bild zu machen. Geschmack sei schließlich etwas „ganz Sensibles und höchst Persönliches“. Dass hier nur die Interessen des Investors im Vordergrund stehen, sei nicht wahr: „Wir geben uns wirklich Mühe, um auch die Meinung der Bürger zu berücksichtigen“, versicherte Bosse.

von Mahi Kola

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