Klappe, die Fünfte…!

Vier Tag lang Film, Film, Film… Festivalleiter Roman Harasymiw (re.) mit der Jury, seinen „helfenden Händen“ und Daniel Vogelmann (Mitte), der für sein Werk „Welk“ ausdrücklich lobend erwähnt wurde.

Kurz- und Kunstfilme sind nur was für Kritiker und Experten? Dieses Vorurteil hat die Kaufbeurer filmzeit auch heuer wieder erfolgreich wiederlegt. Zum nunmehr fünften Mal hatten Roman Harasymiw und sein Team professionelle und semiprofessionelle Filmschaffende dazu eingeladen, ihre besten Streifen einzusenden und dem Urteil der Fachjury sowie des Publikums zu unterwerfen. Hier herrschte, trotz der Vielzahl und Vielfalt der 37 ausgewählten Beiträge, Einigkeit: „Gekidnapped“ von Sarah Winkenstette überzeugte und räumte sowohl Jury- als auch Publikumspreis ab.

„Wir haben uns deutschlandweit und auch darüber hinaus beim Filmnachwuchs etabliert“, freuen sich die Organisatoren rund um Frontmann Roman Harasymiw. 144 Einsendungen waren heuer bei der Filmzeit eingegangen, von wenigen Minuten Länge bis hin zu ausgefeilten Drehbüchern in Spielfilmqualität, und aus praktisch allen gängigen Genres wie Animationsfilm, Dokumentar-, Experimental- oder Spielfilm und sogar ein Musikvideo. „Länger, größer und für alle“, das war in diesem Jahr der Anspruch für die fimzeit, und so war der Freitagnachmittag zum ersten Mal in der filmzeit-Geschichte für die jüngsten Zuschauer ab etwa sechs Jahren reserviert. Für die Jugendlichen wurde darüberhinaus ein Vortrag zum Thema „Berufe in der Filmbranche“ organisiert, zu dem auch die örtlichen Schulen geladen waren. Eher etwas für die Erwachsenen ist die filmzeit-Party am Samstagabend, zu der, so Mitorganisatorin Birgit Kern-Harasymiw, heuer „so viele Gäste gekommen sind wie noch nie“. Ein Geheimnis der filmzeit-Veranstalter bleibt auch diesmal, wie sie es schaffen, jedes Jahr aufs neue eine hochkarätige Jury mit Mitgliedern der – meist vielbeschäftigten und wählerischen – Film- und Literaturszene zusammenzustellen. Diesmal warfen die Filmkritikerin Susanne Hermanski (Süddeutsche Zeitung), Schauspieler Thomas Balou Martin, die Filmwissenschaftlerin und Kuratorin Prof. Dr. Cathy de Haan und Elena Diesbach, Theater- und Filmwissenschaftlerin, ihre Stimmen auf die Waage. Am meisten überzeugt hat die Jury der Film „Gekidnapped“: Darin lässt sich eine Elfjährige mit einem Klassenkameraden im Kunstraum einsperren, um von ihm geküsst zu werden. „Der Film hat uns alle in den Zauber und Bann der Liebe gezogen“, so Hermanski. Auch das Publikum wählte „Gekidnapped“ zum besten Beitrag. In der Rubrik „Kunstfilm“ gewann dagegen „Ein Liebestraum“, in dem eine bildhafte Dokumentation über Gewichtheber mit der Musik von Franz Liszt zu etwas ganz neuem verschmilzt. Eine lobende Erwähnung erhielt ausdrücklich der Kurzfilm „Welk“ von Daniel Vogelmann. Für alle, die die Filmzeit 2012 verpasst haben, gibt es die Möglichkeit, manche der Filme auf Internetportalen wie youtube zu finden. Ansonsten bleibt nur: Auf zur sechsten Filmzeit im kommenden Jahr. Denn, so Susanne Hermanski: „Die filmzeit ist unter den Festivals in Deutschland ein absolut einzigartiges Konzept; eine solch hochwertige Zusammenstellung ohne thematische Einschränkungen sollte kein Filmfan verpassen!“

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