Musikalischer Leckerbissen

Kraft der Musik verbindet Völker

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Musikgenuss pur mit dem Klarinettenquintett von Paul Ben-Haim : Marco Fiorini (Geige), Biancamaria Rapaccini (Geige), Klaus Hampl (Klarinette), Carmelo Giallombardo (Bratsche) und Alessandra Montani (Cello).

Berlin/Kaufbeuren – Es war ein musikalischer Leckerbissen ganz besonderer Art, den die anwesenden Gäste in der Bayerischen Vertretung kürzlich genießen konnten.

Zum Abschluss einer Studioproduktion beim Deutschlandradio präsentierten Klarinettist Klaus Hampl und das Quartetto di Roma das Klarinettenquintett des israelischen Komponisten Paul Ben-Haim im Rahmen eines Konzertes. „Musik hat Völker verbindende Kräfte“, so der Bayerische Staatssekretär Franz Josef Pschierer in seiner Begrüßung vor hochrangigen Vertretern. 

Das Konzert stand unter der Schirmherrschaft des israelischen Botschafters, S. E. Yakov Hadas-Handelsman. Es bildete den krönenden Abschluss einer CD-Einspielung in den Studios von Deutschlandradio Kultur. Die Projekt-Idee hatte der Kaufbeurer Klarinettist und Kulturpreisträger ins Leben gerufen, nachdem er auf den in Vergessenheit geratenen bedeutenden Komponisten Paul Ben-Haim gestoßen war. 

Dieser war 1897 in München als Sohn einer angesehenen jüdischen Familie geboren worden und später unter anderem an der Bayerischen Staatsoper und als Kapellmeister in Augsburg tätig. Eines der vielen Werke hatte die besondere Aufmerksamkeit von Hampl auf sich gezogen: das Klarinettenquintett. Zusammen mit dem seit vielen Jahren befreundeten „Quartetto di Roma“ setzte der Klarinettist seine Idee, vergessene Kompositionen wieder bekannt zu machen, mit breiter Unterstützung um (wir berichteten). 

Passender Zeitpunkt 

Dabei konnte der Zeitpunkt nicht passender sein: Vor 50 Jahren wurden wieder die diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland aufgenommen. Dies betonte auch Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer in seiner Begrüßung. „Aus den diplomatischen Beziehungen entstand eine Partnerschaft, die sich zur Freundschaft entwickelte“, so Pschierer, „Bayern und Israel verbindet mehr als die Farben weiß und blau.“ Die Freundschaft werde auf vielen Feldern gelebt und aus guten Gründen gehöre das Existenzrecht Israels zur Staatsräson. 

Ran Yaakoby, israelischer Gesandter-Botschaftsrat und Leiter der Kulturabteilung blickte als Vertreter des Schirmherrn ebenfalls auf die gemeinsame Geschichte der beiden Staaten und das Leben von Paul Ben-Haim zurück. „Mit diesem Konzert schließt sich der Kreis zu Ben-Haim“, schloss der Botschaftsrat, „und mein besonderer Dank geht an Klaus Hampl, der die vergessene Musik mit diesem Projekt der Öffentlichkeit wider das Vergessen zugänglich gemacht hat.“ 

Im Gespräch mit Moderator Antonio Pellegrino vom Bayerischen Rundfunk ging Stefan Lang, Produzent beim Deutschlandradio Kultur auf das Leben und Wirken von Ben-Haim ein. Er bezeichnete den Künstler als „hochbegabt mit traditioneller humanistischer Prägung“. „Es gibt viele Sachen, die es verdient haben aus der Versenkung geholt zu werden: Paul Ben-Haim gehört dazu“, so der Produzent und kündigte ein Erscheinen der CD zusammen mit Einspielungen des Komponisten Samuel Coleridge-Taylor zum Jahresende an. 

Echter Hörgenuss 

In den drei Sätzen des Klarinettenquintetts spiegelte sich das Können aller Musiker wieder. Dabei gelang es Hampl mit seiner Klarinette mal sanft und nahezu einschmeichelnd, an anderer Stelle spielerisch und fast kokettierend im Wettstreit der Violinen oder auch fordernd und treibend, jedoch ohne dominant zu wirken, mit seinen Partnern den rund 250 Gästen einen Hörgenuss besonderer Art zu bereiten. 

Neben dem italienischen Kulturattaché Prof. Aldo Venturelli und dem Botschafter von Georgien, S. E. Prof. Lado Chanturia, waren unter anderem auch der Bevollmächtigte des Freistaates Bayern beim Bund, Anton Hofmann, sowie zahlreiche Freunde und Unterstützer aus der Kaufbeurer Region zugegen.

von Wolfgang Becker

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