Klarstellung im Stadtrat zu Querungshilfe

Kante steigt an, damit Blinde und Sehbehinderte einen Anhalt haben

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Vorsicht, Kante! An der Querungshilfe ist an der Seite der Bereich für Blinde und Sehbehinderte ausgebildet; für Fußgänger ist der flache Bereich (rechts) gedacht.

Marktoberdorf – Stadtrat Wolfgang Glas (SPD) hat von seiner Praxis für Physiotherapie am Marktplatz einen guten Blick auf die neue Querungshilfe mit Zebrastreifen an der Meichelbeckstraße. So mancher Fußgänger sei dort bereits schon an der Kante ins Stolpern geraten. Die Gefahr zu stürzen, sei durchaus gegeben, brachte er die unterschiedlichen Höhen an der Querungshilfe neulich im Stadtrat zur Sprache.

Bauamtsleiter Ralf Baur antwortete, dass die Kante für Menschen ausgebildet sei, die auf einen Behindertenstock angewiesen sind und Hindernisse spüren müssten. Deswegen steige das Niveau zur Seite hin an.

Die Behindertenbeauftragte der Stadt und des Landkreises, Waltraud Joa, hat zu dem Bauvorhaben eine Stellungnahme abgegeben und steigt auf Nachfrage unserer Kreisbote-Redaktion tiefer in das Thema ein. Die Kante entwickle sich von null im flachen Bereich bis auf sechs Zentimeter am Rand der Querungshilfe (siehe auch Foto). Das gelte für beide Seiten des Fahrbahnteilers. Dazwischen befindet sich ein Bereich mit Noppen.

Joa gibt zu bedenken, dass so eine Querungshilfe von vielen Menschen genutzt wird. Für Fußgänger, Radfahrer, Mütter mit Kinderwagen und für Menschen im Rollstuhl oder im Rollator sei der flache Bereich geeignet, der mit der Straße höhengleich ist.

Für Blinde und für Sehbehinderte sei am selben Übergang die Kante notwendig, die sie mit dem speziellen Stock wahrnehmen können. Der Fachbegriff dafür ist die „differenzierte Querungsstelle“; oft spricht man auch von der doppelten Querung.

Dass so eine Kante eine Stolper-Gefahr birgt, räumt die Behindertenbeauftragte durchaus ein. Das sei nicht ganz auszuschließen. Doch sei so eine Querungshilfe, wie es sie im Stadtgebiet von Marktoberdorf mittlerweile ungefähr zwei Dutzend Mal gibt, immer ein Kompromiss. Für blinde und sehbehinderte Menschen sei die ansteigende Kante eine Hilfe. „Und die anderen müssen ihre Augen aufmachen“, fügt Waltraud Joa hinzu.

Eine Besonderheit an der Querungshilfe mitten in der Kreisstadt Marktoberdorf ist, dass zusätzlich ein Zebrastreifen markiert ist. Wie berichtet, wurde sie heuer im Zuge der Baumaßnahmen an der Meichelbeckstraße im Frühjahr vom bisherigen Standort an der Frauenkapelle weiter nach Süden in Höhe des Cafés „Lausfehl“ und des Parkplatzes verlegt. Der Grund dafür war, dass dort der Gehsteig auf beiden Seiten mehr Breite hat.

jj

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