"Kleines, aber feines Projekt"

Als der Vogellehrpfad bei Friesenried entstanden ist, war Bürgermeister Wolfgang Gerum eher skeptisch. „Doch dann kamen die Schulklassen.“ Jetzt wird der Lehrpfad nicht nur erweitert, sondern erhält auch eine Vogelbeobachtungsstation im Königsberger Forst. Die Förderzusage gab es vergangene Woche vom Amt für Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kempten.

Ab sofort wird in Friesenried kräftig gewerkelt. Denn die Erweiterung des Vogellehrpfades entsteht in enger Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde, dem Landesbund für Vogelschutz (LBV), der Volksschule Friesenried und der örtlichen Wirtschaft. So absolvieren derzeit auch vier Schüler der 8. Klasse bei der Schreinerei Mayensohn ein außerschulisches Praktikum. In dieser Zeit werden sie keine Zeit zum Kaffee kochen haben, sondern Vogelschaukästen bauen, die am Pavillon befestigt werden. Mit den Schaukästen wird es den Besuchern des Lehrpfades möglich sein, Einblicke in das Brutgeschehen im Nistkasten zu erhalten, ohne die Vögel zu stören. Das Projekt, das rund 34000 Euro kosten soll, erhält eine Fördersumme über 12600 Euro aus dem Leader-Programm der Europäischen Union. Diese freudige Nachricht überbrachten vergangene Woche der Leiter des AELF Kempten, Dr. Alois Kling, und der Allgäuer Leader-Manager Ethelbert Babl. Über 700 ehrenamtliche Helferstunden sind für den Bau des Pavillons und die damit verbundene Erweiterung des Lehrpfades eingeplant. Bei dem „kleinen, aber feinen Projekt“, so Dr. Kling, sei es besonders wichtig, „dass auf dem Pfad auch was passiert“, führt Babl aus. Prompt gab Monika Schirutschke vom LBV das Versprechen, dass „wir ganz viele Führungen anbieten werden“. „Wie artenreich unsere Vogelwelt eigentlich ist“, soll laut der Diplom Biologin ein Punkt sein, den sie nicht nur Schülern beweisen möchte. Sie freut es besonders, dass der Schwerpunkt des Lehrpfades auf die Bildung gelegt wird. Der Lehrpfad, der bis jetzt über 20 Stationen verfügt, soll auf 25 aufgestockt werden. Und Robert Mecklinger vom LBV gehen die Ideen nicht aus. Seit Anfang an engagiert er sich nicht nur ehrenamtlich mit Führungen, sondern bastelt und baut zu Hause - im Entstehungsprozess sind derzeit große Stein- eier, die als Sitzgelegenheit am Pavillon dienen sollen. Ein Projekt, das begeistert in das „relativ wenig Geld und viel Herzblut“ hineingesteckt wird, unterstreicht auch Geschäftsführerin der Leader-Aktionsgruppe Ostallgäu Michaela Waldmann. Die vier Schüler Simon Schmid, Matthias Herkommer, Stefan Fichtl und Konstantin Kolb freuen sich schon auf die Arbeit und auch Schulleiter Franz Schweiger ist davon überzeugt, dass die Beteiligung der Schüler an dem Projekt „ein großer Gewinn“ ist. „Da können Schüler wirklich mal praktisch tätig werden.“ Für Schreiner Peter Mayensohn stand sofort fest, dass er bei dem Projekt helfen möchte: „Ich habe viel für die Natur übrig.“ Rund eine Stunde reine Gehzeit braucht der Besucher für den Lehrpfad. Bei einer Führung, bei der Mecklinger eine CD mit Vogelstimmen abspielt, kann es schon zweieinhalb Stunden dauern. Im späten Frühjahr wird die Erweiterung des Pfades eröffnet. Wer mehr Infos sucht oder an einer Führung teilnehmen will, kann sich einfach bei der LBV-Bezirksgeschäftsstelle Schwaben, Tel. 08331/901182, melden.

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