Delegation der Partnerstadt holt Festzubehör

Bier, Fahnen und Wimpel aus Kaufbeuren für „kleines Tänzelfest“ in Ferrara

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Austausch von Gastgeschenken: OB Stefan Bosse (v. li.), Bürgermeister Oliver Schill mit einer Tüte voller Tänzelfest-Buttons, Ernst Holy (SPV), Bürgermeisterin Dr. Erika Rössler und Cinzia Occhi, die Sprecherin der Ferrara-Delegation.

Kaufbeuren – Am vergangenen Samstag begrüßten Kaufbeurens drei Bürgermeister, OB Stefan Bosse, Bürgermeister Oliver Schill und Bürgermeisterin Dr. Erika Rössler, sowie „Außenminister“ Ernst Holy, der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins (SPV), nebst weiteren SPV-Vertretern eine Delegation der Kaufbeurer Partnerstadt Ferrara vor dem Rathaus. Ferrara wollte sich mit der Absage des diesjährigen Tänzelfestes nicht abfinden.

Daher soll jetzt dort im Stadtteil San Giorgio vom 10. bis 12. Juli ein „kleines Tänzelfest“ gefeiert werden – unter strengen Corona-Auflagen: Maximal 100 Personen gleichzeitig, im Freien an Vierertischen sitzend. Wird ein Tisch frei, wird er vor der Neuvergabe desinfiziert. Es gibt keinen Festzug, aber bayerische Schmankerl wie Haxen, Hendl, Fleischpflanzerl und Bier. Dazu hatte man Kaufbeurer Bier sowie Fahnen und Wimpel bestellt, und eine neunköpfige Delegation holte das Festzubehör jetzt in Kaufbeuren ab.

Der Partnerstädte-Vertrag mit Kaufbeuren wurde im September 1991 in der italienischen Stadt Ferrara unterzeichnet. Seitdem ist die farbenprächtige, virtuose Fahnenschwingergruppe „Contrada di Borgo San Giorgio“ mit ihrer siebenköpfigen Hydra als Logo ein unverzichtbarer Bestandteil des Tänzelfestzuges und des Lagerlebens. Die Farben der Contrada-Wämser sind wie die Kaufbeurer Stadtfarben ebenfalls Rot und Gelb, und die Contrada kommt regelmäßig mit einer großen Anzahl Fans zum Tänzelfest.

Da das nun dieses Jahr nicht stattfindet, hatte man in Ferrara die Idee unter dem Namen „Tänzel-FE“ (FE = Kfz-Kennzeichen von Ferrara) wenigstens ein ganz kleines bisschen vom beliebten Tänzelfest-Feeling nach Ferrara zu holen. Das Tänzel-FE ist gedacht als „Hommage an das Tänzelfest und an Kaufbeuren“, als Symbol für das allmähliche Wiederanlaufen von „normaler“ Lebensfreude und für den Abschluss der ganzen negativen Erlebnisse der letzten Zeit mit etwas Positivem, wie Cinzia Occhi als Delegations-Sprecherin erläuterte.

Bei ausreichend Abstand mal kurz die Contrada-Maske zum Sprechen gelüftet: Bürgermeister Oliver Schill überreicht im Namen des Tänzelfestvereins 100 Buttons „Tänzelfest-Freunde 2020“ an die Ferrara-Delegation.

Für den zweitägigen Besuch der Freunde aus Ferrara hatten Laszlo Kasztner, der SPV-Geschäftsführer, und seine Stellvertreterin Birgit Müller ein ansprechendes Programm organisiert. Darunter war der offizielle Empfang vor dem Rathaus mit einem Austausch von Gastgeschenken sowie der Überreichung einer Tänzelfest-Tüte mit 100 Tänzelfest-Buttons, die es eigentlich erst ab 1. Juli gibt (wir berichteten). Am Nachmittag wurden beim Tänzelfestverein eine große Kaufbeurer Fahne, ein paar Kaufbeurer Wappenschilde sowie weißblaue bayerische Wimpel für die Dekoration des Festgartens abgeholt und ausführlich der wohlsortierte Kostümfundus besichtigt. Danach erhielten sie beim Biersalon von Willy Gailer die bestellten 300 Liter Aktienbier nebst Zapfzeug. Dort erfolgte anschließend auch eine Bierverkostung. Drei der zehn 30-Liter-Fäßchen haben übrigens die drei Kaufbeurer Bürgermeister gestiftet. Birgit Müller fungierte als unermüdliche Dolmetscherin für die nur Italienisch sprechende Delegation, zu der nachmittags auch der seit knapp einem Jahr amtierende neue Contrada-Präsident Luca Sivieri gestoßen war.

Die Delegation gab sich kaum weniger farbenprächtig als ihre Fahnenschwinger-Gruppe. Sie trugen ihre bunten Contrada-Halstücher, an die bei den meisten eine Sammlung von Tänzelfest-Abzeichen geknüpft ist. Aber vor allem fielen ihre leuchtend roten Mundschutzmasken mit dem goldenen Hydra-Emblem ins Auge. Ursprünglich waren diese nur für die Kinder des Fahnenschwing­ervereins angefertigt worden. Aber die Kindermasken fanden so viel Anklang, dass es sie inzwischen auch für die Erwachsenen gibt. Und natürlich dürfen jetzt die Kaufbeurer Stadtrepräsentanten ebenfalls einen rot-goldenen Contrada-Mundschutz tragen.

Einig war man sich bei allen Programmpunkten: Auch noch so viele Corona-Einschränkungen können der Freundschaft zwischen den Partnerstädten keinen Abbruch tun. Die Contrada di Borgo San Giorgio freut sich schon jetzt darauf, nächstes Jahr wieder an einem richtigen Tänzelfest in Kaufbeuren teilnehmen zu können.

von Ingrid Zasche

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