Klimafreundliche Energiegewinnung

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ELKE SONJA SIMM Kaufbeuren – Mit Blick auf die Umwelt und dem Wunsch, Kosten zu senken, wollte das Bezirkskrankenhaus eine neue Energiegewinnung aufbauen. Vor zwei Jahren gewann Erdgas Schwaben die Ausschreibung für die Errichtung eines Biomasse-Heizkraftwerkes. Mit einem Festakt wurde das fünf Millionen Euro teure Projekt jetzt eingeweiht. „Vor zwei Jahren hatten wir hier noch die beste Rasenheizung in ganz Bayerisch-Schwaben”, blickt Thomas Düll, Vorstandsvorsitzender der Bezirks- kliniken Schwaben, zurück. Damals erfolgte die Versorgung des kompletten Bezirkskrankenhauses noch von einer Zentrale aus mittels eines überlangen Leitungsnetzes. Etwa 1,4 Millionen Liter Heizöl wurden dafür jährlich verbraucht. So fiel die Entscheidung „aus wirtschaftlichen Interessen auf andere Energieträger umzustellen”, erörtert Düll. Die europaweite Ausschreibung vor gut zwei Jahren gewann die Erdgas Schwaben GmbH. Das Augsburger Unternehmen errichtete unmittelbar neben dem Bezirkskrankenhaus ein schmuckes Biomasse-Heizkraftwerk, das von den Kaufbeurer b2-Architekten geplant wurde. An den Gesamtkosten von fünf Millionen Euro haben sich die Bezirkskliniken mit einem Investitionskostenzuschuss von 1,8 Millionen Euro beteiligt, erklärt Thomas Düll: „Dieses Geld haben wir aus Eigenmitteln des Unternehmens beigesteuert.” Franz Pschierer, bayerischer Finanzstaatssekretär, lobt diese Vorgehensweise ausdrücklich: „Als Staat können wir das alleine nicht leisten. Wir brauchen leistungsfähige Privatinvestoren und Abnehmer”. Von einem „zukunftsweisenden Zeichen” spricht Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, denn so könne „kostengünstig und sicher Energie produziert und zugleich ein Beitrag für die Umwelt geleistet werden”. Die CO2-Einsparung liege bei etwa 6000 Tonnen pro Jahr fügt Markus Kittl an. Das neue Biomasse-Heizkraftwerk liefert etwa 5,5 Millionen Kilowattstunden Strom jährlich, wofür rund 5000 Tonnen Waldhackschnitzel aus der Region pro Jahr benötigt werden, erläutert der Technische Geschäftsführer der Erdgas Schwaben GmbH. Die offizielle Inbetriebnahme erfolgte schon vor einem Jahr; der Festakt mit der kirchlichen Segnung durch Monsignore Thomas Blab wurde erst jetzt vollzogen. Daher liegen bereits zahlreiche Vergleichswerte vor. Im ersten Jahr konnte das Bezirkskrankenhaus seinen Energieverbrauch um 25 Prozent senken und die Aufwandskosten für die Energiegewinnung verringerten sich um 360000 Euro, freut sich Thomas Düll, Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben. Bislang werden nur die Einrichtungen des Bezirkskrankenhauses mit Energie aus dem neuen Biomasse-Heizkraftwerk versorgt. Eine Erweiterung sei jedoch problemlos möglich. Daher denkt auch die Stadt Kaufbeuren bereits darüber nach, inwieweit eine Nutzungsausweitung Sinn macht, verrät Bürgermeister Gerhard Bucher.

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