„Wir gehen da zusammen durch“

Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren wappnen sich weiter für Covid-19-Patienten

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Wohlüberlegtes Handeln und viel Kommunikation sei das Gebot der Stunde an den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren.

Ostallgäu/Kaufbeuren – Der kommunale Klinikverbund mit seinen drei Einrichtungen in Kaufbeuren, Füssen und Buchloe arbeitet mit Hochdruck an der Umsetzung aller notwendigen Corona-Maßnahmen. Ein täglicher Krisenstab plant und koordiniert täglich mehrmals die nächsten Schritte, so Kliniken-Vorstand Andreas Fischer. Momentan herrsche angespannte Ruhe, die die Verantwortlichen für Vorbereitungen nutzen.

„Im Moment tun wir weiter alles dafür, um unsere Kapazitäten hochzufahren,“ sagt Vorstand Andreas Fischer. Derzeit (Stand Mittwoch) behandle man noch eine relativ überschaubare Anzahl von Patienten mit Covid-19 in den Kliniken, doch man rechne mit einem Anstieg. Die Entwicklung sei doch sehr dynamisch. Jeden Tag tritt der zentrale Krisenstab aus Vorstand, Ärzte und Pflege zusammen, um die aktuelle Lage abzugleichen und das Vorgehen abzustimmen – ergänzt um individuelle Checks mit den Chefärzten der einzelnen Häuser. „Alle medizinischen Eingriffe bis Mitte Mai, die nicht akut notwendig sind, wurden abgesagt. Zusätzlich haben wir die Aufstockung der Intensiv-Versorgung vorbereitet,“ so Fischer.

„Wir mobilisieren derzeit in alle Richtungen medizinisches Personal, um handlungsfähig zu sein, wenn die Dynamik zulegt“, sagt der Vorstand. „Viele Kolleginnen und Kollegen in Elternzeit oder im Ruhestand stehen zusätzlich auf Abruf, das ist gut zu wissen.“ Zum Schutz des aktuell regulär arbeitenden Personals und mehr Handlungsspielraum im Notfall setze man auf ein Wechselmodell: „Die Pflege wurde in feste Teams eingeteilt, die sich wöchentlich abwechseln. Im ärztlichen Bereich gibt es ebenfalls maßgeschneiderte Lösungen. Dazu kommt eine strikte räumliche und personelle Trennung in der Versorgung positiv getesteter Patienten von Verdachtsfällen und anderen Patienten. Allein in Kaufbeuren haben wir drei separate Isolierstationen für Verdachtsfälle und positiv getestete Patienten eingerichtet, die getrennt von der Versorgung der weiteren Patienten betrieben werden. In Buchloe und in Füssen wurden ebenfalls Isolierstationen eingerichtet.“

Wohlüberlegtes Handeln und viel Kommunikation sei das Gebot der Stunde. Neben der medizinisch-pflegerischen Versorgung am Patienten stehen Fragen wie diese auf der täglichen Agenda: Welche aktuellen Informationen braucht das Personal und wie werden diese aufbereitet? Welche behördlichen Bestimmungen müssen einhalten werden? Wie werden Zugangsbeschränkungen umgesetzt? Was bedeutet die Situation für die Hygieneabteilung und das Reinigungspersonal?

„Immer wieder erreichen uns Unterstützungsangebote aus der Bevölkerung, für die wir sehr dankbar sind,“ berichtet Fischer und kündigt an: „Vor allem zusätzliches medizinisches Personal könnte hier in naher Zukunft wichtig für uns sein. Wir arbeiten gerade an einem Prozess, diese Hilfsangebote sinnvoll zu erfassen und zu strukturieren. Dazu werden wir uns bald wieder an die Öffentlichkeit wenden.“

Der Vorstand fasst zusammen: „Ich erlebe die Stimmung in den Kliniken als professionell und gefasst: Alle helfen zusammen und bereiten sich möglichst gut auf die kommende Entwicklung vor. Mein herzlicher Dank geht an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die täglich da sind und sich gegen die Krise stemmen. Und er geht an alle Allgäuerinnen und Allgäuer, die sich vorbildlich an die geltenden Regeln halten, die den Virus eindämmen sollen. Jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass wir unsere Arbeit hier in den Kliniken so gut wie möglich machen können. Die Lage ist ernst, aber wir gehen da zusammen durch.“

kb

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