Immer am Ball bleiben

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Sandra Gurmann von der Kompetenzagentur Allgäu hat, bei entsprechender Mitarbeit durch die Jugendlichen, noch für jedes Problem eine Lösung gefunden. Sie bietet im Jugendtreff „Die Woag“ immer mittwochs Gesprächsmöglichkeiten für besonders benachteiligte Jugendliche von 15 bis 25 Jahren an.

Dabei konnte sie viele Erfolge aufzeigen. Wenn es beispielsweise beim Übergang von der Schule zum Beruf elementare Schwierigkeiten gibt oder der Ausbildungsabbruch droht, bietet die Kompetenzagentur Allgäu passgenaue Lösungen für eine dauerhafte Integration der Jugendlichen, so Tatjana Tichy. 

Das beginne bei einfachsten Fragen des Alltags und bedeute schon mal, „dass man den Jugendlichen für einen Termin beim Arbeitsamt direkt von Zuhause abholt und ihn begleitet, um ihm die Angst vor dem Unbekannten und Unbequemen zu nehmen“. Wie Tatjana Tichy berichtet, sei die Kompetenzagentur ein allgäuweites Projekt der Gesellschaft zur Förderung der beruflichen und sozialen Integration. Diese gemeinnützige GmbH sei eine Tochter der gemeinnützigen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft, arbeite mit insgesamt vier Mitarbeiterinnen im gesamten Ostallgäu und biete Hilfe für besonders benachteiligte junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. 

Auch die Marktgemeinde unterstütze diese Tätigkeiten im vergangenen Jahr mit 11.000 Euro. Ein Umstand, den Tichy gerne beibehalten würde. 

Für Obergünzburg und die umliegenden Gemeinden ist Sandra Gurmann die Ansprechpartnerin. Sie schilderte dem Gremium in ihrem Tätigkeitsbericht die Schwerpunkte ihrer Arbeit in 2015. „Manchmal fehlt die entsprechende Unterstützung von Zuhause oder mangelndes Durchhaltevermögen der Jugendlichen, die sich oft in Schul- und Ausbildungsabbruch zeigt“, erklärte sie. Oder es fehlt jegliche Kritik- und Konfliktfähigkeit, so dass in mühsamen Gesprächen soziales Kompetenzverhalten eingeübt werden müsse. 

Manchmal ginge es auch nur einfach um Schulden bei Handyverträgen der Jugendlichen. „Dabei arbeite ich in der Fallarbeit mit vielen anderen Stellen und Einrichtungen zusammen“ so Gurmann. Sei es mit Eltern und Vermietern, Jugendamt oder Suchtberatungsstellen, aber auch mit Schulen oder der Arbeitsagentur. Dazu bietet sie für Problemfälle als erste Anlaufstelle immer mittwochs regelmäßige Sprechstunden im Jugendtreff „Die Woag“ an, sozusagen auf neutralem Boden. 

Sandra Gurmann berichtete weiter in ihrer Erfolgsbilanz über die intensive Betreuung von insgesamt 20 Jugendlichen im Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft, für die sie im abgelaufenen Jahr Lösungen erreicht hatte. „Fünf junge Menschen habe ich in Arbeit vermittelt und acht Jugendliche konnte ich in einer Berufsausbildung integrieren“, zählte sie auf. Vier weitere Plätze in weiterführenden Maßnahmen bei Bildungsträgern wurden belegt und in drei Fällen konnten individuelle Einzellösungen erreicht werden. Sandra Gurmann warnte aber: „Damit ist die Arbeit noch nicht beendet. Da muss man durch regelmäßige Besuche weiter dranbleiben!“ 

Bürgermeister Lars Leveringhaus lobte ausdrücklich das hohe Engagement und die hundertprozentige Erfolgsquote und versprach weiterhin wohlwollende Unterstützung für diese „sinnvolle Arbeit“.

von Wolfgang Krusche

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