Betriebe mit mehreren wirtschaftlichen Standbeinen sind stabiler

Minister besucht Pferdepension

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Der Bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (li.) besuchte die Pferdepension von Anja Trautwein in Stöttwang. Im Hintergrund freut sich auch Bürgermeister Christian Schlegel über den Besuch.

Stöttwang/Ostallgäu – Auf einer Informationsfahrt besuchte der Bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) vergangene Woche die Pferdpension Trautwein in Stöttwang und informierte sich über moderne Pensionspferdehaltung als Chance zur Vielfalt innerhalb der bayerischen Landwirtschaft.

Hatte Landwirtschaftsminister Brunner im vergangenen Jahr regelmäßig landwirtschaftliche Betriebe in den Regierungsbezirken besucht, wollte er sich dieses Jahr verstärkt über die Breite und Vielfalt von landwirtschaftlichen Betrieben informieren, wie zum Beispiel Agrartourismus, Bioproduktion, Selbstvermarktung und anderes mehr. Über das Landwirtschaftsamt in Kaufbeuren wurde zum Thema Pferdehaltung die Pferdepension Trautwein in Stöttwang ausgewählt.

Der landwirtschaftliche Betrieb von Josef und Anja Trautwein steht auf drei Säulen: Milchviehhaltung mit 60 Milchkühen im Laufstall, ein Pensionsstall für 65 Pferde in Vollpension und eine 320 Kilowatt Photovoltaikanlage. Dabei wird das Arbeitspensum lediglich vom Ehepaar Trautwein und einer weiteren Arbeitskraft bewältigt, sämtliche Futterernten auf den eigenen Anbauflächen werden von Lohnunternehmern und dem Maschinenring erledigt. Das Paar hatte neben der bestehenden Milchwirtschaft seit 2000 mit Pferden begonnen und schnell 40 Pensionspferde betreut. Vor sieben Jahren hatte es dann in eine Reithalle mit weiteren Paddockboxen investiert. Paddockboxen sind nebeneinanderliegende Einzelboxen für Pferde mit graslosen, eingezäunten, befestigten Auslauf, sodass die Pferde den Bedürfnissen nach Sozialkontakten nachgehen können.

Die Bayerische Landtagsabgeordnete Angelika Schorer (CSU) und Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses ergänzte: „Im Rahmen eines Diversifizierungsprogrammes unterstützte die Bayerische Regierung damals die Investition von 500.000 Euro mit 25 Prozent Förderung“. Offiziell gemeldet gebe es etwas mehr als 3.900 Pferde im Ostallgäu und Kaufbeuren.

Sichtlich stolz freute sich Landrätin Rita Maria Zinnecker über die erfolgreiche Betriebsführung der Familie Trautwein: „Beide qualifiziert in der Landwirtschaftsfachschule“.

Minister Brunner zeigte sich beeindruckt von der konsequenten Nutzung der Chancen von Familie Trautwein: „Mit diesem Hof hat man ein schönes Beispiel, wie man gemäß dem Bayerischen Weg, in verschiedene Richtungen wachsen kann.“ Der Hof liege nicht eingeengt im Ortskern und habe sich neue Möglichkeiten eröffnet, auch unterstützt durch freiwilligen Landtausch. Der Rückgang des Milchpreises konnte ihnen nicht viel anhaben, hätten sie doch rechtzeitig neue Standbeine hinzugewonnen. Beispielsweise verursache die einmal installierte Photovoltaikanlage keine Arbeit im laufenden Betrieb.

Zur Bedeutung der Pferdehaltung in Bayern meinte Brunner: „Mit rund 140.000 Pferden, 16.500 Betrieben mit Pferdehaltung und etwa 100.000 Pferdesportvereinsmitglieder ist Bayern nach Niedersachsen das Bundesland mit den meisten Pferden“. Mehr als 30.000 Arbeitsplätze und 500 Millionen Euro Umsatz seien ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum. Nach dem Niedergang von Pferden als Arbeitstier hätte sich inzwischen das „Freizeitpferd“ entwickelt. Investitionen von 10 Millionen Euro in das staatliche Lehr-, Versuch- und Fachzentrum Schwaiganger sollen auch ein Spiegelbild der Pferdehaltung in Bayern darstellen. Er forderte alle Beteiligte auf, in der Landwirtschaftspolitik die Mitbürger mehr mit einzubinden: „Wenn man bei den Bürgern mehr Verständnis für die Landwirtschaft einfordern möchte, dann müssen die Bürger die Landwirtschaft aber auch besser verstehen“.

von Wolfgang Krusche

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