Derzeit keine Wasserrettung

Unklare Situation am Elbsee

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„Keine Wasserrettung“ gibt es vorübergehend an der „Badestelle Elbsee“.

Aitrang – Das bisherige Naturbad am Elbsee wird vorübergehend von den Eigentümern Petra und Dr. Robert Martin bei freiem Eintritt als Badestelle betrieben, ohne Übernahme von Haftung und auf eigene Gefahr. Die Wasserwacht macht weiter am Wochenende ihren ehrenamtlichen Wachdienst. Wie es mit dem weitergehen soll, müssen in den nächsten Wochen die Gespräche zwischen den Betreibern von Naturbad, Campingplatz, Restaurant und den Gemeinden zeigen. Auch eine Schließung ist möglich.

Verwundert rieben sich manche Badegäste am Sonntagmorgen die Augen: freier Eintritt im Naturbad, aber der Zugang zum Badesteg gesperrt und mehrere Schilder „Keine Wasserrettung“. Der Eigentümer des Naturbades Elbsee, Dr. Robert Martin, hatte die Sicherheit am Naturbad überprüfen lassen. Die sich daraus ergebenden Auflagen seien finanziell und personell nicht zu erfüllen, meinte Martin, weshalb er nun vor der Frage stehe, das Naturbad zu schließen, oder es als Badestelle ohne Eintritt, aber auch ohne Service und ohne Sanitäreinrichtungen zu betreiben. „Eine Schließung kommt für mich nicht in Frage, da liegt mir zu viel Herzblut drin, obwohl ich jedes Jahr einiges Geld zuschießen muss.“ Deshalb suche er mit allen Interessierten, Anliegern und den Gemeinden eine Lösung, um den Betrieb weiter zu ermöglichen. „Doch wenn auch an schlechten Tagen oder unter der Woche jemand aufpassen und eine Aufsicht permanent auf dem See und jemand auf dem Land da sein muss, ist das nicht zu leisten“, so Martin.

Gery Kögel, Technischer Leiter der Wasserwacht, Ortsgruppe Marktoberdorf, erklärte dazu: „Wir machen die Wachdienste ehrenamtlich und die finden in der Regel am Wochenende statt. Anders ist es für uns nicht machbar“. Als Übergangslösung hat Martin nun das bisherige Naturbad als „Badestelle“ ohne Eintritt geöffnet, wodurch auch keine Haftung übernommen werden kann. Lediglich Parkgebühr für das Fahrzeug werde verlangt. Die Einnahmen würden dadurch deutlich geringer, da in jedem Fahrzeug oft vier Personen sitzen, die bisher einzeln zahlen mussten. Manche Besucher parken sogar draußen, um sich auch die Parkgebühr zu sparen. Das führt dann zu chaotischen Park-Situationen, auch beim Restaurant. „Es muss eine andere Lösung gefunden werden“, so Martin.

„Ich fände es schade, wenn das Naturbad am Elbsee keine Zukunft hätte. Der Elbsee ist ein gefragtes Naherholungsziel und bietet einen hohen Freizeitwert für Einheimische und Touristen“, erklärte auch Landrätin Maria Rita Zinnecker. Da sich das Naturbad in Privatbesitz befinde, sei der Landkreis außen vor.

„Selbstverständlich haben wir Anliegergemeinden ein starkes Interesse daran, dass das traditionsreiche Moorbad Elbsee weiterhin für Badegäste geöffnet bleibt. Gemeinsam mit der Gemeinde Aitrang werden wir uns bemühen, eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden“, betonte Andrea Euband, Ruderatshofens 2. Bürgermeisterin. Auch für Aitrangs Bürgermeister Jürgen Schweikart sei die momentane Situation nicht befriedigend: „Es werden zurzeit alle möglichen Unterstützungen für das privat betriebene Naturbad Elbsee diskutiert“. Auch für die Parkplatzsituation vor dem Restaurant und der Badeanstalt, die angesichts hochsommerlicher Temperaturen am vergangenen Wochenende eskalierte, werde man Gespräche mit der Marktoberdorfer Polizei führen müssen.

Achim Seemüller aus Schwab­münchen sagte: „Wir haben hier am Campingplatz einen festen Wohnwagen, kommen am Wochenende mit Kindern her und wollen dann hier zum Baden gehen“. Wenn aber das Bad geschlossen würde, müsste er mit seinem Wohnwagen woanders hin ziehen.

Um den Elbsee als ein gefragtes Naherholungsziel zu erhalten, braucht es eine zielgerichtete Zusammenarbeit aller Beteiligten: dem Naturbad, dem Campingplatz, dem Restaurant und der Gemeinden. Hubert Martin, Eigentümer des Fünf-Sterne-Campingplatzes Elbsee, war derzeit nicht für eine Stellungnahme bereit.

von Wolfgang Krusche

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