Von Konsumkritik bis Kinderarmut

Kinder und Jugendliche demonstrieren in Kaufbeuren

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Große und kleine Besucher wohnten der Kundgebung bei und unterstützten die Demonstranten.

Kaufbeuren – Die Kinder und Jugendlichen der Kulturwerkstatt sowie die Kinder der Schraderschule bildeten am vergangenen Samstag eine starke Einheit: Unter dem Motto „Was wir schon immer mal sagen wollten!“ zogen sie durch die Kaufbeurer Innenstadt zum Rathaus und machten auf Themen wie Umweltschutz, Tierwohl, Kinderarmut, Diskriminierung und Mobbing aufmerksam.

Bei der Kundgebung vor dem Rathaus, die zahlreiche Besucher mitverfolgten, zeigten die jungen Demonstranten, dass sie mit ihren Anliegen und Ansichten ernst genommen und gehört werden möchten. Die Jungs und Mädels appellierten an ein umweltbewusstes Verhalten der Bürger der Stadt, um die schönen Naturräume und Fleckchen zu erhalten, die Kaufbeuren zu bieten habe. So wurde zum Beispiel die Verschmutzung nach dem Tänzelfest angesprochen, die Wochen andauern würde – dabei müsse nur jeder seinen Müll selber wegräumen. Auch der Leerstand in der Altstadt und das Aussterben kleinerer Läden war ein Thema, das den Demonstranten auf dem Herzen lag; kritisiert wurde der Bau von Einkaufszentren aus Profitgründen.

Mit ihren kreativen Darstellungen brachten sie darüber hinaus allgemeine Missstände wie den Plastikverpackungs-Verbrauch auf die Bühne, um zur Reflexion und einem Umdenken anzuregen: Denn der Plastik-Wahnsinn koste jährlich Zehntausenden von Meerestieren das Leben. Verbraucher sollen stattdessen auf Alternativen wie die Mitnahme eigener Behälter und recyclebarer Stoffe beim Einkaufen setzen. 

Die Kinder und Jugendlichen rüttelten auch durch andere Zahlen und Fakten auf: Pro Sekunde werde ein halbes Fußballfeld an Wäldern abgeholzt, die dem Konsumverhalten der Menschen zum Opfer fallen. Auch was die Kinderarmut betrifft, habe man mit steigenden Zahlen zu kämpfen. Dazu wachse die Kluft zwischen Armen und Reichen. Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Hunger, mehr als 800 Millionen Menschen leiden weltweit an Hunger – während in einer Wegwerfgesellschaft wie unserer Lebensmittel verschwendet werden.

Alle gemeinsam bildeten zum Abschluss eine Menschenkette um die Kulturwerkstatt.

Das Thema Tierwohl wurde außerdem aufgegriffen: „Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken“, lautete die Botschaft, die mit einer Absage an jegliche Tierversuche einherging.

Auch Statements zum Thema Diskriminierung und Ausgrenzung setzten die Kids, und illustrierten diese mit ihren eigenen Erfahrungen. Sie riefen dazu auf, sich angesprochen zu fühlen, Menschlichkeit und Zivilcourage zu zeigen, denn die Haltung und der Mut Einzelner könne im Großen viel bewirken. Kritik am exzessiven Smartphone-Konsum wurde ebenfalls laut, denn dieser hindere Groß und Klein an „echten“ Begegnungen.

In diesem Sinne wünschten sich die jungen Demonstranten, dass die Menschen ihren Konsum überdenken, Verantwortung für ihre Mitmenschen übernehmen und selbst reflektieren, „um aus leeren Worten und flüchtigen Gedanken Überzeugungen zu machen“.

von Mahi Kola

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