Konzepte für eine zukunftsfähige Stadt

Marktoberdorf – Wie können Ressourcen besser genutzt und Abläufe wirtschaftlicher gestaltet werden? Unter diesen Aspekten stand die jüngste Marktoberdorfer Umweltausschuss. Auf der Tagesord- nung standen unter anderem ein Sachvortrag von Richard Siegert (Stadtbauamt) zum Thema Gebäudemanagement sowie die Vorstellung eines Konzepts zum Energiemanagement und ein mögliches Klimaschutzkonzept von Theo Karmann, der ein Beratungsbüro für Gebäudemanagement, Energie und Umwelt betreibt. „Der Trend geht zu den erneuerbaren Energien. Wenn wir mit diesen allerdings so haushalten wie bislang mit den fossilen Brennstoffen, wird das nicht lange gut gehen“, mahnte Karmann. Daher sei es wichtig, dass Gebäudemanagement, Energie und Klimaschutz Hand in Hand gingen. Siegert zeigte in seinem Vortrag zunächst auf, welchen Aufwand die städtischen Gebäude, zu denen auch angemietete Anlagen zählen, pro Jahr verursachen – rund 200 Euro pro Jahr und Einwohner. Bei cirka 19.000 Marktoberdorfern immerhin stolze 3,8 Millionen Euro, von denen sich laut Siegert mit einem verbesserten Management mit Investitionen rund 30 Prozent einsparen ließen. Dies soll unter anderem durch eine detaillierte Aufschlüsselung und Katalogisierung der Liegenschaften geschehen, teils durch Hilfe von externen Experten. Auf einen Blick könne man dann erkennen, wie viel Unterhalt beispielsweise ein Grundstück kostet, wie wirtschaftlich dies gegenüber vergleichbaren Grundstücken ist. Der Vorteil: Entscheidungen über Wirtschaftlichkeit und damit auch über den Erhalt einer Liegenschaft könnten so schneller und unkomplizierter gefällt werden. Auch die Umstellung von der herkömmlichen Buchhaltung auf das moderne DOPPIK wäre so einfacher zu verwirklichen und damit mehr Transparenz. Eben diese Vorteile einer genauen Datensammlung zeigten sich bereits am neuen, von Siegert vorgestellten Hausmeisterhandbuch, das Aufgaben und Ansprechpartner übersichtlich auflistet und den Hausmeistern schnellere und eigenständigere Entscheidungen ermöglicht – „auch ein Weg zu mehr Effizienz“. Mit dem Gebäudemanagement soll auf der „MODEON-Achse“ begonnen werden, denn, so Himmer: „Die Umgebung des MODEON ist beispielhaft für den gesamten Stadtbereich, was sich hier als sinnvoll erweist kann dann auf andere Areale übertragen werden“. Auch beim Energiekonzept, das Theo Karmann vorstellte, sollen Vergleichswerte Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit einzelner Einrichtungen und Gebäude geben. Karmann zeigte am Beispiel zweier Marktoberdorfer Kinderkrippen, eine Altbau, eine nach Passivstandard gebaut, wie drastisch veraltete Energiekonzepte zu Buche schlagen. „Ob ein bundesweit beschleunigter Atomausstieg oder die Resolution Energiezukunft 2020 des Ostallgäus: Umdenken ist gefordert. Auch die Öffentlichkeit hat eine Erwartungshaltung, dass sich etwas ändert“, so Karmann. Zwar gebe es vielerlei Einzelinitiativen beispielsweise von Firmen zur effizienten Energienutzung, aber um das Rad nicht ständig neu zu erfinden, sei ein gemeinsames Konzept für die Region nötig. Selbst ohne Investitionen könne man hier fünf bis zwölf Prozent einsparen durch Maßnahmen wie Schulung von Mitarbeitern, Zeitschaltuhren oder dem Erkennen von auffällig hohen Verbräuchen durch Vergleich der Einrichtungen. „Hier schließt sich der Kreis zum Gebäudemanagement“, so Karmann. Auch gebe es die Möglichkeit, sich für das sogenannte KEM (kommunales Energiemanagement) bis zu drei Jahre lang mit 40 Prozent vom Bund fördern zu lassen – eine Möglichkeit, die laut Karmann genutzt werden sollte, „bevor die Töpfe wegen des Andrangs leer sind“. fr

Wie können Ressourcen besser genutzt und Abläufe wirtschaftlicher gestaltet werden? Unter diesen Aspekten stand die jüngste Marktoberdorfer Umweltausschuss. Auf der Tagesord- nung standen unter anderem ein Sachvortrag von Richard Siegert (Stadtbauamt) zum Thema Gebäudemanagement sowie die Vorstellung eines Konzepts zum Energiemanagement und ein mögliches Klimaschutzkonzept von Theo Karmann, der ein Beratungsbüro für Gebäudemanagement, Energie und Umwelt betreibt.

„Der Trend geht zu den erneuerbaren Energien. Wenn wir mit diesen allerdings so haushalten wie bislang mit den fossilen Brennstoffen, wird das nicht lange gut gehen“, mahnte Karmann. Daher sei es wichtig, dass Gebäudemanagement, Energie und Klimaschutz Hand in Hand gingen. Siegert zeigte in seinem Vortrag zunächst auf, welchen Aufwand die städtischen Gebäude, zu denen auch angemietete Anlagen zählen, pro Jahr verursachen – rund 200 Euro pro Jahr und Einwohner. Bei cirka 19.000 Marktoberdorfern immerhin stolze 3,8 Millionen Euro, von denen sich laut Siegert mit einem verbesserten Management mit Investitionen rund 30 Prozent einsparen ließen. Dies soll unter anderem durch eine detaillierte Aufschlüsselung und Katalogisierung der Liegenschaften geschehen, teils durch Hilfe von externen Experten. Auf einen Blick könne man dann erkennen, wie viel Unterhalt beispielsweise ein Grundstück kostet, wie wirtschaftlich dies gegenüber vergleichbaren Grundstücken ist. Der Vorteil: Entscheidungen über Wirtschaftlichkeit und damit auch über den Erhalt einer Liegenschaft könnten so schneller und unkomplizierter gefällt werden. Auch die Umstellung von der herkömmlichen Buchhaltung auf das moderne DOPPIK wäre so einfacher zu verwirklichen und damit mehr Transparenz. Eben diese Vorteile einer genauen Datensammlung zeigten sich bereits am neuen, von Siegert vorgestellten Hausmeisterhandbuch, das Aufgaben und Ansprechpartner übersichtlich auflistet und den Hausmeistern schnellere und eigenständigere Entscheidungen ermöglicht – „auch ein Weg zu mehr Effizienz“. Mit dem Gebäudemanagement soll auf der „MODEON-Achse“ begonnen werden, denn, so Himmer: „Die Umgebung des MODEON ist beispielhaft für den gesamten Stadtbereich, was sich hier als sinnvoll erweist kann dann auf andere Areale übertragen werden“. Auch beim Energiekonzept, das Theo Karmann vorstellte, sollen Vergleichswerte Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit einzelner Einrichtungen und Gebäude geben. Karmann zeigte am Beispiel zweier Marktoberdorfer Kinderkrippen, eine Altbau, eine nach Passivstandard gebaut, wie drastisch veraltete Energiekonzepte zu Buche schlagen. „Ob ein bundesweit beschleunigter Atomausstieg oder die Resolution Energiezukunft 2020 des Ostallgäus: Umdenken ist gefordert. Auch die Öffentlichkeit hat eine Erwartungshaltung, dass sich etwas ändert“, so Karmann. Zwar gebe es vielerlei Einzelinitiativen beispielsweise von Firmen zur effizienten Energienutzung, aber um das Rad nicht ständig neu zu erfinden, sei ein gemeinsames Konzept für die Region nötig. Selbst ohne Investitionen könne man hier fünf bis zwölf Prozent einsparen durch Maßnahmen wie Schulung von Mitarbeitern, Zeitschaltuhren oder dem Erkennen von auffällig hohen Verbräuchen durch Vergleich der Einrichtungen. „Hier schließt sich der Kreis zum Gebäudemanagement“, so Karmann. Auch gebe es die Möglichkeit, sich für das sogenannte KEM (kommunales Energiemanagement) bis zu drei Jahre lang mit 40 Prozent vom Bund fördern zu lassen – eine Möglichkeit, die laut Karmann genutzt werden sollte, „bevor die Töpfe wegen des Andrangs leer sind“.

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