Kapitel Krankenhaus Marktoberdorf ist zu Ende

Drama in drei Akten

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Seit Freitag ist es endgültig Geschichte. Das Krankenhaus Marktoberdorf in Trümmern.

Marktoberdorf – Am Freitagnachmittag hatte es sich bereits herumgesprochen: Das Marktoberdorfer Krankenhaus und das, was nach zwei Sprengversuchen davon übrig geblieben war, war eingestürzt und lag in Trümmern am Boden. Dieses Mal ohne Ankündigung und großes Medienaufgebot hatten Bagger das erledigt, woran der Einsatz von Sprengstoff letztlich gescheitert war. Damit geht das Kapitel „Krankenhaus“ –langwieriger als zunächst geplant – nun doch zu Ende.

Das Abbruchteam habe sich bewusst dafür entschieden, die Presse im Vorfeld der Abrissarbeiten nicht zu informieren, hieß es am Montag aus dem Haus Hubert Schmid. Als Grund wurde angegeben, dass weder der Erfolg der Methode noch die Dauer des Einsturzes vorhersehbar gewesen seien. Nach rund zwei Wochen in zweifelhaftem medialen Rampenlicht ist man dort wohl vorsichtig geworden. Ausführlich ergeht sich das schriftliche Statement allerdings darüber, welche technische Methode nun letztlich zum Erfolg geführt hat.

Die Verantwortung, wie der Restabbruch nun gelingen sollte, lag erneut bei Sprengmeister Olaf Hoyer und seinem Team. Zwei missglückte Sprengungen und eine akut einsturzgefährdete Bauruine machten die Entscheidung nicht einfach. Eine Begehung des Gebäudes oder ein herkömmliches Abbruchverfahren waren nicht mehr möglich. Kurzzeitig sei der Restabbruch mittels Seilbagger und Abbruchkugel in Erwägung gezogen worden, so sagt die Bauunternehmung. Der entsprechende Transport sei auch bereits organisiert worden. Allerdings hätte dies die Wartezeit und damit auch den Zeitraum verlängert, in dem Unbefugte trotz strenger Bewachung und doppelter Absperrung in das gefährliche Gelände hätten eindringen können.

Deshalb nun sollte alles ganz schnell gehen. Eine andere Lösungsvariante, die intern zunächst nur theoretisch erörtert worden war, hat dann am Freitagvormittag tatsächlich zum Kippen des Gebäudes geführt. Ohne den Einsturzbereichen zu nahe zu kommen, hatte das Sprengteam begonnen, mit Hilfe einer Drohne zunächst dünne Hilfsseile, dann immer dickere Seile und Ketten durch das Gebäudegerippe zu ziehen. Die Kettenenden wurden an Baggerarmen angebracht, die im Sicherheitsabstand platziert waren. Unter sägeartigen Bewegungen der Baggerausleger wurde das Krankenhaus am vergangenen Freitag gegen Mittag zum Einsturz gebracht. Fertig. Vorhang zu in einem Drama mit drei Akten.

von Angelika Hirschberg

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