Sprengung des Marktoberdorfer Krankenhauses nur teilweise erfolgreich

Fall auf Knall – und doch nicht Schluss

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Mit einem gewaltigen Knall, einem Dröhnen und einer riesigen Staubwolke krachte das ehemalige Krankenhaus in Marktoberdorf zusammen. Ein hinterer Gebäudeteil blieb jedoch stehen.
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Mit einem gewaltigen Knall, einem Dröhnen und einer riesigen Staubwolke krachte das ehemalige Krankenhaus in Marktoberdorf zusammen. Ein hinterer Gebäudeteil blieb jedoch stehen.
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Mit einem gewaltigen Knall, einem Dröhnen und einer riesigen Staubwolke krachte das ehemalige Krankenhaus in Marktoberdorf zusammen. Ein hinterer Gebäudeteil blieb jedoch stehen.
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Mit einem gewaltigen Knall, einem Dröhnen und einer riesigen Staubwolke krachte das ehemalige Krankenhaus in Marktoberdorf zusammen. Ein hinterer Gebäudeteil blieb jedoch stehen.
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Mit einem gewaltigen Knall, einem Dröhnen und einer riesigen Staubwolke krachte das ehemalige Krankenhaus in Marktoberdorf zusammen. Ein hinterer Gebäudeteil blieb jedoch stehen.
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Mit einem gewaltigen Knall, einem Dröhnen und einer riesigen Staubwolke krachte das ehemalige Krankenhaus in Marktoberdorf zusammen. Ein hinterer Gebäudeteil blieb jedoch stehen.
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Mit einem gewaltigen Knall, einem Dröhnen und einer riesigen Staubwolke krachte das ehemalige Krankenhaus in Marktoberdorf zusammen. Ein hinterer Gebäudeteil blieb jedoch stehen.

Marktoberdorf – Nein, zufrieden ist Olaf Hoyer nicht, als er gegen 17 Uhr vor die Kameras tritt.

Hinter dem Sprengmeister aus Buchenberg liegt zwar ein großer Haufen Trümmerteile. Dahinter aber ragt – wie mit dem Kuchenmesser abgeschnitten – der komplette nördliche Gebäudeteil des ehemaligen Marktoberdorfer Krankenhauses in den Himmel. Dieses Sahnestück sollte aber dort seit genau einer Stunde eigentlich nicht mehr stehen. Denn kurz nach 16 Uhr explodierten mit einem lauten Knall 80 Kilogramm Sprengstoff, um dem Gebäude an der Hochwiesstraße endgültig den Garaus zu machen. Was ist passiert?

Ein lauter Knall und dann?

Mit Spannung war die Sprengung des ehemaligen Klinikums erwartet worden. In der gesamten Stadt gab es an diesem Tag kein anderes Gesprächsthema. Hunderte Menschen säumten am Nachmittag die umliegenden Hänge und hatten sich Aussichtsplätze entlang der Sperrzone im 300 Meter-Radius rund um das Krankenhaus gesichert. „Halt drauf, halt drauf“, instruierte ein Vater aufgeregt seinen Sohn mit der Kamera in der Hand, als die zwei Signalrufe ertönten. Jetzt würde gleich gezündet werden. Man rückte zusammen, entlang der Sperrbänder wurden Handys und Fotoapparate scharf gestellt. Dann – wie aus dem Nichts – der große Knall, ein Dröhnen und eine riesige Staubwolke. Ein Johlen im Publikum, das schnell in großes Erstaunen umschlug: „Da steht doch noch was“, schreien zwei Jungs, als ein Teil des Daches aus dem Staub hervorspitzelt. Tatsache, da steht noch was. Das Marktoberdorfer Krankenhaus gibt sich unverwüstlich.

„Es ist wie eine griechische Tragödie, die kein Ende nehmen will“, meint Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell, der das Spektakel im Drehleiterkorb der Feuerwehr auf rund 20 Meter Höhe beobachtet hat. Er schmunzelt dabei, doch den Verantwortlichen von Sprengmeisterei und der Baufirma Hubert Schmid, der das Gelände gehört, ist der Spaß vergangen. Gleich als sich der Staub verzogen hat, begutachten Olaf Hoyer und sein Team das Trümmergelände. Denn die Frage ist jetzt, kurz nach erfolgter Sprengung, ob alle Ladungen Sprengstoff auch gezündet haben. Sollte dies nicht der Fall sein, würde eventuell noch nachgesprengt werden. So erklärt es jedenfalls Manfred Guggemoos, Projektleiter der Firma Hubert Schmid. Doch schon kurz darauf ertönen drei Sirenenstöße, die das Ende des Spektakels verkünden. Die Sperrzone wird langsam aufgehoben, die Zuschauer gehen.

Schwache Bewehrung

Was also ist schief gegangen? Nach einer ersten Einschätzung erklärt dies Sprengmeister Olaf Hoyer mit der schwachen Bausubstanz des Klinikgebäudes. Es sei geplant gewesen, das Krankenhaus durch eine so genannte Fall-Sprengung in Richtung Süden zu kippen. 80 Kilogramm Sprengstoff hätten ähnlich einer Baumfällung einen Keil in das vordere Erdgeschoss schlagen und so über Zugkräfte das gesamte Gebäude zum Einsturz bringen sollen. All das habe auch funktioniert, betont der erfahrene Sprengmeister. „Doch die Bewehrung, die das vordere Gebäudeteil mit dem hinteren verband, war so schwach, dass es sich nicht mitziehen ließ“, sagt Hoyer. Entlang dieser Bewehrungsfuge sei dann das vordere Gebäude einfach abgebrochen.

Und wie wird es nun weiter gehen? Eine zweite Sprengung steht den Marktoberdorfern jedenfalls nicht bevor. Das wäre zu gefährlich, sagt Olaf Hoyer. Es werde momentan noch beraten, wie mit dem Gebäuderest verfahren werde. Vermutlich müssen jetzt doch wieder die Bagger ran.

von Angelika Hirschberg

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