"Nicht um jeden Preis"

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Marktoberdorf – Es ist nur eine Frage weniger Wochen, dann dürfte das Gelände des ehemaligen Krankenhausareals in Marktoberdorf an das ortsansässige Bauunternehmen Hubert Schmid verkauft werden können.

Dies bestätigte ein zuversichtlicher Oberbürgermeister Stefan Bosse als Verwaltungsratvorsitzender des Kommunalunternehmens (KU) Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren gegenüber dem Kreisboten. Ja, die Firma Hubert Schmid habe den Zuschlag des Gremiums erhalten. Gleichzeitig ist es laut Bosse unwahrscheinlich, das ursprünglich für März angestrebte Ziel eines Verkaufs zu halten. Er rechnet erst im zweiten Quartal mit einem Abschluss. 

Wie nun also? So rasch scheint der Verkauf des Klinikums – für dessen Käufer auch die Rückzahlung von Fördersummen in Millionenhöhe im Raum stehen – also doch nicht über die Bühne zu gehen. Brigitte Schröder, Projektleiterin der Firma Hubert Schmid, bestätigt zwar, dass momentan ein Notarvertrag ausgearbeitet würde. Doch sie fügt an: „Wir befinden uns erst am Anfang eines längeren Wegs.” 

Denn beim Verkauf des Markt­oberdorfer Klinikums spielt neben Verwaltungsrat und Investor Schmid noch ein Dritter mit: die Stadt Marktoberdorf, die sich das Vorkaufsrecht an Gebäude und Gelände rechtlich sicherte und ebenfalls ein Angebot zum Erwerb des Krankenhauses abgab. Bekanntermaßen möchte die Stadt selbst Einfluss auf die städtebauliche Entwicklung des Areals nehmen. „Unser Ziel ist es, nachhaltigen Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten zu schaffen und das Gelände nicht dem freien Spiel wirtschaftlicher Interessen zu überlassen”, erklärte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell. 

Ob die Stadt ihr Vorkaufsrecht geltend machen wird, hänge daher auch von den Zielen des Investors Hubert Schmid ab. Entscheiden werde darüber aber letzten Endes der Stadtrat. 

Deshalb stehe für die Firma Hubert Schmid eine Kooperation mit der Stadt Marktoberdorf im Vordergrund, wie Brigitte Schröder ausführte – bevor ein jeglicher Kaufvertrag unterzeichnet werde. „Wir wollen keinen Druck aufbauen”, so die Projektleiterin. Erste Gespräche habe es bereits gegeben, die Schröder als positiv empfunden habe. Die Firma wirft beispielsweise ihre unternehmerischen Stärken bei Abbruch- und Erschließungsarbeiten in den Verhandlungsring. 

Und auch Bürgermeister Hell betonte, dass eine Einigung mit der Firma angestrebt werde, allerdings „nicht um jeden Preis”. „Wir wollen ein Ergebnis, das die Zielsetzungen der Stadt ermöglicht”, sagte Hell. Details, wie die Fläche gemeinsam entwickelt werden könnte, ließen sich die Verhandlungspartner nicht entlocken. Die Zeit für Unterschriften und Vertragsabschlüsse ist eben noch nicht gekommen.

von Angelika Hirschberg

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