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Kreisausschuss: Wohngeld Plus für deutlich mehr Haushalte

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Luftaufnahme Wohngebiet
Die Wohngeldreform 2023 soll mehr Haushalte mit niedrigerem Einkommen bei den Wohnkosten unterstützen. © Krusche

Ostallgäu – In der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses für Soziales stellte Gerhard Blanbois aus der Sozialverwaltung des Landratsamtes die Inhalte der neuen Wohngeldreform vor.

Mit dem Begriff „Wohngeld“ wird eine Sozialleistung beschrieben, die vom deutschen Staat an Bürgerinnen und Bürger als Zuschuss zur Miete geleistet wird. Damit sollen Haushalte mit niedrigeren Einkommen bei der Wohnkostenbelastung unterstützt werden. Die Höhe des Wohngeldes berechnet sich nach der Anzahl und dem Gesamteinkommen der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder sowie der zu berücksichtigenden Mietkosten. Das gilt für Bürger, die in Miete wohnen als Mietzuschuss oder auch für Bürger im selbstgenutztem Wohneigentum als Lastenzuschuss. Der Bundesrat stimmte am Freitag in Berlin einer weitreichenden Wohngeldreform zu. Sie tritt zum 1. Januar 2023 in Kraft.

Was ändert sich durch die Wohngeldreform 2023?

Aller Voraussicht nach werden Bürger, die den Mindestlohn für ihre Arbeit erhalten oder Menschen, die eine Rente in ähnlicher Höhe bekommen, von der Wohngeldreform profitieren. Bisher gehören nach Informationen der Bundesregierung zu den wohngeldbeziehenden Haushalten 40 Prozent zu Familien, darunter viele Alleinerziehende. Weitere 48 Prozent sind Haushalte von Rentnerinnen und Rentnern. Die Anzahl der wohngeldberechtigten Bürgerinnen und Bürger in der Bundesrepublik wird nach Berechnungen des Institutes der deutschen Wirtschaft IW Köln von bisher 600.000 auf insgesamt zwei Millionen Haushalte steigen. Das Wohngeld wird auf Antrag bei der örtlich zuständigen Wohngeldbehörde bewilligt.

Heizungs- und Klimakomponente

Der Wohngeldbetrag soll ab 2023 von durchschnittlich rund 180 Euro pro Monat vor der Reform auf rund 370 Euro pro Monat steigen. Diese bedeutet eine Verdopplung des Wohngeldes. Zukünftig soll auch eine dauerhafte Heizkostenkomponente die steigenden Heizkosten dämpfen und wird ein dauerhafter Baustein im Wohngeld werden. Damit sollen Mehrbelastungen ausgeglichen werden und als Pauschale auch Anreize zu Sparsamkeit bieten. Eine Klimakomponente soll höhere Mieten durch energetische Sanierungen des Gebäudebestands zur Erreichung der Klimaschutzziele pauschal abfedern.

Reaktionen im Kreisausschuss

Angesichts eines zu erwartenden erhöhten Antragseinganges sind für 2023 vier zusätzliche Stellen für die Wohngeldbehörde im Landratsamt zu den bestehenden drei Stellen vorgesehen. Laut Stefan Mohr, dem Leiter der Abteilung Soziales, wird dazu qualifiziertes Fachpersonal mit Verwaltungswissen gesucht.

Landrätin Maria Rita Zinnecker wies erneut darauf hin, dass trotz unumstrittenen Bedarfes die kommunalen Haushalte nicht besser ausgestattet sind, „es sind in allen Bereichen derzeit schwierige Zeiten“. Kreisrätin Ursula Lax (CSU) richtete einen flammenden Appell an alle Parteien: „Der Bund und das Land machen immer mehr neue Gesetze, die Umsetzung ist von den Kommunen nicht mehr zu schultern!“ Landrätin Zinnecker versicherte: „Wir werden dennoch unser Möglichstes tun.“
Von Wolfgang Krusche

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