Einstimmiger Beschluss

75000 Euro für Rettungswache

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So soll die neue Rettungswache der Bergwachtbereitschaft Füssen einmal aussehen.

Marktoberdorf/Füssen – Schon länger plant die Bergwacht Füssen den Neubau einer Rettungswache, da die vorhandenen Räume den Anforderungen an eine Berg­rettungswache nicht mehr entsprechen. Gebaut werden soll auf dem Gelände des Krankenhauses in Füssen. Kosten wird das Projekt voraussichtlich 620.000 Euro.

Im jüngsten Kreisausschuss wurde dafür ein Zuschuss von 75.000 Euro beschlossen, dazu übernimmt der Landkreis Ostallgäu laut einem früheren Beschluss den Erbpachtzins vom rund 1000 Euro jährlich.

Das Dienstgebiet der Bergwacht Füssen umfasst die Gemeinden Halblech, Schwangau, Füssen, Roßhaupten, Rieden a.F., Hopferau, Eisenberg und Seeg. Mit 70 bis 140 Einsätzen unterschiedlichster Art pro Jahr zählt sie so zu den einsatzstärksten Bergwachten in ganz Deutschland. Gleichzeitig sind auch die Herausforderungen besonders komplex, unter anderem durch den Tourismus und die alpinen Verhältnisse. Beispiele für Einsätze sind unter anderem Sportunfälle oder Vermisstensuche in den Bergen, außerdem der Katastrophenschutz. Die Mitglieder der Bergwacht sind dabei ausschließlich ehrenamtlich tätig, geleistet werden pro Jahr laut Bergwacht rund 43.800 reine Dienststunden, dazu kommen viele undokumentierte Stunden wie beispielsweise bei der Ausbildung, Buchführung, Jugendgruppe oder Bereitschaftsleitung. Rund um die Uhr sind stets ein Einsatzleiter und vier Bergwachtmitglieder im Bereitschaftsdienst.

Die Vorteile der neuen Wache liegen in der Lage außerhalb der Stadt mit guter Anbindung an die Infrastruktur, ausreichend Garagen für Rettungsgerät, moderne Ausbildungsräume, Aufenthalts- und Schlafräume für die Partner-Bereitschaft Kaufbeuren, eine Einsatzzentrale und nicht zuletzt ein Hubschrauberlandeplatz in unmittelbarer Nähe. Der Bergwacht stehen laut eigenen Angaben 260.000 Euro Eigenkapital zur Verfügung. Außerdem sollen Eigenleistungen über 25.000 Euro erbracht werden.

Eine Fördermöglichkeit durch den Freistaat besteht laut Landratsamt nicht. Zwar geht die Bergwacht davon aus, dass die Gemeinden im Dienstgebiet einen Zuschuss geben, ebenso hofft man auf die Hilfe regionalen Banken, der Wirtschaft und der Tourismusunternehmen. Trotzdem bleibt immer noch ein großer Restbetrag, den die Bergwacht über Spenden sammeln muss, hier ist man unter anderem auch auf die Hilfe der Bürger angewiesen.

Wünschen würden sich die Füssener Bergwachtler einen Baubeginn Anfang 2016, derzeit haben sie ihr Depot auf dem Gelände des BRK Ostallgäu-Kaufbeuren in der Herkomerstraße und sind laut eigener Auskunft damit die einzige Bereitschaft im Allgäu ohne eigene Rettungswache. Ungünstig sei zudem die Lage des derzeitigen Depots im Füssener Westen, wenn im Sommer die Verkehrslage für Notarzteinsätze nach Buching und Schwangau angespannt sei.

Von den Ausschussmitgliedern hatte keiner etwas gegen den Antrag der Bergwacht einzuwenden. Josef Schweinberger (CSU) bestätigte, die bisherigen Räume seien „völlig unzureichend“. Es gehe bei den Einsätzen schließlich nicht selten um das Leben der Verunglückten. Die Arbeit der Bergwacht müsse nach Möglichkeit unterstützt werden. Auch Hubert Endhardt (Grüne) verwies auf das „beachtenswerte Engagement der Ehrenamtlichen“. Der Beschluss lautete einstimmig, 75.000 Euro zu bewilligen. Dies bedeutet eine Beteiligung des Landkreises von rund zwölf Prozent an den Gesamtkosten des Neubaus.

von Michaela Frisch

Bergwacht Füssen:

Die Bergwacht Füssen hat derzeit 57 aktive Mitglieder, 54 Männer und drei Frauen. Der Altersdurchschnitt liegt bei 37 Jahren. Ein „gesunder Schnitt“, so Bereitschaftsleiter Martin Steiner. In diesem Jahr musste die Bergwachtbereitschaft knapp 130 Mal ausrücken – ein „sehr starkes Jahr“, so Steiner, was auf den guten Sommer zurückzuführen sei.

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