"Alles steht Kopf"

Deutsche Stimme von WUT

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Kreisboten-Redakteurin Sandy Kolbuch traf die deutsche Synchronstimme von WUT, Hans-Joachim Heist.

Als Gernot Hassknecht ist der deutsche Schauspieler Hans-Joachim Heist nicht nur dem deutschen Fernsehpublikum bekannt. Als personifizierte WUT übernimmt Heist als Synchronsprecher die Rolle einer der fünf wichtigen Emotionen im neuen Disney-Film „Alles steht Kopf”, der am 1. Oktober ins Kino kommt.

Kreisboten-Redakteurin Sandy Kolbuch traf Hans-Joachim Heist vor der Deutschlandpremiere des Films in Berlin. 

Sind Sie bereits mit der Arbeit im Synchronstudio vertraut gewesen? 

Heist: Vertraut wäre übertrieben. Ich habe als junger Schauspieler relativ viele Nebenrollen der alten Schwarz-Weiß-Schinken aus Amerika synchronisiert. Zwischendurch ist die Arbeit eingeschlafen, weil ich mehr am Theater und für das Fernsehen gearbeitet habe. Vor ungefähr zwei Jahren habe ich Til Schweigers Animationsfilm „Keinohrhasen“ synchronisiert – ich habe den Vater Fuchs gesprochen. 

Wie haben Sie reagiert, als man Ihnen die Rolle von WUT angeboten hat?

Heist: Ich war begeistert! Wenn man eine Anfrage von Disney-Pixar für eine durchgehende Sprechrolle bekommt, muss man nicht lange überlegen. 

Ist WUT Ihre Lieblingsfigur? 

Heist: Eigentlich ist es Kummer. Ich habe mich sofort in diese Figur verliebt. 

Hat der Film Erinnerungen in Ihnen geweckt? 

Heist: Nach dem Film habe die Menschen viel bewusster wahrgenommen und mir überlegt, was sie gerade denken. 

Haben Sie eine Lieblingsszene? 

Heist: Der Filmbeginn ist großartig, wo Riley als Kleinkind im Stuhl sitzt und den Brokkoli ausspuckt. Dass kann ich nachvollziehen. Ich finde Brokkoli fürchterlich. 

WUT ist ein Choleriker, der sofort in Rage gerät. Was bringt Sie persönlich auf die Palme? 

Heist: Mich bringt in den letzten Jahren das Autofahren in Rage. Ich habe das Gefühl, dass ich im Auto wesentlich mehr fluche als damals. Entweder liegt dies am Verkehr oder Hassknecht färbt ab (lacht). 

Was regt Sie politisch auf? 

Heist: Diese ganze Flüchtlingsgeschichte. Man kann sich nur darüber aufregen, was in ganz Europa gerade passiert und wie sich Europa blamiert. Man muss aber auch sagen, dass sich Deutschland beispielhaft verhält. 

Haben Sie einen Ruhepool, der Sie bei Ärger und Stress beruhigt? 

Heist: Wenn ich Zuhause mit einem Glas Wein und einer Zigarre auf der Terrasse sitze, bin ich völlig entspannt und dann ist die Welt in Ordnung.

Wie haben Sie sich auf Ihre Sprechrolle vorbereitet? Sind sie öfter Auto gefahren? 

Heist: (lacht) Nein. Ich bin durch die „heute-show“ ja bestens vorbereitet. 

Wieweit hat Hassknecht Ihre Karriere beeinflusst? 

Heist: Ich empfinde meine Rolle nicht als Festlegung. In meinem Alter habe ich damit kein Problem und kann ganz locker damit umgehen. Die Rolle hat meine Möglichkeiten erweitert. Ich habe gerade für „Löwenzahn“ einen schussligen Professor gespielt und eine Gastrolle in „Bettys Diagnose“ übernommen. Es kommen immer mehr Anfragen in dieser Richtung. Ich möchte also sagen, dass Hassknecht meine Karriere im positiven Sinne beeinflusst hat. 

Gab es auch schon Anfragen für weitere Synchronrollen? 

Heist: Bisher nicht. Aber vielleicht kommen Anfragen, nachdem „Alles steht Kopf“ gestartet ist. 

Gibt es eine Rolle, in die Sie gerne einmal schlüpfen würden? 

Heist: Es gibt vieles, was ich gerne einmal ausprobieren würde, es müssen nur die Anfragen kommen. Erst von der Semper Opfer kam beispielsweise die Anfrage für „Der Wildschütz“. Das hätte mir sehr viel Spaß gemacht, aber aufgrund von Terminen konnte ich die Rolle nicht annehmen. Ich würde sehr gerne auch einmal den Frosch in „Die Fledermaus“ spielen. Aber auch diese Anfrage konnte ich bisher aufgrund von Terminen nicht annehmen. Aber in dieser Richtung würde ich gerne etwas machen. 

Warum gerade den Frosch? 

Heist: Weil es eine starke Figur ist, die man sich selbst zurecht legen kann. Und weil der Frosch als einziger nicht singt. Denn dies wäre fürchterlich. 

Welche Projekte haben Sie bereits geplant? 

Heist: Die „heute-show“ ist nach wie vor aktuell und dann hat das Bühnenprogramm „Das Hassknecht Prinzip – In zwölf Schritten zum Choleriker“ Priorität. 

Vielen Dank! 

Das Interview führte Sandy Kolbuch

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