Ein Tag der Toleranz

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Ideen für den vom Kreisjugendring vorgeschlagenen „Tag der Toleranz“ in Buchloe gab es viele. Vereine und Schulen haben ihre Mitarbeit zugesagt.

Landkreis/Buchloe – Der Kreisjugendring Ostallgäu mit Sitz in Marktoberdorf will zukünftig auch in Buchloe aktiver werden. Im Juni plant die Organisation „Tage der Toleranz“ unter dem Motto „Flüchtlinge = Freunde“. Für die Vorbereitung hatte der Kreisjugendring Buchloer Vereine und Schulen sowie hauptamtliche und ehrenamtliche Helfer aus dem Jugendbereich und der Flüchtlingshilfe kürzlich in den Gasthof Eichel eingeladen. Ziel war eine Ideensammlung.

„Unsere Zielgruppe ist die breite Öffentlichkeit“, betonte Geschäftsführer Erich Nieberle. Der Sozialpädagoge und Jugendpfleger freute sich über die große Resonanz, die die Einladung zu diesem Treffen hervorgerufen habe. „Niemand kann sich diesem Thema entziehen“, sagte Nieberle. Organisiert werden soll die Veranstaltung von Meike Schlapp, die derzeit ihr Praxissemester als Sozialwissenschaftlerin absolviert.

Meike Schlapp stellt sich durch Kinder und Jugendliche betreute Stände vor, die entweder im Kolpinghaus oder im Stadtsaal aufgestellt werden sollen. Dazu könnte ein Bühnen- oder Musikprogramm kommen. Auch die Helferorganisationen seien eingeladen, sich zu präsentieren. Die Veranstaltung, so die erste Planung, solle sich über zwei Tage erstrecken. Freitagabend sollte die Ausstellung mit Musikgruppen eröffnet werden. Der Samstag wäre der eigentliche Ausstellungstag mit abschließender Diskussionsrunde.

Es kamen viele Ideen aus dem Kreis. Die Mütter der Flüchtlingskinder sollten einbezogen werden, man könnte den Tag mit einem interkulturellen Frühstück beginnen. Theateraufführungen, Workshops, Straßenfest, Malen, Spiele oder Singen mit den Flüchtlingen waren weitere Vorschläge.

„Erreichen wir eigentlich unsere Zielgruppen, wenn wir uns im Sommer in abgeschlossenen Räumen aufstellen, und ist es sinnvoll, die Veranstaltung an zwei Tagen laufen zu lassen?“, fragte Stadtrat Hubert Zecherle. Man war sich schnell einig, die Veranstaltung nur am Samstag, den 18. Juni zu machen. Das Kolpinghaus wurde als ungeeignet empfunden, da nicht mit Laufpublikum zu rechnen sei. Stadträtin Monika Strohmayer betonte, es sei wichtig, die Veranstaltung in der Stadt zu machen.

Der Stadtsaal blieb als Veranstaltungsort in der Diskussion. Der jeweils am Samstag zwischen 8 und 12 Uhr stattfindende Bauernmarkt bringe das Laufpublikum, das man durch entsprechende Aktivitäten vor dem Stadtsaal neugierig machen könnte, auch einen Blick in den Stadtsaal zu werfen. Ob man eventuell den Immleplatz auch mit nutzen kann, muss noch geklärt werden. Nach der Satzung der Stadt sind dort Veranstaltungen nicht erlaubt.

Stadtrat Zecherle regte an, den Titel der Veranstaltung zu überdenken oder mit einem Untertitel zu versehen. Nach den Ereignissen von Köln und bei der gegenwärtigen Diskussionslage hätten viele Menschen Angst. Toleranz könne inzwischen so interpretiert werden, dass man zu allem Ja und Amen sagen müsse. Untertitel wie „Buchloe – Welt der Vielfalt“ oder „Migranten als Chance“ seien vielleicht besser geeignet. Man solle bei dem Thema auch daran erinnern, dass Buchloe letztlich nach dem Kriege durch die vielen Flüchtlinge so groß geworden sei, betonte ein Teilnehmer.

Der Kreisjugendring freut sich über weitere Anregungen und Ideen. Im April soll es das nächste Treffen geben. Dann soll das endgültige Konzept stehen. Monika Strohmayer sagte als Jugendstadträtin, sie sei sehr erfreut über die rege Diskussion mit guten Vorschlägen für die Aktionstage. „Ich finde es super, dass der Kreisjugendring für diese Veranstaltung Buchloe gewählt hat, es wird bestimmt ein schönes buntes Fest von dem alle Teilnehmer profitieren können“.

Auch Christiane Manthey begrüßte als Vorstandsvorsitzende der AWO Buchloe ausdrücklich das Vorhaben. Sie betonte gegenüber unserer Zeitung, dass sie eine Namens­änderung begrüßen würde. Mit dem Motto „Tag der kulturellen Vielfalt“ oder „Wir sind eine Welt“ könnte man den Fokus weg von der Zielgruppe „Flüchtlinge“ richten. „In unsere Ferienbetreuung kommen Kinder aus verschiedenen Ländern und Kulturen und es ist immer wieder schön zu erleben, wie unkompliziert und unvoreingenommen sie mitein­ander umgehen“.

Christiane Manthey hat auch schon den Beitrag der Arbeiterwohlfahrt im Kopf. „Wir machen jedes Jahr zu Ostern einen ,Fair-Trade-Brunch‘, zu dem wir auch die Eltern beziehungsweise Großeltern einladen. Dieses Jahr möchten wir von den Kindern erfahren, was in ihrem Land traditionell zum Frühstück gegessen wird und die Gerichte gemeinsam zubereiten. Diese Aktion werden wir mit Bildern und Fotos festhalten. Am 18. Juni möchten wir mit diesen Bildern dann gerne zur Ausstellung beitragen sowie mit Kostproben der Gerichte. Details hierzu werden wir aber noch gemeinsam mit den Betreuern und den Kindern entwickeln.“

von Siegfried Spörer

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