„Das System entscheidet“

Kreisräte erhalten Informationen zu den Impfzentren und -stoffen

Covid-19 Impfung
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  • vonSelma Höfer
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Marktoberdorf – In der jüngsten Sitzung des Ostallgäuer Kreistags am vergangenen Freitag im Modeon Marktoberdorf resümierte Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) das Corona-Jahr. Ein wichtiges Thema war dabei die Eröffnung der beiden Impfzentren in Markt­oberdorf und in der kreisfreien Stadt Kaufbeuren. Die Landrätin berichtete, dass dort Impfstoffe verschiedener Hersteller verimpft werden. Aber aussuchen könne sich ein Impfling den Stoff nicht. „Alle Impfstoffe sind gut“, betonte Zinnecker.

Durchgeführte Impfungen am Tag der Sitzung: 12.962. Von diesen sind 8756 erfolgte Erst- und 4206 Zweitimpfungen. „Man hat wohl oft den Eindruck, es würden keine Impfungen durchgeführt. Aber alle Bewohner der Senioren- und Pflegeheime im Landkreis haben beide Schutzimpfungen erhalten“, betonte die Landrätin. Die Registrierung ist nur über die vorgeschriebene, bayernweite Software des Gesundheitsministeriums und ausschließlich online möglich. „Das ist die große Schwäche des Systems,“ war Zinnecker ganz bei jenen Bürgern, die kritisierten, dass ältere Menschen damit meist überfordert seien. Allerdings würde stetig daran gearbeitet. „Es wird besser.“ Immerhin hätten 2103 Personen aktuell einen Impftermin und 20.177 Bürger registrierten sich für einen (Stand 26. Februar), berichtete die Landrätin.

Biontech, AstraZeneca und Moderna

Maximilian Eichstetter (CSU) war daran interessiert, welche Impfstoffe im Landkreis verabreicht werden und, sollten Reste der Mittel anfallen, was mit diesen geschieht. „Wir verimpfen immer noch den Impfstoff von Biontech, seit vergangenem Samstag auch den von AstraZeneca“, antwortete Ralf Kinkel, Regierungsdirektor und Abteilungsleiter für Kommunalrecht, Sicherheit und Verbraucher im Landratsamt Ostallgäu. Der Stoff von Moderna sei ebenfalls verimpft worden, aktuell gäbe es davon jedoch keine Lieferung. „Auch dieser Impfstoff wird aber wahrscheinlich wieder kommen“, so Kinkel. Vier Impfstraßen seien angelegt und könnten zeitgleich vier verschiedene Stoffe verimpfen.

Verlust gebe es keinen, fuhr der Regierungsdirektor fort. Reste von Biontech könnten bis zu fünf Tage gelagert werden. Es würde sehr darauf geachtet, dass alle vollständig verimpft werden. „Außer kleineren Unfällen, wenn zum Beispiel eine Ampulle herunterfällt, gab es keine Verluste des Impfstoffs.“ So lange der Impfstoff noch knapp sei, würden nur die Personen mit der höchsten Notwendigkeit geimpft. „Ich bin noch nicht geimpft, falls jemand fragen sollte“, übernahm die Landrätin das Wort. Die Menschen über 80 Jahre hätten die erste Priorität. Nur, sagte Zinnecker, sei der Impfstoff von AstraZeneca für diese Altersgruppe nicht geeignet. Welche Personen unter 65 Jahren dafür einen Termin bekämen, das entscheide alleine das System, erklärte sie.

Sobald genügend Impfstoff komme, sagte Zinnecker, werde die Kapazität der Impfzentren erweitert. Außerdem solle auch die Einbeziehung der niedergelassenen Ärzte im Ostallgäu dann folgen, erklärte Kinkel. Es sei klar, dass in den beiden Impfzentren nicht die gesamte Bevölkerung ihre Immunisierung erhalten könne.

Selma Höfer

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