Projekt „Wiese mal 16“

Was den Oberdorfern blüht

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Der Grünzug südlich der Adalbert-Stifter-Schule wird in das Projekt zur Artenvielfalt aufgenommen werden.

Marktoberdorf – Zwei Städte und vierzehn Gemeinden sind im Landkreis Ostallgäu in ein Modellprojekt eingebunden, das die Artenvielfalt voranbringen soll. Mit dabei ist mit der Kreisstadt Marktoberdorf auch die größte Kommune. Nun hat Susanne Rossmanith – die Landschaftsarchitektin ist Mitarbeiterin im Stadtbauamt – sechs Flächen dafür vorgeschlagen. Die größte ist das Hoferfeld bei Thalhofen mit gut 3000 Quadratmetern.

In die Liste werden zudem ein Grünzug beim Modeon-Parkplatz (1700 Quadratmeter), beim Singerfeld südlich der Adalbert-Stifter-Schule, Am Mühlsteig (bei den Schulen), Am Hörtnagel (nördlich der B 472) sowie am Rand des Spielplatzes auf der Buchel aufgenommen. So haben es die Räte im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Umwelt neulich einhellig beschlossen.

Was den Marktoberdorfern dabei alles blüht, hat Susanne Rossmanith im Ausschuss verdeutlicht. Mit dem Projekt solle dem Rückgang der Artenvielfalt begegnet werden, zum Beispiel bei Schmetterlingen und Bienen. Dazu sollen gezielt Blumenwiesen unter anderem mit Margeriten angelegt werden.

Im Vordergrund steht der Schutz von Pflanzen und Lebewesen. Beispiele dafür sind die Schlüsselblume, die Kuckucks-Lichtnelke, die Wiesenglockenblume oder der Wiesensalbei, der zu den Heilkräutern zählt und als eine der schönsten Pflanzen am Wegesrand oder in Wiesen gilt.

Das Projekt, das im Landratsamt Ostallgäu von Sarah Segemann koordiniert wird, trägt den Namen „Wiese mal 16“. Es ist vorerst auf die Jahre 2017 bis 2019 angelegt. Die Kosten betragen circa 70.000 Euro. Landkreis Ostallgäu und ein Fördertopf der Europäischen Union (Leader) machen finanziell halbe-halbe. Auf die Gemeinden kommen keine Kosten zu.

Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell sah Sinn darin, aus öffentlichen Grünzügen ganz bewusst naturnahe Flächen zu gestalten. Freilich gab er den Stadträten zu bedenken, dass bei der Umsetzung die Blumenwiesen im ersten Jahr wohl von vielen Bewohnern als schön betrachtet werden. Danach könne die Euphorie, wenn die ausgesuchten Grünzüge nicht mehr so farbenprächtig seien, aber nachlassen. Schließlich werde mancher dies gar als „schlampig“ bewerten. „Das muss uns klar sein“, sagte der Bürgermeister im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt.

Was alles zu den Maßnahmen gehört, erklärte Susanne Rossmanith vom Stadtbauamt. Nach der Erfassung der relevanten Flächen ist die Zusammensetzung der Vegetation zu bestimmen. Marktoberdorf benötige wie jede andere teilnehmende Gemeinde eine Übersichtskarte mit den Flächen. Zudem soll ein „Handlungsleitfaden“ erstellt werden. Eine weitere Aufgabe sei ein differenzierter Mäh- und Pflegeplan, der auf jede Gemeinde abgestimmt sei.

Die vorgeschlagenen Flächen, die für artenreiche Blumenwiesen in Frage kommen, hat Rossmanith zusammen mit Beschäftigten des Bauhofs ausgesucht. Dessen Leiter Thomas Follner ergänzte, wegen des „pädagogischen Aspekts“ habe man bei der Auswahl auf die Nähe zu Schulen geachtet.

So wie der Umweltreferent im Gremium, Christian Vávra, befürworteten alle Stadträte das Projekt. Die „natürliche Wiese ist bei uns herum nahezu verschwunden“, erkannte Vávra von der Grünen-Fraktion Handlungsbedarf. Zugleich hob er hervor, dass der Bauhof den Einsatz von Pestiziden deutlich zurückgedrängt habe.

Inzwischen sind, wie auch vor den Stadträten erwähnt wurde, seitens des Landratsamtes Verträge mit Fachberatern abgeschlossen worden, die in der Planung, Umweltbildung (ein Stichwort ist die Zusammenarbeit mit Schulen) und in der Öffentlichkeitsarbeit behilflich sind.

Diese Städte und Gemeinden nehmen im Ostallgäu am Projekt „Wiese mal 16“ teil: Rieden, Pforzen, Irsee, Oberostendorf im nördlichen Bereich, Obergünzburg, Günzach, Friesenried, Biessenhofen, Lengenwang und Marktoberdorf im mittleren Landkreis sowie Lechbruck, Roßhaupten, Rieden am Forggensee, Schwangau, Halblech und Füssen im südlichen Bereich.

jj

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