Auch Kreistag fordert Ausbau der B16/B427

Resolution verfasst

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Gegen die Nordumfahrung der B16/B472 von Bertoldshofen ist ein Gerichtsverfahren anhängig. Solange hier kein Urteil getroffen ist, steht der Fortgang der Baumaßnahme in den Sternen. Eine Resolution des Kreistags soll jetzt aufrütteln.

Marktoberdorf/Ostallgäu – Geschlossen fordern die Kreisräte des Ostallgäus, die Planung für den Ausbau der B16/B472 und der Ortsumgehung Bertoldshofen wieder aufzunehmen.

Dazu stimmte der Kreistag einmütig für eine entsprechende Resolution, die an alle Verantwortlichen im Bundesverkehrsministerium und im bayerischen Innenministerium gerichtet ist. Das Bauvorhaben solle schnellstmöglich im bestehenden Bundesverkehrswegeplan umgesetzt werden, so die nachdrückliche Bitte. Rückendeckung also für die Kreisstadt, wo der Stadtrat am 30. Juni ebenfalls einstimmig eine solche Resolution verabschiedet hatte (wir berichteten).Marktoberdorfs Bürgermeister Wolfgang Hell stellte klar, dass über die Ost-West-Verbindung B16/B472 täglich mehrere zehntausend Fahrzeuge durch Bertoldshofen und in die Kreisstadt geschleust würden. „Unhaltbare Zustände“ für die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer, so Hell, zumal sich eine Grundschule und mehrere Kindergärten entlang der Bundesstraße befänden.

Gegen die Nordumfahrung des Ortsteils hatte ein Bertoldshofener Bürger geklagt. Seit Dezember 2012 ruht das Verfahren jedoch. Die Gründe dafür seien nicht ersichtlich, so der Bertoldshofener Kreisrat Werner Moll. „Hier müssen mit Nachdruck Erklärungen eingefordert werden“, meinte Moll. Denn so lange vonseiten des Gerichts keine Entscheidung falle, stünde der Fortgang der Baumaßnahmen weiter in den Sternen.Einen Teufelskreis nannte Landrätin Maria Rita Zinnecker die gegenwärtige Situation. Landtagsabgeordneter Paul Wengert (SPD) sprach von einem „skandalösen Vorgang“, wenn – wie geschehen – die Exekutive eine parlamentarische Entscheidung unterlaufe. „Das ist unsäglich“, so Wengert. Auch Stadt- und Kreisrat Wolfgang Hannig nahm kein Blatt vor den Mund: „Das Verfahren ruht und hat nun lange genug ausgeruht!“

Von Angelika Hirschberg

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