Jedoch mehr Drogendelikte

Kriminalstatistik der Polizei Marktoberdorf: Insgesamt weniger Verbrechen

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Die Polizeiinspektion Marktoberdorf (Bild) zog eine Bilanz der Straftaten im Jahr 2019.

Marktoberdorf – Weniger Straftaten und eine hohe Aufklärungsrate – die Polizei in Marktoberdorf gibt einen erfreulichen Rückgang der Fallzahlen für das Jahr 2019 bekannt. Also weniger Diebstähle, weniger Sachbeschädigungen, weniger Wohnungseinbrüche als noch im Vorjahr. Das Gebiet der Polizeiinspektion (PI) Marktoberdorf übertrifft damit den bayernweiten Trend, den das Innenministerium vergangene Woche verkündete. Demnach ging die Gesamtzahl der Straftaten in Bayern im Jahr 2019 um 6,7 Prozent zurück. Im mittleren Ostallgäu sank die Zahl gar um deutliche 12,4 Prozent.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 830 Delikte in und um Marktoberdorf registriert. 2018 waren es noch 947 Straftaten gewesen. Stolz ist der Leiter der PI Marktoberdorf, Helmut Maucher, auch auf die Aufklärungsquote seiner Dienststelle: die lag 2019 bei über 75 Prozent der Fälle, in Bayern bei 65 Prozent.

Weniger Diebstähle und Einbrüche

Was die einzelnen Straftatbereiche angeht, wurde insbesondere bei der Gewalt- und Straßenkriminalität ein deutlicher Rückgang verzeichnet. So ging die Anzahl der schweren Körperverletzungen von 36 Fällen (2018) auf 29 Fälle zurück. Bei der Straßenkriminalität stellte die Polizei einen Rückgang von 14,5 Prozent (von 138 auf 118 Fälle) fest. Hierunter fallen insbesondere Sachbeschädigungen (2019 insgesamt 53 Fälle) oder Straßendiebstähle (60 Fälle), die im öffentlichen Verkehrsraum verübt werden. Die Zahl der Diebstähle ging insgesamt von 215 (2018) auf 178 Fälle zurück, was einem Minus von 17,2 Prozent entspricht. Die Polizei konnte insbesondere weniger Ladendiebstähle verzeichnen, hier hat sich die Anzahl der Fälle von 40 (2018) auf 21 fast halbiert. Bemerkenswert außerdem: 2019 kam es in Marktoberdorf und Umgebung lediglich zu sechs Wohnungseinbrüchen. 2018 waren es sieben.

Auch bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung kam es zu einem leichten Rückgang um drei Fälle auf 16 Delikte. Eine Vergewaltigung nahm die Polizeiinspektion Marktoberdorf 2019 auf.

Hier steigen die Fallzahlen

Steigende Fallzahlen waren allerdings im Bereich der Rauschgiftdelikte zu verzeichnen. Dies führt der Dienststellenleiter auch darauf zurück, dass die Polizei vermehrt entsprechende Kontrollen durchgeführt habe. „Die Steigerungen in diesem Bereich gehen einher mit den gestiegenen Zahlen bei den folgenlosen Drogenfahrten“, erklärt Maucher. „Werden bei Verkehrskontrollen Fahrer festgestellt, die unter dem Einfluss von Drogen am Steuer sitzen, wird nicht nur der Verkehrsverstoß geahndet.“ Die Fallzahl der Rauschgiftdelikte im Jahr 2019 betrug 114 gegenüber 52 im Jahr 2018. Auf die einzelnen Rauschgiftsorten bezogen, seien Verstöße mit Cannabis und der damit verbundene Handel besonders häufig, so Dienststellenleiter Maucher.

Er bedauert auch, dass ebenfalls der Widerstand gegen Polizeibeamte im Jahr 2019 um etwa 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen habe. „Respektlosigkeit im Zusammenspiel mit Alkohol und Drogen führen meist dazu, dass die Täter auch vor Polizeibeamten nicht mehr zurückschrecken und Widerstand leisten.“

Große Sorgen bereitet der Polizei nach wie vor der Bereich der Call-Center-Betrüger. Dies meist zum Nachteil von Senioren, die durch „falsche Polizeibeamte“ oder den so genannten Enkeltrick in die Irre geleitet werden. Die Zahl der Fälle blieb mit 52 zwar identisch mit dem Vorjahr, sei aber immer noch „erschreckend hoch“, so der Polizeihauptkommissar. Er rechnet hierbei auch mit einer hohen Dunkelziffer und einem weiteren Ansteigen im aktuellen Jahr. Bislang sind 2020 15 Call-Center-Betrugsfälle registriert worden.

von Angelika Hirschberg

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