Krippenausbau im Ostallgäu

Eltern von Kleinkindern im Alter von ein bis drei Jahren haben ab August 2013 gegenüber ihrer Wohnortgemeinde einen einklagbaren Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Ebenso bei Kindern unter einem Jahr, wenn sie den Platz zur Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit benötigen. Laut Landrat Johann Fleschhut werden daher im Ostallgäu ab 2013 laut einer Umfrage des Landkreises 200 neue Krippenplätze eröffnet. Eine Steigerung um 40 Prozent. Ab dem Betreuungsjahr 2013/14 können damit 700 Kinder in einer Kindertagesstätte gefördert werden.

Dem Ausbau ging eine landkreisweite Elternbefragung durch das Landratsamt zu Beginn des Jahres voraus. Diese bestätigte einen Bedarf an Plätzen in dieser Höhe. „Landkreis und Gemeinden waren gleichermaßen an einer aktuellen verlässlichen Bedarfsfeststellung interessiert, nachdem die letzte Elternbefragung im Jahr 2006 zurücklag“, so Fleschhut. Auf der Basis der Umfrageergebnisse konnte nun einigen Gemeinden zu einem weiteren Ausbau und zur Beantragung der Fördermittel des Bundes durch das Landratsamt geraten werden. „Ein Platzmangel ist nach Auswertung der Umfrage im Landratsamt passé. Mit der Befragung haben wir den tatsächlichen regionalen Bedarf festgestellt und einen Überausbau vermieden, der zu hohen Folgekosten für die Gemeinden führen würde.“, erläutert Jugendhilfeplanerin Anja Mayr die Vorgehensweise des Landkreises. Die vom Krippengipfel auf Bundesebene geforderte Anzahl an Betreuungsplätzen in Höhe von 35 Prozent sei für das gesamte Ostallgäu mittelfristig auch bei verändertem Rechtsanspruch nach den neuen Erkenntnissen flächendeckend zu hoch gegriffen. Dennoch gibt es auch im Landkreis einzelne Gemeinden, Märkte und Städte, die bereits heute mit ihrem Platzangebot nahe an den geforderten 35 Prozent oder sogar darüber liegen. In der Stadt Buchloe können zum Beispiel bereits ab dem kommenden Jahr ein Drittel aller Kinder unter drei Jahren auf einem Krippenplatz gefördert werden. In manchen kleineren Gemeinden, die mit der Einrichtung einer Krippengruppe Zukunftsblick bewiesen haben, könnte sogar fast jedes zweite beziehungsweise dritte Kind einen Platz erhalten. Nachdem eine so hohe Nachfrage allerdings selten besteht, werden die freien Plätze gerne von Gastkindern aus Nachbargemeinden in Anspruch genommen, für die direkt am Wohnort auf Grund mangelnder Kinderanzahlen keine Krippengruppe geschaffen werden kann. Über die gute Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden werde so ein flächen- deckendes Netz an Betreuung für Eltern und Kinder im Ostallgäu ermöglicht. Die zukünftige Versorgungsquote an Plätzen liegt ab 2013/2014 für den Landkreis bei 21 Prozent. Mit einigen Kommunen finden derzeit noch Gespräche über einen weiteren Ausbau statt.

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