"In der Krise schnell handeln"

Oberbürgermeister Stefan Bosse begrüßte vergangene Woche die KaufbeurerInnen zur Bürgerversammlung im Stadtsaal. Auch wenn diese erste Versammlung im neuen Jahr am meteorologischen Frühlingsanfang stattfand, wird der lange Winter für den Stadtrat noch ein Nachspiel haben, so Bosse. Neben den Schwierigkeiten, die die kalte Jahreszeit mit sich brachte, gibt es außerdem erhebliche Kürzungen bei den Haushaltsplanungen. So startet die Stadt mit 106 Millionen Euro ins Jahr – rund 20 Millionen Euro weniger als 2009. Grund dafür ist unter anderem die Finanz- und Wirtschaftskrise.

Aufschwung sollte auch die geplante Ansiedlung des Modeparks Röther am ehemaligen Martinsheim bringen (wir berichteten). Der Bau wurde allerdings mehrmals verschoben. „Ich bin aber zuversichtlich, dass es dieses Jahr zum Baubeginn kommt“, sagte Oberbürgermeister Stefan Bosse. Für 2010 sind zahlreiche Projekte geplant. So werden rund 5 Millionen Euro in die Sanierung der Jörg-Lederer-Schule investiert und der Bau des Kreisverkehrs an der Kemna- ter-/Kemptener Straße beginnt. Für Bosse stehen auch nach wie vor die Arbeiten am Neuen Markt in Neugablonz im Mittelpunkt. Nach dem Neugablonzer Bürgerfest sollen hier die Bauarbeiten beginnen. Außerdem wird das Hallenbad mit der Rutsche komplettiert und auch der Übergang zum Modepark Röther steht nach dem Baubeginn an. Schnelles handeln in der Krise „Die Erfolge aus dem vergangenen Jahr zeigen auch, dass Kaufbeuren in der Krise schnell handelt“, sagte Bosse. Zu diesen Leistungen zählte er die Fachhochschule, die Auszeichnung mit dem Bayerischen Qualitätspreis als wirtschaftsfreundliche Gemeinde und das Ziel „Familienstadt Kaufbeuren“. Nach diesen Erläuterungen, waren nun die Bürgerinnen und Bürger an der Reihe, ihre Fragen und Anliegen an Oberbürgermeister Bosse zu richten. So wollte ein Kaufbeurer wissen, warum die Fußgängerzone auch außerhalb der Fahrerlaubnis von LKWs befahren wird und Fußgänger dadurch erheblich gestört werden. Bosse entgegnete, dass ein striktes Fahrverbot für die Lieferwagen durchsetzbar wäre, dies aber das „Aus für einige Geschäfte in der Fußgängerzone bedeuten würde“, weil diese nicht mehr flexibel erreichbar wären. Ein weiterer Kaufbeurer Bürger beklagte die abermals gestiegenen Müll- und Abwassergebühren. Diese Kosten, die durch den Service und die Infrastruktur entstehen, werden auf die Einwohner umgelegt, erklärte Bosse. Umso weniger Kaufbeurer in der Stadt wohnen, umso höher werden die Gebühren für jeden Einzelnen. Ein weiteres Thema war der Plan, einen neuen Drogeriemarkt an der Mindelheimer Straße oder im Forettle zu errichten. „Das würde für die Drogeriegeschäfte in der Innenstadt einen Kaufverlust von 20 bis 25 Prozent bedeuten“, so Bosse. Deshalb meinte er, wird der Stadtrat diesen Plänen wohl kaum zustimmen. Weitere Gesprächspunkte an diesem Abend waren auch die Parkplatzsituation am Hallenbad, der Fußgängerweg am Bärensee, sowie die Situation für Radfahrer am Kreisverkehr Kemnater-/Kemptener Straße. Hier stehen die Entscheidungen noch aus.

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