Bauausschuss lockert Auflagen für Werbemonitor an der Spittelmühlkreuzung

Kürzere Taktung erlaubt

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Mehr Kunden in kürzerer Zeit flimmern zukünftig über den Monitor an der Spittelmühlkreuzung.

Kaufbeuren – Mal wieder war der große Werbemonitor an der Spittelmühlkreuzung großes Thema in der jüngsten Bauausschusssitzung. Diesmal ging es um eine Nutzungserweiterung der Anlage. Neben einer kürzeren Taktung der Werbung soll die Nutzung zukünftig auch für andere Unternehmen – anders als bisher erlaubt – möglich sein.

Einen entsprechenden Antrag stellte der Betreiber des Werbemonitors, HRS-Geschäftsführer Ralf Wachter. Der Bauausschuss stimmte einer Lockerung der Auflagen zu, wenngleich er damit gegen die Empfehlung der Polizei handelte, die die Spittelmühlkreuzung als einen Unfallschwerpunkt ansieht. Dort würden laut der Ordnungshüter zu viele Unfälle vor allem durch mangelnde Aufmerksamkeit passieren.

Wie berichtet, thront die zwei auf dreieinhalb Meter große Werbeanlage seit Juli 2017 an einem Eckhaus direkt an der Kreuzung. Bisher durfte die Darstellung nur alle drei Minuten wechseln und es durften nur Unternehmen aus dem Haus werben. Ergänzt wurde das „Programm“ durch Imagereklamen für die Stadt und Vereine. Der Betreiber, die HRS-Immobilien Verwaltung, stellte bereits im November einen Antrag, die Inhalte zu erweitern und die Taktung auf 20 Sekunden zu reduzieren. Die Stadtverwaltung schlug dem Gremium jedoch eine Taktung von 90 Sekunden vor sowie eine Erweiterung der Inhalte. Ausgenommen sei jedoch politische Werbung. Eine Forderung, die insbesondere Fraktionssprecher Dr. Thomas Jahn (CSU) ins Feld geführt hatte. Dem schloss sich schließlich auch die Mehrheit der Stadträte an.

Behörden sagen eher Nein

Stadtplaner Manfred Pfefferle hatte vor der Abstimmung noch die Stellungnahmen des Straßenbauamtes in Kempten, der städtischen Straßenverkehrsbehörde und der örtlichen Polizei erörtert. Von den drei Einrichtungen hielt nur die städtische Straßenverkehrsbehörde ein Werbeintervall von 90 Sekunden in diesem Bereich für „gerade noch verträglich“. In Kempten sieht man den Standort der Werbeanlage, direkt an der B16, weiterhin kritisch und die Polizei lehnt ihn aus bereits angeführten Gründen nach wie vor ab.

Ulrike Seifert (Grüne) folgte dem Argument der Polizei und erklärte, dass ihre Fraktion von Anfang an gegen den Werbemonitor gewesen sei. Eine kürzeren Taktung lehnte sie kategorisch ab. Auch Stadtrat Ralf Baur (SPD) stimmte die Einschätzung der Polizei „nachdenklich“. Ursprünglich sei der Monitor genehmigt worden, um die vorher „üppigen Großtafeln“ an dem Gebäude zu ersetzen, dabei solle man es auch belassen.

Mit Blick auf die Bedenken der Polizei regte Gerhard Limmer an, bei einer Unfallhäufung an der Spittelmühlkreuzung die Taktung wieder nach oben zu schrauben. Dieses solle so in den Beschluss mit aufgenommen werden.

Einen Nachweis darüber zu erbringen, dass der Werbemonitor Auslöser für die vielen Unfälle sei, hält OB Stefan Bosse hingegen für sehr schwierig. „Keiner wird nach einem Unfall zugeben, dass er sich vom Monitor hat ablenken lassen“, so Bosse. Die vielen Unfälle könnten auch ein Ergebnis der zahlreichen Baumaßnahmen und den damit einhergehenden Einschränkungen sein. Bosse warnte aber davor, unter die 90-Sekunden-Taktung zu gehen, sonst könnte doch noch einer auf die Idee kommen, an der Kreuzung zu warten, bis das nächste Bild kommt.

Hier sieht Volker Kollmeder (Freie Wähler) gar keine Gefahr. In anderen Großstädten oder auf dem Weg zum Flughafen würde er sich als Autofahrer auch nicht davon ablenken lassen. Seiner Ansicht nach könnten die Bilder auch schneller über den Monitor flimmern.

Keine Verdrängung

Ziel des Antrags war es auch, die Werbeplattform anderen Unternehmen zugänglich zu machen. Hier fürchtete Robert Klauer (Kaufbeurer Initiative), dass hierdurch die kostenlosen Imageanzeigen der Stadt und Vereine durch die kommerziell vermarkteten Anzeigen verdrängt werden könnten. Betreiber Ralf Wachter, dem das Wort erteilt worden war, versicherte dem Gremium, dass dieses Sponsoring für „Non-Profit-Organisationen“ bestehen bleibe. Mit der Öffnung des Angebots wolle er vor allem seinen Kunden aus dem Allgäu Gelegenheit geben, sich zu präsentieren. Darüber hinaus erklärte Wachter, den Werbemonitor sofort abbauen zu wollen, sollte er nachhaltig zu einer Verkehrsgefährdung werden.

Auch das Zeigen von bewegten Bildern wurde thematisiert. Diese seien möglich, wenn die Kreuzung für den Verkehr gesperrt ist, etwa zu Silvester und Tänzelfest.

von Kai Lorenz

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