Neue Leitung

+
Der bisherige, ehrenamtliche Museumleiter Ulrich Habich freut sich auf eine professionelle Führung der Obergünzburger Museen.

Obergünzburg – Der Markt Obergünzburg will den nächsten Schritt in der kulturellen Weiterentwicklung machen. Das Heimatmuseum und die Südseesammlung sollen zum 1. März von ehrenamtlicher Leitung in professionelle Hände übergeben werden. Dafür konnte die Kulturwissenschaftlerin Dr. Martina Kleinert gewonnen werden, die schon früher am Aufbau der Südseesammlung mitgewirkt hatte.

Als Ulrich Habich 2006 ehrenamtlich die Leitung des Heimatmuseums und der Südseesammlung übernahm, „hatten wir alle an einige Stunden pro Woche gedacht“. Inzwischen reicht das nicht mehr aus und deshalb wandte er sich Anfang 2016 an Bürgermeister Lars Leveringhaus. Mit der Unterstützung des gesamten Marktrates, geht nun Obergünzburg einen neuen Weg. „Wir wollen uns professionell aufstellen, weil wir museumspädagogisch und inhaltlich schon sehr gut sind“, erklärte Leveringhaus.

Noch kennt die gebürtige Münchnerin Kleinert, nach eigenem Bekunden, die Südsee besser als das Allgäu. Zwischen 2001 und 2009 verbrachte sie insgesamt über zweieinhalb Jahre für Forschungs- und Dreharbeiten in Ozeanien, im Westpazifik und in Neuseeland. „Die Obergünzburger Museen sind ein kulturelles Kleinod der gesamten Region Ostallgäu, insbesondere die Südsee-Sammlung aufgrund der herausragenden Qualität ihrer Objekte und der gelungenen Mischung aus Kontext-, Erlebnis- und Objektmuseum“, schwärmt die designierte Museumsleiterin. Mit dem (Frei-)Gelände der Obergünzburger Museen strebt sie dabei eine Weiterentwicklung zu einem „Kulturareal“ an, zu einem Ort der Begegnung und des Austausches, und erfüllt damit einen lang gehegten Wunsch der Marktgemeinde. Gerade durch eine erweiterte Nutzung des Museumsgeländes, zum Beispiel für Feiern, Konzerte oder ein Freiluftkino möchte sie ein langfristiges und nachhaltig attraktives Angebot für Obergünzburger, Allgäuer und Touristen gleichermaßen schaffen.

Martina Kleinert studierte Ethnologie und Volkskunde in München und Göttingen und promovierte 2013 an der Universität Göttingen im Fach Kulturanthropologie.

„Mir ist wichtig, beide Museen weiter zu entwickeln. Die Museen können dabei nur mit und durch die Obergünzburger selbst wachsen“, meint Kleinert und freut sich schon auf die Zusammenarbeit und tatkräftige Unterstützung der engagierten Ehrenamtlichen, die sich jetzt schon für „ihre“ Museen einsetzen. Für ein mögliches langfristiges Sammlungs-Projekt, beispielsweise dem Aufbau eines audiovisuellen „Heimat“-Archivs, würde die neue Museumsleiterin gerne ihr, seit gut 20 Jahren geltendes, Interesse an der Visuellen Anthropologie einbringen wollen. „Gerne möchte ich meine Erfahrung der dokumentar-filmischen Praxis mit der Museumsarbeit verbinden.“

„Ich bleibe dem Museum selbstverständlich erhalten“, betont der scheidende Museumsleiter Habich, „nur nicht mehr so umfangreich.“ Beide Museumsleiter arbeiten schon jetzt zusammen am ersten Vorhaben des Jahres, dem Internationalen Museumstag am 21. Mai. Bei dem haben im letzten Jahr fast 1.800 Museen an über 1.000 Orten in Deutschland teilgenommen.

von Wolfgang Krusche

Auch interessant

Meistgelesen

"Die Hauptrolle spielt der Mensch"
"Die Hauptrolle spielt der Mensch"
„Kaufbeurer Modell“ oder Variante?
„Kaufbeurer Modell“ oder Variante?
Die Ideen der Architekten
Die Ideen der Architekten
Sanieren oder Warten?
Sanieren oder Warten?

Kommentare