„kunsthaus kaufbeuren“ zeigt Farbholzschnitte aus Europa und Japan

„Crossing Cultures“

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Die zahlreichen Besucher der Ausstellungseröffnung „Crossing Cultures“ waren einhellig begeistert.

Kaufbeuren – Ein Fest für Auge und Geist ist die neue Ausstellung „Crossing Cultures“ im „kunsthaus kaufbeuren“, die kürzlich eröffnet wurde.

Rund 150 Werke von 34 europäischen und 16 japanischen Holzschnittkünstlern wurden von einer Reihe von Leihgebern zur Verfügung gestellt, unter anderem 50 Drucke vom Münchner Privatsammler Felix Häberle und 40 Exponate vom Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen. Dr. Daniel Studer, der Direktor des St. Gallener Museums hielt – in „helvetisch gefärbtem Hochdeutsch“, wie er selbst sagte – auch die Einführung in die Entwicklungsgeschichte des Farbholzschnitts.

Hiroshi Yoshida (1876-1950) „Kurobe River“, Farbholzschnitt 1926 (Sammlung Sven Drühl, Berlin).

Als Japan Mitte des 19. Jahrhunderts begann, sich langsam dem Westen zu öffnen, erfolgte nicht nur ein Austausch von Handelsgütern, sondern auch von kulturellen und künstlerischen Anregungen. In Europa entstand eine „Japonismus“ genannte, begeisterte Japanmode, die besonders Avantgarde-Künstler der Impressionisten, des Jugendstils und des Expressionismus beeinflusste. Sie entwickelten neue Arbeitsweisen und Bildvorstellungen. Im Gegenzug lösten sich japanische Künstler auf Reisen in den Westen teilweise von ihrer überlieferten Bildsprache und führten die uralte Tradition des auch als „ukiyo-e“ („Bilder der heiteren, vergänglichen Welt“) bezeichneten japanischen Farbholzschnitts in die Moderne.

Beliebtes Sujet: Schwäne. Otto Eckmann (1865-1902) „Drei Schwäne auf dunklem Gewässer“, Farbholzschnitt 1895 (Historisches und Völkerkundemuseum, St. Gallen).

Während die erste Zeit des künstlerischen Austauschs zwischen Japan und Europa von 1850 bis 1900 bereits recht ausführlich erforscht wurde, sind Werke, die danach bis etwa 1950 entstanden, zum Teil noch relativ wenig bekannt. Ziel der aktuellen Ausstellung ist es daher, einen Querschnitt durch die reiche Farbholzschnitt-Produktion in höchst aufwendigen Drucktechniken zwischen 1900 und 1950 zu zeigen. „Crossing Cultures“ vereint Werke bekannter europäischer Künstler mit jenen von japanischen Vertretern der sogenannten „Shin-hanga“-Bewegung. Dabei ist in der einzigartigen Gegenüberstellung von ähnlichen Sujets oft nicht auf den ersten Blick festzustellen, ob das Werk von einem japanischen oder europäischen Künstler stammt.

Zur Ausstellung erscheint ein über 200 Seiten starker Katalog mit 190 Werkabbildungen und mit Textbeiträgen von namhaften Museumsleitern und Kunstprofessoren. Er ist im kunsthaus für 35 Euro und im Buchhandel oder online für 39 Euro erhältlich.

Ein reichhaltiges Begleitprogramm bereichert die Ausstellung: Neben den öffentlichen Führungen sei hier auf die Kuratoren-Führungen „Kunst und Kulinarisches“ am 22. Februar und 12. April jeweils um 18 Uhr hingewiesen. Zu diesen Führungen gehört im Anschluss ein zur Ausstellung passendes Überraschungs-Menü im Café Kirschkern. Um Anmeldung bis spätestens drei Tage vorher im „kunsthaus“ wird gebeten.

Außerdem wird am 3. Februar ab 19 Uhr unter dem Titel „Crossing Lectures“ Simone Schatz europäische und japanische Texte vortragen. Astrid Bauer und Tiny Schmauch umrahmen die Lesung mit einer Mischung aus japanischen Volksweisen und westlichen Jazz-Klängen.

Am 25. Februar findet ab 18 Uhr im Foyer des „kunsthauses“ ein Filmabend statt. Gezeigt wird der oscarprämierte japanische Spielfilm „Rashomon – Das Lustwäldchen“ (1950), der als früheste Verbindung zwischen traditionellen japanischen Motiven und europäischer Film-Methodik gilt.

Die Ausstellung „Crossing Cultures“ – Der Farbholzschnitt in Europa und Japan 1900-1950“ ist bis zum 22. April zu sehen.

von Ingrid Zasche

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