Kunstpreis ist fest in weiblicher Hand

Der Kunst- und Förderpreis der Stadt Kaufbeuren für zeitgenössische Bildende Kunst geht im Jahr 2009 an zwei Künstlerinnen. Den mit 1000 Euro dotierten Förderpreis erhält die in München lebende Clea Stracke, der Kunstpreis mit 2500 Euro geht an Karin Bergdolt aus Kaufbeuren. Dies teilt die Stadt Kaufbeuren in einer Pressemeldung mit.

Clea Stracke wurde 1982 in Berlin-Tempelhof geboren. Nach dem Abitur in Kaufbeuren im Jahre 2001 begann sie ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Ezio Toffoluti und Norbert Prangenberg. Es folgten Aufenthalte an der Nuova Accademia di Belle Arti in Mailand sowie an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, bevor sie ihr Studium 2009 in München mit Diplom abschloss. Stracke ist unter anderem Preisträgerin der BMW-Kunstförderung sowie des Danner-Wettbewerbs. Ihre Arbeiten waren in der Münchner Rathausgalerie, in der Artothek Dachau, bei den Weichter Kulturtagen, aber auch bei Ausstellungen in Tschechien oder Spanien zu sehen. Karin Bergdolt wurde 1968 in Nördlingen geboren. Während der Jahre 1988 bis 1993 absolvierte sie eine Berufsausbildung zur Staatlich anerkannten Erzieherin und war anschließend freiberuflich im Sektor Erlebnispädagogik tätig. 1993 begann sie ihr Studium der Kunstpädagogik und der Kunstgeschichte in Augsburg sowie an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Asta Gröting und Nikolaus Gerhart, das sie 2003 mit einem Diplom in Bildhauerei und dem Meistertitel abschloss. Seitdem ist sie freischaffend tätig. Ihr Schwerpunkt liegt auf Kunstprojekten im öffentlichen Raum, Installationen, Zeichnungen sowie der Kunstvermittlung an Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Karin Bergdolt ist unter anderem Trägerin des Bayerischen Kunstförderpreises 2004. Im Jahr 2007 erhielt sie ein USA-Stipendium, 2008 die Atelierförderung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Zu ihren jüngeren Projekten gehören „Tauschhandel“, eine Installation in der Schrannenhalle München (2005), „Am Weg - Ab Weg“, Installation und Zeichnung im Künstlerhaus Marktoberdorf (2006), oder auch „Hot Spots“, eine Installation mit Vortrag im Kulturzentrum „Platform3“ in München (2009). Neben Einzelausstellungen in München, Essen oder Pittsburgh (USA) ist Karin Bergdolt an einer Reihe künstlerischer Publikationen beteiligt. Mit dem Schwerpunkt auf der Konzeptkunst zeigen beide Preisträgerinnen parallel laufende künstlerische Ausrichtungen, die sich jedoch naturgemäß auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen befinden. Während die Jury bei Förderpreisträgerin Clea Stracke „trotz ihrer Jugend einen sehr eigenständigen und originellen Ansatz“ hervorhob, würdigte sie bei Karin Bergdolt ihr aufmerksames „Sehen, Entdecken, Transformieren und Akzentuieren“. Der Kunst- und Förderpreis der Stadt Kaufbeuren, der in vierjährigem Turnus vergeben wird, beschränkt sich nicht auf beeindruckende Einzelstücke, sondern zeichnet die Qualität des gesamten künstlerischen Schaffens aus. Der Jurysitzung vorgeschaltet ist ein Vorschlagsverfahren etablierter Kultureinrichtungen, so dass schon die Nominierung allein als Auszeichnung gelten kann. In der Jury, die die Endauswahl zu treffen hatte, wirkten in diesem Jahr Professor Stefan Bufler (Hochschule Augsburg, Fakultät für Gestaltung), Dr. Thomas Elsen (H2-Zentrum für Gegenwartskunst in Augsburg), Richard Mayr (Feuilleton der Augsburger Allgemeinen), Dr. Michael Meuer (Museums-Pädagogisches Zentrum in München) und Thomas Riedmiller (Kulturamt der Stadt Füssen). Oberbürgermeister Stefan Bosse wird die Kunst- und Förderpreise voraussichtlich im November im Rahmen in einer kleinen Feierstunde überreichen.

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